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MedAT-Vorbereitung 2027

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  1. Dein individualisierter Übungsbereich

    MedAT: Diagnostik – deine persönliche Lernsituation
  2. Komplette Testsimulation zur Einstufung
  3. Heutige To-Do Liste
  4. Personalisierter Lernplan
  5. Ergebnisse abgeschlossener Testsimulationen
  6. Prognose deines MedAT-Ergebnisses 2027
  7. Einführung
    Informationen zum MedAT
    9 Themen
  8. MedAT-Vorbereitung
  9. Altfragen
    6 Themen
    |
    48 Tests
  10. Statistiken und Gesamtwerte
  11. Formelsammlung
  12. Werkzeuge
    6 Themen
  13. Basiskenntnistest medizinische Studiengänge (BMS)
    Biologie
    21 Themen
    |
    21 Tests
  14. Chemie
    13 Themen
    |
    13 Tests
  15. Physik
    7 Themen
    |
    7 Tests
  16. Mathematik
    6 Themen
    |
    6 Tests
  17. Textverständnis
    Textverständnis
    15 Tests
  18. Kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten (KFF)
    Figuren zusammensetzen
    14 Tests
  19. Gedächtnis und Merkfähigkeit
    15 Tests
  20. Zahlenfolgen
    11 Tests
  21. Wortflüssigkeit
    6 Tests
  22. Implikationen erkennen
    10 Tests
  23. Sozial-emotionale Kompetenzen
    Soziales Entscheiden
    10 Tests
  24. Emotionen erkennen
    10 Tests
  25. Emotionen regulieren
    10 Tests
  26. Simulationen
    MedAT-Rechner
  27. Simulation – BMS
  28. Simulation – Textverständnis
  29. Simulation – KFF
  30. Simulation – SEK
    1 Test
Test 105 von 197

Textverständnis – Set 10

Deniz Tafrali 31. August 2026

Hier stehen die drei Texte zu diesem Set. Halte sie während der Bearbeitung offen – die Aufgaben kommen in der Reihenfolge der Texte. Im MedAT hast du für das Textverständnis 35 Minuten für zwölf Aufgaben. Die Texte gibt es auch als PDF zum Ausdrucken – so kannst du wie am Testtag auf Papier unterstreichen.

Text 1: Der Barorezeptorreflex · Aufgabe 1 – 4

Der Blutdruck eines Menschen ist keine feste Größe. Er schwankt im Tagesverlauf, steigt bei körperlicher Anstrengung und fällt im Schlaf. Damit die Versorgung des Gehirns dabei nicht abreißt, verfügt der Körper über eine Regelung, die innerhalb weniger Herzschläge greift: den Barorezeptorreflex. Er ist der schnellste der blutdruckregulierenden Mechanismen und zugleich derjenige mit der kürzesten Wirkdauer.

Die Messfühler dieser Regelung sitzen in der Wand großer Arterien, vor allem im Karotissinus am Ursprung der inneren Halsschlagader und im Aortenbogen. Es handelt sich nicht um Drucksensoren im engeren Sinn, sondern um Dehnungsrezeptoren: Sie registrieren, wie stark die Gefäßwand gedehnt wird, und leiten daraus mittelbar den Druck ab. Steigt der Blutdruck, dehnt sich die Wand stärker, und die Rezeptoren feuern häufiger. Die Signale aus dem Karotissinus laufen über den Nervus glossopharyngeus, die aus dem Aortenbogen über den Nervus vagus zum Nucleus tractus solitarii in der Medulla oblongata.

Von dort aus wirkt die Antwort auf zwei Wegen. Der Parasympathikus wird verstärkt, der Sympathikus gedrosselt. Die Folge ist ein langsamerer Herzschlag, eine geringere Kontraktionskraft des Herzmuskels und eine Weitstellung der Widerstandsgefäße. Alle drei Effekte senken den Blutdruck. Fällt der Druck dagegen ab, feuern die Rezeptoren seltener, und der Reflex läuft in umgekehrter Richtung: Der Sympathikus überwiegt, Herzfrequenz und Gefäßtonus steigen. Ein gesunder Erwachsener bemerkt davon nichts – der gesamte Vorgang ist nach etwa zwei bis drei Herzschlägen abgeschlossen.

Die Grenzen des Reflexes zeigen sich an zwei Stellen. Zum einen arbeitet er nur in einem mittleren Druckbereich zuverlässig; unterhalb von etwa 60 mmHg mittlerem arteriellem Druck feuern die Rezeptoren praktisch nicht mehr, und die Regelung läuft ins Leere. Zum anderen passt er sich an. Bleibt der Blutdruck über Tage erhöht, verschiebt sich der Arbeitspunkt der Rezeptoren nach oben; der neue, höhere Wert wird dann als normal behandelt und nicht mehr gegengeregelt. Diese Anpassung ist der Grund, warum der Barorezeptorreflex einen dauerhaften Bluthochdruck nicht verhindern kann, obwohl er kurzfristige Schwankungen zuverlässig ausgleicht. Für die langfristige Blutdruckregulation ist stattdessen die Niere zuständig, die über das Blutvolumen wirkt und dafür Stunden bis Tage braucht.

Klinisch genutzt wird der Reflex bei der Karotissinusmassage: Ein vorsichtiger Druck auf den Karotissinus täuscht den Rezeptoren eine erhöhte Wandspannung vor und verlangsamt so den Herzschlag. Bei manchen Menschen fällt diese Antwort übermäßig heftig aus. Ein solches Karotissinus-Syndrom kann zu kurzen Bewusstlosigkeiten führen, etwa beim Rasieren oder beim Zuknöpfen eines engen Kragens.

Text 2: Fieber · Aufgabe 5 – 8

Fieber ist keine Störung der Temperaturregulation, sondern eine Verstellung ihres Sollwerts. Diese Unterscheidung ist mehr als eine begriffliche Feinheit: Sie erklärt, warum ein fiebernder Mensch friert, obwohl seine Körpertemperatur bereits erhöht ist. Der Körper regelt weiterhin präzise – nur eben auf einen höheren Zielwert hin. Von der Hyperthermie unterscheidet sich Fieber gerade dadurch: Bei der Hyperthermie bleibt der Sollwert unverändert, der Körper schafft es aber nicht, die Wärme abzugeben, etwa bei einem Hitzschlag.

Der Sollwert wird im Hypothalamus eingestellt, genauer in der präoptischen Region. Ausgelöst wird seine Verstellung durch Pyrogene. Man unterscheidet exogene von endogenen Pyrogenen. Exogene Pyrogene stammen von außen, das bekannteste ist das Lipopolysaccharid aus der Zellwand gramnegativer Bakterien. Sie wirken jedoch nicht unmittelbar auf den Hypothalamus, sondern veranlassen Makrophagen und andere Immunzellen, endogene Pyrogene freizusetzen – vor allem Interleukin-1, Interleukin-6 und den Tumornekrosefaktor. Diese Botenstoffe lösen im Bereich der Blut-Hirn-Schranke die Bildung von Prostaglandin E2 aus, und erst dieses verstellt den Sollwert.

An dieser Kette setzen die üblichen fiebersenkenden Medikamente an. Acetylsalicylsäure, Ibuprofen und Paracetamol hemmen die Cyclooxygenase und damit die Bildung von Prostaglandin E2. Der Sollwert fällt zurück, und der Körper gibt die überschüssige Wärme durch Schwitzen und Weitstellung der Hautgefäße ab. Die Medikamente greifen also nicht in die Wärmeabgabe selbst ein, sondern in die Sollwertverstellung.

Ob Fieber gesenkt werden soll, ist weniger eindeutig, als es die Verbreitung dieser Mittel vermuten lässt. Zahlreiche Untersuchungen sprechen dafür, dass eine erhöhte Körpertemperatur die Vermehrung mancher Erreger bremst und einzelne Abwehrvorgänge beschleunigt. Ein belastbarer Nachweis, dass Fiebersenkung den Krankheitsverlauf verschlechtert, steht für den Menschen allerdings aus. Unstrittig ist die Behandlung dagegen dort, wo die erhöhte Temperatur selbst gefährlich wird – bei Herzkranken etwa, deren Sauerstoffbedarf mit jedem Grad steigt.

Ein verbreiteter Irrtum betrifft die Fieberkrämpfe des Kleinkindalters. Sie treten bei etwa drei bis vier Prozent aller Kinder auf, meist zwischen dem sechsten Lebensmonat und dem fünften Lebensjahr. Entscheidend ist nach heutigem Kenntnisstand nicht die absolute Höhe der Temperatur, sondern die Geschwindigkeit ihres Anstiegs. Fiebersenkende Mittel können solche Krämpfe deshalb nicht zuverlässig verhindern.

Text 3: Der Placeboeffekt · Aufgabe 9 – 12

Als Placebo bezeichnet man eine Behandlung ohne spezifisch wirksamen Bestandteil. Dass Patientinnen und Patienten auf eine solche Behandlung dennoch messbar reagieren, war lange als Einbildung abgetan. Heute gilt der Placeboeffekt als eigenständiger, neurobiologisch beschreibbarer Vorgang – allerdings als einer mit engen Grenzen.

Am besten belegt ist er bei der Schmerzverarbeitung. Erwartet ein Mensch Linderung, schüttet sein Körper vermehrt körpereigene Opioide aus; blockiert man deren Rezeptoren mit Naloxon, verschwindet ein großer Teil der Placebowirkung. Dieser Befund gilt als der stärkste Hinweis darauf, dass es sich nicht um eine bloße Änderung der Auskunft handelt, sondern um einen körperlichen Vorgang. Bei der Parkinson-Krankheit ließ sich zudem eine vermehrte Dopaminfreisetzung im Striatum nachweisen.

Zwei Mechanismen werden unterschieden. Der eine ist die Erwartung: Wer eine Wirkung für wahrscheinlich hält, erlebt sie eher. Der andere ist die Konditionierung, also das Lernen aus vorangegangenen Behandlungen. Beide lassen sich trennen, wirken im Alltag aber meist zusammen. Auch Äußerlichkeiten spielen eine Rolle: Gespritzte Placebos wirken im Mittel stärker als Tabletten, größere Tabletten stärker als kleine, und die Farbe beeinflusst die Richtung der erwarteten Wirkung.

Entscheidend für das Verständnis ist, was der Placeboeffekt nicht kann. Er verändert das Erleben von Beschwerden, nicht den zugrunde liegenden Krankheitsprozess. Ein Placebo kann Schmerz, Übelkeit oder Schlaflosigkeit lindern; einen Tumor verkleinert es nicht, und die Lungenfunktion eines Asthmatikers verbessert es nachweislich nicht, auch wenn die Betroffenen ihre Atemnot als gebessert schildern. Genau diese Lücke zwischen berichtetem Befinden und gemessenem Befund ist eines der aufschlussreichsten Ergebnisse der Placeboforschung.

Sein Gegenstück ist der Noceboeffekt: Wer Nebenwirkungen erwartet, erlebt sie häufiger. In Arzneimittelstudien brechen regelmäßig Teilnehmende der Placebogruppe die Behandlung wegen Nebenwirkungen ab. Praktisch bedeutsam ist das bei der Aufklärung – eine sachliche, aber nicht angstbesetzte Formulierung senkt die Zahl der berichteten Beschwerden, ohne den Patienten Information vorzuenthalten.

Ethisch ist die gezielte Gabe eines Scheinmedikaments ohne Wissen der Behandelten heute weitgehend abgelehnt. Interessant ist deshalb ein Befund, der dieser Ablehnung die Schärfe nimmt: In mehreren Untersuchungen wirkten Placebos auch dann, wenn die Teilnehmenden ausdrücklich darüber aufgeklärt worden waren, ein Scheinmedikament zu erhalten. Man spricht von offenen Placebos. Die Effekte fielen dabei kleiner aus als bei verdeckter Gabe, blieben aber messbar.

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