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MedAT-Vorbereitung 2027

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Lektion 13, Thema 19
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Evolution

Deniz Tafrali 6. August 2026
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Entstehung des Lebens

Chemische Evolution (+ Versuch von Miller)

2014
Welche Aussage zu Millers Experiment ist richtig?
A) Organische Stoffe wurden aus anorganischen Stoffen hergestellt
B) Organische Stoffe können nur aus organischen Stoffen hergestellt werden
C) Es wurde die DNA-Doppelhelix nachgewiesen
D) Es wurden lebende Zellen synthetisiert
E) Es wurde bewiesen, dass Leben nur außerirdisch entstehen kann
Lösung: A) Organische Stoffe wurden aus anorganischen Stoffen hergestellt

2014
War in der Uratmosphäre der Erde freier Sauerstoff in nennenswerter Menge vorhanden?
A) Nein, die Uratmosphäre war weitgehend sauerstofffrei
B) Ja, der Sauerstoffgehalt war identisch mit dem heutigen
C) Ja, der Sauerstoffgehalt war höher als heute
D) Nein, es gab überhaupt keine Gase in der Uratmosphäre
E) Ja, aber nur in Form von Ozon
Lösung: A) Nein, die Uratmosphäre war weitgehend sauerstofffrei

2015
Was konnte Miller durch sein Experiment nachweisen?
A) Entstehung organischer Moleküle aus anorganischen Ausgangsstoffen
B) Entstehung von CH₄ als Endprodukt ohne weitere Reaktion
C) Nachweis von DNA in der Ursuppe
D) Nachweis lebender Zellen
E) Nachweis von Sauerstoff in der Uratmosphäre
Lösung: A) Entstehung organischer Moleküle aus anorganischen Ausgangsstoffen

2018
Was zeigte das Miller-Urey-Experiment?
A) Aus anorganischen Ausgangsstoffen entstanden durch abiotische Synthese organische Moleküle
B) Es wurden lebende Zellen synthetisiert
C) Es wurde bewiesen, dass Leben nur aus organischen Stoffen entstehen kann
D) Es wurde DNA nachgewiesen
E) Es wurde Sauerstoff nachgewiesen
Lösung: A) Aus anorganischen Ausgangsstoffen entstanden durch abiotische Synthese organische Moleküle

2020
Was wurde durch das Miller-Urey-Experiment nachgewiesen?
A) Abiotische Synthese von organischen Molekülen
B) Entstehung größerer organischer Moleküle aus kleineren
C) Synthese von biotischen Materialien von Organismen
D) Synthese von abiotischen Materialien von Organismen
E) Entstehung lebender Zellen aus anorganischen Stoffen
Lösung: A) Abiotische Synthese von organischen Molekülen

2022
Was wurde durch das Miller-Urey-Experiment gezeigt?
A) Organische Moleküle konnten im Labor mittels abiotischer Synthese simuliert werden (Millersche Apparatur)
B) Organische Moleküle entstanden nur aus einfachen Mikroorganismen
C) Miller konnte im Experiment lebende Zellen synthetisieren
D) Das Experiment widerlegte die Theorie der abiotischen Synthese
E) Miller wies die Entstehung von DNA aus anorganischen Stoffen nach
Lösung: A) Organische Moleküle konnten im Labor mittels abiotischer Synthese simuliert werden (Millersche Apparatur)

2026
Was beschreibt das Miller-Experiment?
A) Abiotische Synthese von kleinen Mengen organischer Moleküle in der Uratmosphäre
B) Die Entstehung einfacher Lebensformen aus organischen Molekülen
C) Der direkte Nachweis der Entstehung einer lebenden Zelle im Labor
D) Die Entdeckung der DNA-Doppelhelix
E) Die Entstehung der ersten Protobionten im Labor
Lösung: A) Abiotische Synthese von kleinen Mengen organischer Moleküle in der Uratmosphäre

Die Chemie unterscheidet grundsätzlich zwischen anorganischen und organischen Stoffen, wobei organische Verbindungen auf einem Grundgerüst aus Kohlenstoff beruhen. Bis ins 19. Jahrhundert glaubte man, dass Organik und Anorganik strikt getrennte Bereiche seien – bis der Chemiker Friedrich Wöhler 1828 erstmals die organische Substanz Harnstoff aus dem anorganischen Ammoniumcyanat herstellte. Damit war belegt, dass organische Stoffe auch aus anorganischem Material entstehen können. Nach heutigem Forschungsstand geht man davon aus, dass die ersten Lebensformen tatsächlich aus chemischen Reaktionen mit unbelebter, anorganischer Materie entstanden sind.

Diesen Vorgang bezeichnet man als chemische Evolution: die Bildung biologischer Moleküle und ihrer Vorläufer aus anorganischen Substanzen – die Grundvoraussetzung für die Entstehung und Entwicklung des Lebens. Der Biochemiker Aleksandr Oparin 1924 und der Biologe John Haldane 1929 äußerten unabhängig voneinander die Hypothese, dass in der Uratmosphäre der Urerde durch chemische Reaktionen organische Verbindungen entstanden sein könnten. Diese Uratmosphäre bestand hauptsächlich aus Wasserdampf (H₂O), Kohlenstoffdioxid (CO₂), Ammoniak (NH₃), Spuren von Schwefelwasserstoff (H₂S), Kohlenstoffmonoxid (CO), Methan (CH₄), Stickstoff (N₂), Wasserstoff (H₂) und Edelgasen – entscheidend war das vollständige Fehlen von freiem Sauerstoff. Als Energiequellen für die Reaktionen dienten radioaktive und UV-Strahlung, Vulkanismus sowie Blitze aus heftigen Gewittern. Man nimmt an, dass sich die ersten einfachen Lebensformen in der sogenannten Ursuppe der damaligen Ozeane gebildet haben.

Chemische Evolution: von anorganischen Molekuelen zu Biomolekuelen
Chemische Evolution: von anorganischen Molekuelen zu Biomolekuelen. Energie lieferten UV- und radioaktive Strahlung, Vulkanismus und Blitze. Wöhler zeigte 1828 mit der Harnstoffsynthese, dass organische Stoffe auch ohne Lebewesen entstehen können. LUCA = Last Universal Common Ancestor, die letzte gemeinsame Stammform aller heutigen Lebewesen.

Um diese Hypothese experimentell zu prüfen, simulierten die Chemiker Stanley Miller und Harold Urey die Bedingungen der Uratmosphäre in einem Glaskolben: Acht Tage lang leiteten sie kontinuierlich ein Gasgemisch aus Methan, Wasserstoff, Ammoniak und großen Mengen Wasserdampf ein, während elektrische Entladungen (als Analogon zu Blitzen) im Inneren des Kolbens stattfanden – strikt unter Ausschluss von Sauerstoff. Die kondensierte Flüssigkeit wurde nach den acht Tagen mittels Gaschromatographie untersucht: Sie enthielt organische Stoffe wie Harnstoff, Milchsäure und sogar Aminosäuren. Damit hatten Miller und Urey erstmals im Labor gezeigt, dass aus rein anorganischen Ausgangsstoffen durch abiotische Synthese organische Moleküle entstehen können.

Miller-Urey-Experiment: Aufbau und Ergebnis
Miller-Urey-Experiment: Aufbau und Ergebnis. Heute nimmt man an, dass die Uratmosphäre weniger reduzierend war; der Versuch gelingt trotzdem.

Biogenese und Protobionten

2014
Was versteht man unter einem Protobionten im Rahmen der Entstehung des Lebens?
A) Eine abgegrenzte, membranähnlich umhüllte Ansammlung organischer Moleküle als Vorläufer der ersten Zellen
B) Die erste vollständig ausdifferenzierte eukaryontische Zelle
C) Ein Virus als Vorläufer aller Lebewesen
D) Ein fossiler Vorfahre des Menschen
E) Ein anorganisches Mineral, das Leben katalysiert
Lösung: A) Eine abgegrenzte, membranähnlich umhüllte Ansammlung organischer Moleküle als Vorläufer der ersten Zellen

Die RNA-Welt-Hypothese besagt, dass unserem heutigen, DNA-basierten Leben eine Welt vorausging, in der Ribonukleinsäuren (RNA) sowohl zur Informationsspeicherung als auch zur Katalyse chemischer Reaktionen dienten. Prominentestes heutiges Indiz für diese Hypothese sind die Ribosomen: Sie bestehen aus rRNA und Proteinen, wobei die Peptidbindung von der rRNA selbst geknüpft wird und nicht von den Proteinen – solche RNA-basierten Katalysatoren nennt man Ribozyme. Im Laufe der Evolution wurde die RNA als Informationsspeicher zunehmend durch die chemisch stabilere DNA und als Reaktionskatalysator durch die biochemisch anpassungsfähigeren Proteine ersetzt.

Dass “alles Lebendige nur aus Lebendigem” entstehen kann, ist ein Grundsatz, den Louis Pasteur 1861 mit seinen Gärungsstudien gegenüber der bis dahin verbreiteten Vorstellung der Spontanerzeugung (Abiogenese) durchsetzte. Dieser Grundsatz – Biogenese, also das Entstehen neuer Organismen aus bereits bestehenden Lebensformen – widerspricht der chemischen Evolution nicht wirklich: Während Biogenese sich auf die (im Vergleich kurzen) Zeiträume bezieht, in denen wir heute Fortpflanzung beobachten, brauchte die chemische Evolution Millionen von Jahren, um aus unbelebter Materie erste Lebensformen hervorzubringen.

Als Protobionten bezeichnet man Vorläufer der Prokaryoten: Ansammlungen organischer Moleküle und Biomoleküle, die von einer Lipidmembran umschlossen sind. Diese Membran verschafft der Vorläuferzelle einen abgeschlossenen Reaktionsraum – da für chemische Reaktionen eine gewisse räumliche Nähe der Substrate essenziell ist, begünstigt dieser Raum die Bildung eines Stoffwechsels, einer der Grundeigenschaften des Lebens. Protobionten bilden das Verbindungsstück zwischen den losen organischen Stoffen der Ursuppe und den ersten prokaryotischen Zellen; zeitlich lassen sie sich während bzw. nach der RNA-Welt einordnen. Aus ihnen entstanden die ersten Prokaryoten, und aus diesen ging im Lauf der Evolution LUCA (Last Universal Common Ancestor) entwickelte – jene gemeinsame Stammform, von der alle heute lebenden Organismen abstammen.

Endosymbiontentheorie

2014
Welche Aussage zur Endosymbiontentheorie stimmt?
A) Mitochondrien und Plastiden teilen sich nur aus Ihresgleichen
B) Mitochondrien können unabhängig von der Zelle überleben
C) Mitochondrien besitzen keine eigene DNA
D) Mitochondrien entstehen durch Neubildung aus dem endoplasmatischen Retikulum
E) Plastiden besitzen keine eigenen Ribosomen
Lösung: A) Mitochondrien und Plastiden teilen sich nur aus Ihresgleichen

2016
Was besagt die Endosymbiontentheorie?
A) Mitochondrien können sich nur durch Teilung ihresgleichen vermehren
B) Mitochondrien können unabhängig vom Kerngenom vollständig autonom überleben
C) Mitochondrien besitzen eine strangförmige, wie Chromosomen angeordnete DNA
D) Mitochondrien entstehen neu aus dem endoplasmatischen Retikulum
E) Mitochondrien besitzen keine eigenen Ribosomen
Lösung: A) Mitochondrien können sich nur durch Teilung ihresgleichen vermehren

2018
Welche Aussage zur Endosymbiontentheorie ist falsch?
A) Chloroplasten können außerhalb der Pflanzenzelle eigenständig überleben und sich teilen
B) Mitochondrien besitzen eine Doppelmembran
C) Mitochondrien besitzen eigene Ribosomen, die sich von denen der übrigen Zelle unterscheiden
D) Mitochondrien und Chloroplasten stammen von endosymbiotischen Bakterien ab
E) Mitochondrien besitzen eigene, ringförmige DNA
Lösung: A) Chloroplasten können außerhalb der Pflanzenzelle eigenständig überleben und sich teilen

Die Endosymbiontentheorie erklärt, wie Eukaryoten aus prokaryotischen Vorläuferzellen entstanden sein könnten. Vor der Entstehung der Eukaryoten gab es mindestens zwei Ernährungstypen unter den prokaryotischen Zellen: chemotrophe (Energiegewinnung durch chemische Reaktionen) und phototrophe (Energiegewinnung aus Licht). Diese kleineren prokaryotischen Zellen wurden von größeren prokaryotischen Zellen – wahrscheinlich Archaeen – mittels Phagozytose aufgenommen, jedoch nicht verdaut oder lysiert, sondern verblieben funktionsfähig im Inneren der Wirtszelle. Diesen wechselseitigen Nutzen im Inneren der Wirtszelle bezeichnet man als Endosymbiose; den resultierenden Komplex als eukaryotische Vorläuferzelle. Im Laufe der Zeit entwickelten sich die phagozytierten Zellen zu den heutigen Zellorganellen Mitochondrium (tierische Zellen) bzw. Plastid (Pflanzenzellen).

Endosymbiontentheorie: Aufnahme von Prokaryoten als Mitochondrien und Plastiden
Endosymbiontentheorie: Aufnahme von Prokaryoten als Mitochondrien und Plastiden. Die Belege: eigene ringförmige DNA, eigene Ribosomen vom Bakterientyp, Teilung durch Abschnürung, doppelte Membran. Die äußere Membran stammt von der Wirtszelle, die innere vom aufgenommenen Bakterium.

Mehrere zellbiologische Tatsachen gelten als Indizien für diese Theorie: Mitochondrien und Plastide besitzen eine eigene, ringförmige DNA, die der DNA von Bakterien sehr ähnlich ist, sowie eigenständige, histonähnliche DNA-Proteine (HLPs). Mitochondrien sind mit einer Doppelmembran ausgestattet – die äußere Membran entstand durch die Umhüllung bei der Phagozytose, die innere entspricht der ursprünglichen Prokaryotenmembran. Zudem findet die Reproduktion von Mitochondrien und Plastiden losgelöst von der Zellteilung der Wirtszelle statt – sie teilen sich autonom und ausschließlich aus ihresgleichen. Das Genom der Plastiden weist auf eine Abstammung von Cyanobakterien hin, während Mitochondrien wahrscheinlich von aeroben Proteobakterien abstammen. Wichtig: Auch heutige Pflanzenzellen besitzen sowohl Mitochondrien als auch Plastide.

Belege fuer die Endosymbiontentheorie
Belege fuer die Endosymbiontentheorie. Mitochondrien aus aeroben Bakterien · Plastiden aus photosynthetischen Vorläufern. Aus dieser inneren Arbeitsteilung wurde später die Grundlage für Vielzelligkeit und große Organismen.

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  2. Phylogenetik
  3. Evolutionstheorie