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Österreich: Wenn es nicht sofort klappt

Dass es beim ersten Mal nicht klappt, ist in Österreich der Normalfall, nicht die Ausnahme. Auf einen Platz in Humanmedizin kamen zuletzt zwischen sieben und elf Bewerber. Die gute Nachricht: Der MedAT ist ein reines Ranglistenverfahren, und Ranglisten sind berechenbar. Die schlechte: Deutschlands Notausgänge gibt es hier nicht. Kein Losverfahren, keine Teilstudienplätze, keine Studienplatzklage. Dafür zwei andere Wege.

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Nachrücken — der einzige zweite Weg im selben Jahr

Nicht jeder, der einen Platz angeboten bekommt, nimmt ihn an. Wer absagt oder die Annahmefrist verstreichen lässt, gibt seinen Platz frei, der dann an die nächste Person auf der Rangliste im selben Kontingent geht. Die Medizinischen Universitäten wiederholen das in mehreren Runden, bis alle Plätze besetzt sind. Bis Ende September sind die Plätze in der Regel endgültig vergeben.

Du musst dafür nichts beantragen. Halte einfach dein Postfach im Auge und reagiere sofort, wenn eine Nachricht kommt, denn auch hier gilt eine Frist.

Zwischenstände zum Nachrückverfahren werden bewusst nicht veröffentlicht, und Nachfragen bringen dich nicht weiter. Realistisch nachrücken kann nur, wer unmittelbar hinter der Zulassungsgrenze liegt. Wer 200 Plätze dahinter steht, wartet umsonst: Plane parallel für den nächsten Anlauf.

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Beim zweiten Anlauf entscheidet die Vorbereitung
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Der nächste Anlauf: beliebig oft

Der MedAT lässt sich unbegrenzt oft wiederholen. Es gibt keine Sperre, keinen Malus für Wiederholer und keinen Bonus für Wartezeit. Du meldest dich im nächsten Jahr neu an, zahlst die Gebühr erneut und schreibst den Test neu.

Dein Ergebnis nimmst du nicht mit: „Das Testergebnis bzw. ein Studienplatzangebot gilt ausschließlich für jenes Studienjahr, für das Sie sich angemeldet haben.“ Jeder Anlauf beginnt bei null. Das ist der große Unterschied zur Schweiz, wo du dein EMS-Ergebnis ins Folgejahr übertragen kannst.

Der stärkste Hebel für den zweiten Anlauf ist nicht mehr Lernzeit, sondern die Standortwahl. Die Bewerberzahl je Platz unterscheidet sich deutlich: Wien 10,5 · Innsbruck 8,2 · Graz 7,0 · Linz 6,9. Mit demselben Ergebnis reicht es in Linz eher als in Wien. Du meldest dich ohnehin für genau einen Standort an, weshalb diese Entscheidung bares Geld wert ist.

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Ausweichen: Zahnmedizin und Privatuniversitäten

Der MedAT-Z für Zahnmedizin ist ein eigener Test mit eigener Rangliste und eigenen Kontingenten. Wer handwerklich geschickt ist, findet dort ein anderes Bewerberfeld vor: Es ist kein leichterer Weg, aber ein anderer.

Daneben gibt es in Österreich mehrere Privatuniversitäten mit eigenen Auswahlverfahren, unabhängig vom MedAT: Sigmund Freud Privatuniversität Wien, Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg, Karl Landsteiner Privatuniversität und Danube Private University in Krems. Sie kosten Studiengebühren, wählen aber nach eigenen Kriterien aus.

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Das Jahr sinnvoll nutzen

Ein Jahr ist lang genug, um deine Bewerbung im nächsten Anlauf spürbar zu verbessern, und kurz genug, dass es sich nicht wie Stillstand anfühlen muss. Was sich lohnt:

Ein Pflegepraktikum oder Rettungsdienst. Beides zeigt dir ehrlich, ob der Beruf zu dir passt, und gibt dir im Studium einen Vorsprung, den kein Lernbuch ersetzt. Eine medizinnahe Ausbildung trägt dich finanziell und ist kein verlorenes Jahr, falls du dich umentscheidest. Ein Auslandsjahr verbessert deine Sprachkenntnisse und öffnet die Tür zu einem Studium in Ungarn, Tschechien oder Kroatien, das du danach ohnehin geprüft haben solltest.

In Österreich gibt es kein Losverfahren und keine Studienplatzklage. Im selben Jahr hilft nur das Nachrückverfahren, und das erreicht nur die Plätze direkt hinter der Grenze. Für den nächsten Anlauf zählen zwei Dinge: Der MedAT ist beliebig oft wiederholbar, aber dein Ergebnis verfällt jedes Jahr, und die Standortwahl bewegt mehr als die letzten zehn Lernstunden.