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EMS-Vorbereitung 2027

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  1. EMS: Diagnostik – deine persönliche Lernsituation
  2. Komplette Testsimulation zur Einstufung
  3. Personalisierter Lernplan
  4. Heutige To-Do-Liste
  5. Ergebnisse abgeschlossener Testsimulationen
  6. Dein Vorbereitungsstand im Verlauf
  7. Kopfrechen-Trainer
  8. Grundlagen und Verfahren

    Numerus clausus und EMS
    5 Themen
  9. Anmeldung, Fristen und Formalitäten
    7 Themen
  10. Aufbau, Bewertung und Studienplatzvergabe
    5 Themen
  11. Das Lernsystem
    5 Themen
  12. Die neun Aufgabengruppen
    Muster zuordnen
    118 Tests
  13. Medizinisch-naturwissenschaftliches Grundverständnis
    25 Tests
  14. Objekte im Raum
    1 Thema
    |
    111 Tests
  15. Quantitative und formale Probleme
    25 Tests
  16. Figuren lernen
    25 Tests
  17. Fakten lernen
    25 Tests
  18. Textverständnis
    25 Tests
  19. Diagramme und Tabellen
    25 Tests
  20. Konzentriertes und sorgfältiges Arbeiten
Test 345 von 379

Textverständnis · Testteil 16

Deniz Tafrali 31. August 2026

Die 4 Texte zu diesem Testteil findest du oben im Reiter „Materialien“. Dort kannst du sie lesen oder als PDF herunterladen und ausdrucken — das PDF trägt einen QR-Code, der dich zurück hierher bringt.

Es sind 4 Texte von je etwa einer Seite:

  1. Text 1: Die Schranke zwischen Blut und Gehirn
  2. Text 2: Wie Insekten Krankheiten übertragen
  3. Text 3: Der Weg des Cholesterins
  4. Text 4: Warum die Zelle Energie in kleinen Schritten gewinnt

Halte sie während der Bearbeitung offen. Die Aufgaben kommen in der Reihenfolge der Texte. Gefragt ist jedes Mal, ob sich eine Aussage aus dem jeweiligen Text ableiten lässt; Fachwissen brauchst du dafür nicht.

18 Aufgaben, fünf Antwortmöglichkeiten, genau eine ist richtig. Im EMS sind für diese Aufgabengruppe 45 Minuten vorgesehen.

Die vier Texte zu diesem Testteil. Halte sie während der Bearbeitung offen; die Aufgaben kommen in der Reihenfolge der Texte.

Text 1: Wie Insekten Krankheiten übertragen

Wenn ein Insekt eine Krankheit weitergibt, sind zwei grundlegend verschiedene Wege zu unterscheiden. Beim ersten dient das Tier lediglich als Transportmittel: Der Erreger haftet aussen an und wird auf Nahrung oder Wunden abgestreift. Beim zweiten nimmt das Insekt den Erreger mit dem Blut auf, dieser vermehrt sich in seinem Körper oder durchläuft dort einen Entwicklungsschritt, und erst danach kann er weitergegeben werden. Nur im zweiten Fall ist das Insekt für den Erreger unentbehrlich.

Dieser Unterschied hat erhebliche Folgen. Im zweiten Fall vergeht zwischen der Aufnahme und der Ansteckungsfähigkeit eine Zeit, die für die Ausbreitung entscheidend ist. Sie beträgt je nach Erreger und Temperatur etwa eine bis drei Wochen. Lebt das Insekt kürzer als diese Zeit, so gibt es den Erreger nie weiter. Daraus folgt, dass die Lebensdauer der Insekten für die Ausbreitung wichtiger sein kann als ihre Zahl — eine grosse Zahl kurzlebiger Tiere überträgt weniger als eine kleinere Zahl langlebiger.

Die Temperatur wirkt dabei auf zweifache Weise ein. Sie beschleunigt die Entwicklung des Erregers im Insekt, verkürzt also die Wartezeit. Zugleich beschleunigt sie die Entwicklung des Insekts selbst und verkürzt dessen Lebensdauer. Beide Wirkungen laufen gegeneinander, und welche überwiegt, hängt vom Bereich ab. In gemässigten Temperaturen überwiegt meist die erste, in sehr hohen die zweite — weshalb die Übertragung nicht einfach mit der Temperatur zunimmt, sondern bei einer mittleren Temperatur am stärksten ist.

Für die Bekämpfung ergeben sich daraus mehrere Ansätze, die unterschiedlich wirksam sind. Mittel, die Insekten sofort abtöten, senken deren Zahl; die Tiere, die sie nicht erreichen, leben jedoch unverändert lang weiter. Mittel dagegen, die auch bei den Überlebenden die Lebensdauer verkürzen, greifen an der empfindlicheren Stelle an: Sie sorgen dafür, dass die Tiere die Wartezeit nicht mehr überleben. Einen dritten Ansatz bietet die Beseitigung der Brutplätze, weil sie an der Entstehung ansetzt und nicht am fertigen Tier.

Schliesslich ist der Mensch nicht immer das eigentliche Ziel. Manche Erreger haben ihren dauerhaften Aufenthalt in Wildtieren und erreichen den Menschen nur gelegentlich. Solche Krankheiten lassen sich durch Massnahmen beim Menschen allein nicht beseitigen, denn der Vorrat besteht unabhängig von ihm fort. Andere Erreger dagegen kommen nur im Menschen vor; bei ihnen kann eine ausreichend gründliche Bekämpfung tatsächlich zum vollständigen Verschwinden führen.

Text 2: Der Weg des Cholesterins

Cholesterin ist kein Fremdstoff, sondern ein notwendiger Baustein. Es steckt in jeder Zellhülle und dient als Ausgangsstoff für mehrere Hormone sowie für die Gallensalze. Der Körper stellt es überwiegend selbst her, und zwar in der Leber; nur ein kleinerer Teil stammt aus der Nahrung. Wird mit der Nahrung mehr aufgenommen, so drosselt die Leber ihre eigene Herstellung — allerdings nicht bei jedem Menschen gleich gut, was erklärt, warum dieselbe Ernährung bei verschiedenen Menschen verschieden wirkt.

Weil Cholesterin in Wasser nicht löslich ist, wird es im Blut in Hüllen aus Eiweiss transportiert. Diese Transportformen unterscheiden sich in ihrer Richtung. Die eine bringt Cholesterin von der Leber zu den Geweben; bleibt davon zu viel im Blut, so lagert es sich in die Gefässwände ein. Die andere sammelt überschüssiges Cholesterin aus den Geweben ein und führt es zur Leber zurück. Aus dieser Gegenläufigkeit erklärt sich, warum ein einzelner Gesamtwert wenig aussagt: Zwei Menschen mit demselben Gesamtwert können sehr verschiedene Verhältnisse aufweisen.

Die Einlagerung in die Gefässwand ist kein blosses Ablagern. Sie beginnt damit, dass Transportteilchen in die Wand eindringen und dort verändert werden; Abwehrzellen nehmen sie auf und bleiben stecken. Es entsteht ein Herd, der von einer Kappe aus Bindegewebe überzogen wird. Entscheidend für die Gefahr ist nicht die Grösse dieses Herdes, sondern die Festigkeit seiner Kappe: Ein kleiner Herd mit dünner Kappe ist gefährlicher als ein grosser mit fester.

Genau das erklärt eine zunächst überraschende Beobachtung. Reisst die Kappe ein, so kommt das Innere mit dem Blut in Berührung, und es bildet sich rasch ein Gerinnsel, das das Gefäss verschliessen kann. Weil kleine Herde das Gefäss kaum einengen, verursachen sie zuvor keine Beschwerden — der Verschluss trifft den Betreffenden daher ohne Vorwarnung. Grosse, aber feste Herde dagegen engen ein und machen sich bei Belastung bemerkbar, ohne ebenso häufig zu reissen.

Die Leber gibt Cholesterin über die Galle in den Darm ab, holt es dort aber zum grössten Teil wieder zurück. Wird diese Rückholung unterbrochen, so muss die Leber Nachschub aus dem Blut beziehen, und der Wert im Blut sinkt. Auf diesem Umweg wirken bestimmte Mittel und auch bestimmte Ballaststoffe — nicht dadurch, dass sie die Aufnahme aus der Nahrung verringern, sondern dadurch, dass sie einen Kreislauf unterbrechen, der ohne sie geschlossen wäre.

Text 3: Warum die Zelle Energie in kleinen Schritten gewinnt

Verbrennt man Zucker im Feuer, so wird dieselbe Energie frei wie bei seiner Umsetzung in der Zelle. Der Unterschied liegt allein darin, wie sie freigesetzt wird: im Feuer auf einmal und als Wärme, in der Zelle in vielen kleinen Schritten. Nur die zweite Form lässt sich nutzen, denn Wärme, die auf einmal entsteht, liesse sich in der Zelle weder speichern noch für Arbeit einsetzen — und würde die Zelle zerstören.

Die Schritte sind so angeordnet, dass bei jedem nur ein kleiner Teil der Energie frei wird. Ein Teil davon wird in einen Überträgerstoff eingelagert, der als allgemeine Währung der Zelle dient; der Rest entweicht als Wärme. Der Wirkungsgrad liegt damit weit unter hundert Hundertsteln, aber deutlich über dem, was ein einziger grosser Schritt liefern könnte.

Die Umsetzung verläuft in drei Abschnitten. Der erste findet ausserhalb der Kraftwerke der Zelle statt, kommt ohne Sauerstoff aus und liefert nur wenig. Der zweite und dritte laufen in den Kraftwerken ab und benötigen Sauerstoff; sie liefern den weitaus grössten Teil. Der dritte Abschnitt ist dabei besonders bemerkenswert, weil in ihm keine chemische Umsetzung des Zuckers mehr stattfindet: Es werden lediglich Elektronen über eine Kette von Trägern weitergereicht und dabei Wasserstoffteilchen über eine Membran gepumpt. Der so entstehende Unterschied treibt anschliessend die Herstellung des Überträgerstoffs an — ähnlich wie Wasser, das aufgestaut wird und beim Zurückströmen ein Rad treibt.

Am Ende dieser Kette steht der Sauerstoff. Er nimmt die Elektronen auf und wird dabei zu Wasser. Seine Rolle ist damit nicht die eines Brennstoffs, sondern die eines Abnehmers: Ohne ihn staut sich die Kette, die Träger bleiben besetzt, und das Pumpen kommt zum Erliegen. Deshalb bricht bei Sauerstoffmangel nicht nur der letzte Abschnitt zusammen, sondern auch der zweite — und die Zelle ist auf den ersten Abschnitt zurückgeworfen, der nur wenig liefert.

Daraus erklärt sich, warum Sauerstoffmangel so rasch schadet und warum verschiedene Gewebe ihn unterschiedlich lange ertragen. Gewebe mit grossen eigenen Vorräten und niedrigem Verbrauch überstehen längere Zeit; Gewebe mit hohem Verbrauch und geringem Vorrat, allen voran die Nervenzellen des Gehirns, nur wenige Minuten. Der Unterschied liegt nicht in der Art der Umsetzung, die überall dieselbe ist, sondern allein im Verhältnis von Bedarf und Rücklage.

Text 4: Wie sich eine Infektion in einer Bevölkerung ausbreitet

Ob sich eine übertragbare Krankheit ausbreitet, hängt von einer einzigen Verhältniszahl ab: davon, wie viele Menschen ein Erkrankter im Durchschnitt ansteckt. Liegt diese Zahl über eins, so wächst die Zahl der Fälle; liegt sie darunter, so geht sie zurück. Bei genau eins bleibt sie gleich. Weil jeder Erkrankte wiederum mehrere ansteckt, wächst die Zahl bei einem Wert über eins nicht gleichmässig, sondern immer schneller — anfangs kaum merklich, später sprunghaft.

Diese Verhältniszahl ist keine feste Eigenschaft des Erregers. Sie setzt sich aus mehreren Grössen zusammen: aus der Häufigkeit der Begegnungen, aus der Wahrscheinlichkeit einer Übertragung bei einer Begegnung und aus der Dauer, für die ein Erkrankter ansteckend ist. Jede dieser Grössen lässt sich beeinflussen, und jede Verringerung wirkt sich auf das Ganze aus. Weil die Grössen miteinander malgenommen werden, genügen mehrere kleine Verringerungen, um gemeinsam unter eins zu kommen — eine einzelne Massnahme muss also nicht für sich allein ausreichen.

Mit der Zeit sinkt die Zahl der Ansteckbaren, weil Genesene und Geimpfte nicht mehr in Betracht kommen. Dadurch fällt die tatsächliche Verhältniszahl auch ohne jede Massnahme. Ist ein ausreichender Anteil nicht mehr ansteckbar, so erlischt die Ausbreitung, obwohl noch viele Ansteckbare vorhanden sind — es genügt, dass ein Erkrankter im Durchschnitt weniger als einen weiteren ansteckt. Dieser Schwelleneffekt schützt auch jene, die selbst nicht geschützt sind, und ist der Grund dafür, dass ein Schutz nicht bei jedem einzelnen wirken muss, um eine Ausbreitung zu beenden.

Eine zweite Grösse ist für die Praxis oft wichtiger als die erste: die Zeit zwischen der Ansteckung einer Person und der Ansteckung der nächsten durch sie. Ist diese Zeit kurz, so verdoppeln sich die Fälle rasch, auch wenn die Verhältniszahl nur wenig über eins liegt. Ist sie lang, so bleibt Zeit zu handeln, selbst wenn die Zahl hoch ist. Zwei Erreger mit derselben Verhältniszahl können deshalb völlig verschiedene Verläufe erzeugen.

Schliesslich verzerrt die Beobachtung das Bild. Gemeldet werden nur erkannte Fälle, und zwischen Ansteckung und Meldung vergeht Zeit. Wer die aktuelle Zahl der Meldungen betrachtet, sieht daher nicht den heutigen Stand, sondern einen vergangenen. Eine Massnahme, die heute greift, zeigt sich in den Zahlen erst nach Tagen — was regelmässig zu dem Fehlschluss führt, sie habe nicht gewirkt.

Alle vier Texte als PDF herunterladen – das Blatt trägt einen QR-Code, der dich zurück zu diesem Testteil bringt.

E-Learning-Kurs · EMS-Vorbereitung 2027

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