Zahlen, Chancen und Zulassungsgrenzen
Dieser Abschnitt enthält die Zahlen, nach denen du im Netz vergeblich suchst, und wir zeigen sie dir vollständig statt in Spannen. Alle stammen aus der Berichterstattung von swissuniversities und dem wissenschaftlichen Bericht des ZTD.
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1Der Trichter: von der Anmeldung bis zum Ergebnis
Zwischen dem Anmeldeschluss im Februar und dem Testtag im Juli verschwindet ein erheblicher Teil der Konkurrenz von selbst, und diese Zahl solltest du kennen, bevor du dir Sorgen über 5 000 Mitbewerber machst.
| Der Weg durch das Verfahren 2025 | ||
|---|---|---|
| Stufe | Personen | Veränderung |
| Voranmeldungen an NC-Hochschulen bis 15. Februar | 5’191 | — |
| Anmeldungen zum EMS bis Ende Mai | 3’967 | −24 % |
| Zum Test angetreten | 3’811 | −4 % |
| Gültiges Testergebnis | 3’809 | — |
| Zugelassen (alle Disziplinen) | 1’563 | 41 % |
Über ein Viertel fällt vor dem Test weg Von den 5 191 Voranmeldungen erreichten nur 3 809 ein gültiges Testergebnis. Rund 27 Prozent treten gar nicht erst an.
Deine tatsächliche Konkurrenz ist also deutlich kleiner als die Anmeldezahl, mit der öffentlich argumentiert wird.
2Die Zulassungsgrenzen der letzten elf Jahre
Zugelassen wird über den Test-Prozentrang, der angibt, wie viel Prozent aller Teilnehmer ein schlechteres oder gleich gutes Ergebnis erzielt haben. Ein Prozentrang von 66 bedeutet also, dass zwei Drittel des Feldes hinter dir liegen. Die zweite Spalte, der mittlere Rangplatz, entscheidet nur bei Gleichstand (dazu mehr in Lektion 3).
| Zulassungsgrenzen: Test-Prozentrang mindestens / mittlerer Rangplatz höchstens | |||
|---|---|---|---|
| Jahr | Humanmedizin | Veterinärmedizin | Zahnmedizin |
| 2025 | 66 / 429 | 39 / 531 | 45 / 523 |
| 2024 | 65 / 424 | 41 / 558 | 39 / 568 |
| 2023 | 66 / 425 | 46 / 536 | 33 / 606 |
| 2022 | 68 / 411 | 46 / 481 | 29 / 644 |
| 2021 | 70 / 386 | 51 / 490 | 35 / 591 |
| 2020 | 68 / 376 | 55 / 505 | 37 / 597 |
| 2019 | 67 / 414 | 48 / 497 | 39 / 592 |
| 2018 | 66 / 372 | 58 / 487 | 37 / 568 |
| 2017 | 70 / 386 | 55 / 449 | 36 / 596 |
| 2016 | 75 / 378 | 52 / 503 | 33 / 608 |
| 2015 | 73 / 399 | 51 / 483 | 32 / 568 |
Aus dieser Tabelle lassen sich zwei Entwicklungen ablesen, die für deine Planung nützlich sind.
Die Humanmedizin ist über elf Jahre leichter geworden, von einem Prozentrang von 75 im Jahr 2016 auf 66 im Jahr 2025. Der Grund ist nicht ein einfacherer Test, sondern der Ausbau der Studienplätze bei etwa gleichbleibenden Anmeldezahlen.
Die Zahnmedizin dreht dagegen gerade, denn sie lag 2022 noch bei 29 und war damit die mit Abstand zugänglichste Disziplin, liegt 2025 aber bei 45 und ist erstmals schwerer als die Veterinärmedizin. Ursache sind fast verdoppelte Anmeldezahlen.
Prozentränge sind keine Prozentsätze richtiger Antworten Ein Test-Prozentrang von 66 heisst nicht, dass du 66 Prozent der Aufgaben lösen musst. Er heisst, dass du besser abschneiden musst als 66 Prozent der Teilnehmer.
Da im Mittel nur rund die Hälfte aller Aufgaben richtig beantwortet wird, liegt die dafür nötige Punktzahl deutlich tiefer, als die Zahl vermuten lässt.
3Was diese Zahlen für dich bedeuten – und was nicht
Eine Warnung zum Schluss, die wir ernst meinen: Die Grenzwerte vergangener Jahre sagen dir, in welcher Grössenordnung sich die Anforderung bewegt. Sie sagen dir nicht, welches Ergebnis in deinem Jahrgang reichen wird, denn der Prozentrang hängt von der Leistung genau der Personen ab, die mit dir im Raum sitzen.
Aus demselben Grund kannst du auch aus einer geübten Originalversion keine Prognose ableiten. Das ZTD sagt das selbst mit ungewöhnlicher Deutlichkeit: Man solle aus den Ergebnissen der bearbeiteten Originalversion keine Schlussfolgerungen für den Ernstfall ziehen und nur den Übungsaspekt sehen.
Numerus clausus und EMS Der Numerus clausus gilt seit 1998 und wird jedes Jahr neu und je Disziplin beschlossen, nämlich nur dann, wenn er wirklich nötig ist.
Sechs Hochschulen wählen vor dem Studium per EMS aus, dagegen selektieren Genf, Lausanne und Neuenburg erst nach dem ersten Jahr per Concours.
Die Maturität bleibt die wichtigste Voraussetzung, weshalb der EMS erst hinzutritt, wenn es mehr Geeignete als Plätze gibt.
Der Test prüft kein Fachwissen und misst keine ärztliche Eignung im menschlichen Sinn.
Erstmals möglich im Jahr der Maturitätsprüfung, bei Wiederholung zählt dagegen immer das letzte Ergebnis.
Den Studienort teilt swissuniversities zu, 2025 wurden nämlich 16 % der Zugelassenen in Humanmedizin umgeleitet.
27 Prozent der Voranmeldungen treten gar nicht erst zum Test an.
Grenzwerte 2025: Humanmedizin 66, Zahnmedizin 45, Veterinärmedizin 39.
Ein Prozentrang ist kein Prozentsatz richtiger Antworten, denn im Mittel wird nur die Hälfte der Aufgaben gelöst.
4Quellen
Sämtliche Angaben in dieser Lektion sind belegt, und die folgenden Arbeiten sind frei zugänglich.
- Zentrum für Testentwicklung und Diagnostik (2026). Test-Info 2026 – Eignungstest für das Medizinstudium in der Schweiz (EMS). Universität Freiburg, im Auftrag von swissuniversities.
- swissuniversities (2025). Anmeldung und Zulassung zum Medizinstudium – Durchführung des Selektionsverfahrens 2025. Mantelbericht zuhanden der Schweizerischen Hochschulkonferenz.
- Spicher, B. (2025). Eignungstest für das Medizinstudium (EMS) – Bericht über die Durchführung und Ergebnisse. Berichte des Zentrums für Testentwicklung, Nr. 32.
- swissuniversities (2025). Zulassungsgrenzen Medizin 2015–2025. Bern, 11.09.2025.
- Universitäre Medizin Zürich im Auftrag von swissuniversities (2026). Zulassung zum Medizinstudium und Organisation des humanmedizinischen Studiums. Bericht vom 16.06.2026.
- Hänsgen, K.-D. & Spicher, B. (2002). Numerus clausus: Finden wir mit dem «Eignungstest für das Medizinstudium» die Geeigneten? Schweizerische Ärztezeitung, 83(31), 1653–1660.