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EMS-Vorbereitung 2027

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  1. EMS: Diagnostik - deine persönliche Lernsituation
  2. Komplette Testsimulation zur Einstufung
  3. Personalisierter Lernplan
  4. Heutige To-Do-Liste
  5. Ergebnisse abgeschlossener Testsimulationen
  6. Dein Vorbereitungsstand im Verlauf
  7. Kopfrechen-Trainer
  8. Grundlagen und Verfahren
    Numerus clausus und EMS
    5 Themen
  9. Anmeldung, Fristen und Formalitäten
    7 Themen
  10. Aufbau, Bewertung und Studienplatzvergabe
    5 Themen
  11. Das Lernsystem
    5 Themen
  12. Die neun Aufgabengruppen
    Muster zuordnen
    118 Tests
  13. Medizinisch-naturwissenschaftliches Grundverständnis
    25 Tests
  14. Objekte im Raum
    1 Thema
    |
    111 Tests
  15. Quantitative und formale Probleme
    25 Tests
  16. Figuren lernen
    25 Tests
  17. Fakten lernen
    25 Tests
  18. Textverständnis
    25 Tests
  19. Diagramme und Tabellen
    25 Tests
  20. Konzentriertes und sorgfältiges Arbeiten
Lektion 19 von 20
Angefangen

Diagramme und Tabellen

Deniz Tafrali 11. August 2026

Allgemeines

Wie viele Aufgaben muss man in welcher Zeit absolvieren?

  • 18 Aufgaben in 45 Minuten
  • Pro Aufgabe 2,5 Minuten, ohne Taschenrechner und ohne Lineal

18 Aufgaben in 45 Minuten, ganz am Ende von Teil B. Du analysierst Diagramme und Tabellen und prüfst Aussagen dazu. Alle nötigen Informationen stehen in der Aufgabe – der Untertest belohnt sauberes Ablesen und bestraft Flüchtigkeit.

Diagramme und Tabellen
Stellung im TestVorletzte Aufgabengruppe, direkt nach der Reproduktionsphase der beiden Lerntests; danach folgt nur noch das Konzentrierte und sorgfältige Arbeiten
Beginn im TestablaufNach 182 Minuten reiner Bearbeitungszeit – also nach gut drei Stunden, Instruktionen und Heftwechsel nicht mitgerechnet
Anzahl Aufgaben18
Bearbeitungszeit45 Minuten
Zeit pro Aufgabe2,5 Minuten
Gewichtung18 von 162 Punkten (11 %) – wie jede andere Aufgabengruppe auch
Was wird geprüft?Ob du Informationen aus Grafiken und Tabellen korrekt entnimmst, zueinander in Beziehung setzt und daraus richtig weiterrechnest
AufgabenformatEine Grafik oder Tabelle, dazu mehrere Fragen mit je fünf Antwortoptionen (A–E), genau eine ist richtig
HilfsmittelKein Taschenrechner, kein Lineal, kein Geodreieck. Bleistift, Radiergummi, dein Kopf
FaktorSchlussfolgerndes Denken, Ladung .78 – die höchste Ladung auf diesem Faktor (ZTD 2025)
Schwierigkeit 2025Mittelwert 8,9 von 18 – die leichteste der vier Denkgruppen
Zusammenhang zum Gesamtergebnisr = .651
Engste VerwandtschaftQuantitative und formale Probleme, r = .549
Bewertung1 Punkt pro richtiger Antwort, keine Minuspunkte für falsche
GrundprinzipErst die Beschriftung lesen, dann die Zahlen ansehen

Welche Fähigkeiten werden geprüft?

  • Informationen aus Grafiken und Tabellen korrekt entnehmen
  • Werte zueinander in Beziehung setzen und daraus richtig weiterrechnen
  • Eine Darstellung als das nehmen, was sie ist – mit Achse, Einheit, Legende und Fussnote

Diese Aufgabengruppe sieht harmlos aus, und genau darin liegt ihr Problem. Eine Tabelle ablesen kann jeder, ein Balkendiagramm versteht jedes Kind, und die Rechnungen bleiben durchweg im Bereich von Prozent und Dreisatz. Trotzdem verliert hier fast jeder Punkte, und zwar nicht an der Rechnung, sondern an der Frage, worauf sich eine Zahl eigentlich bezieht.

Denn was diese Gruppe wirklich prüft, ist die Fähigkeit, eine Darstellung als das zu nehmen, was sie ist – mit ihrer Achse, ihrer Einheit, ihrer Legende und ihrer Fussnote. Dass darin mehr steckt als reine Sorgfalt, zeigt eine einzige Zahl aus der Auswertung des ZTD: Mit einer Ladung von .78 hängt keine andere Aufgabengruppe des EMS so stark am Faktor schlussfolgerndes Denken wie diese.

Das eine Prinzip Bevor du die erste Zahl ansiehst, liest du Titel, Achsen, Einheiten, Legende und Fussnoten. Immer, auch wenn es dich zwanzig Sekunden kostet.

Fünf der sechs typischen Fallen dieser Aufgabengruppe stecken nicht in den Zahlen, sondern in der Beschriftung.

Wie sehen die Aufgaben aus?

Aufgabenstellung

Du bekommst eine Darstellung – eine Tabelle, ein Balken-, Linien- oder Kreisdiagramm, gelegentlich auch zwei Darstellungen nebeneinander – und dazu mehrere Fragen. Diese sechs Aufgabentypen decken den weitaus grössten Teil ab:

  • Ablesen, also einen einzelnen Wert korrekt entnehmen
  • Vergleichen, etwa der grösste, der kleinste oder der am stärksten gewachsene Wert
  • Anteile, wobei sich fast alles um die Frage dreht, worauf sich der Prozentsatz bezieht
  • Trends, also Zu- und Abnahme über die Zeit, absolut oder relativ
  • Kombinieren, wenn die Antwort nur aus zwei Darstellungen gemeinsam folgt
  • Beurteilen, also die Frage, welche Aussage die Darstellung überhaupt hergibt

Wie in allen Aufgabengruppen sind die Aufgaben nach Schwierigkeit geordnet und beginnen mit den leichteren.

Antwortmöglichkeiten

Zu jeder Frage stehen fünf Antwortoptionen (A) bis (E), von denen genau eine richtig ist. Die falschen sind auch hier gebaut: Aus derselben Zelle einer Tabelle entstehen drei verschiedene Prozentwerte, je nachdem, ob durch die Zeilensumme, die Spaltensumme oder das Gesamttotal geteilt wird – und alle drei stehen dir zur Auswahl. Bei Fragen nach der Aussagekraft klingt jede falsche Option plausibel; sie braucht nur eine Zahl, die in der Darstellung nicht steht.

Beispiel 1 – der Bezugsgrössen-Klassiker

Sieh dir die folgende Tabelle an, und zwar zuerst nur die Beschriftung: Was wird gezählt, für welches Jahr, in welcher Einheit, und was bedeuten die Spalten?

Notfallkonsultationen 2024 nach Spital und Dringlichkeitsstufe
SpitalStufe 1–2 (dringend)Stufe 3Stufe 4–5 (nicht dringend)Total
Aarwangen4201’1802’4004’000
Buchsee6901’6101’7004’000
Churwalden2507001’5502’500
Dornach8402’2602’4005’500
Total2’2005’7508’05016’000

Frage 1 In welchem Spital ist der Anteil der nicht dringenden Konsultationen an allen Konsultationen dieses Spitals am höchsten?

(A) Aarwangen (B) Buchsee (C) Churwalden (D) Dornach (E) Aarwangen und Dornach gleichauf

Gefragt ist ein Anteil innerhalb des jeweiligen Spitals, also die Zeilensumme als Bezugsgrösse. Aarwangen kommt auf 2’400 von 4’000 und damit auf 60 Prozent, Buchsee auf 1’700 von 4’000 und damit auf 42,5 Prozent, Churwalden auf 1’550 von 2’500 und damit auf 62 Prozent, Dornach schliesslich auf 2’400 von 5’500 und damit auf rund 44 Prozent. Richtig ist also (C).

Interessant sind wieder die falschen Optionen. Aarwangen und Dornach haben mit je 2’400 die höchste absolute Zahl, weshalb (E) all jene einsammelt, die absolut mit relativ verwechseln. Dornach hat ausserdem insgesamt die meisten Konsultationen, was (D) attraktiv macht. Und Churwalden, die richtige Antwort, ist das kleinste Spital der Tabelle – ausgerechnet die Zeile, die man beim Überfliegen am ehesten übergeht.

Frage 2 zur selben Tabelle Wie viel Prozent aller nicht dringenden Konsultationen entfallen auf Dornach?

(A) 15 % (B) 20 % (C) 30 % (D) 44 % (E) 50 %

Es ist dieselbe Zelle wie eben, nämlich die 2’400 von Dornach – aber eine völlig andere Bezugsgrösse. Gefragt ist jetzt der Anteil an allen nicht dringenden Konsultationen, also an der Spaltensumme von 8’050. Das ergibt rund 30 Prozent, richtig ist damit (C).

Die Option (D) 44 % ist der Anteil innerhalb von Dornach, also die Antwort auf die vorherige Frage, und (A) 15 % entspricht dem Anteil an allen 16’000 Konsultationen überhaupt. Alle drei Zahlen stammen aus derselben Zelle; sie unterscheiden sich ausschliesslich darin, wodurch geteilt wird.

Wodurch wird geteilt? Vor jeder Prozentrechnung in dieser Aufgabengruppe schreibst du den Nenner hin, bevor du den Zähler ansiehst: Zeilensumme, Spaltensumme oder Gesamttotal?

Diese eine Frage entscheidet in Diagramme und Tabellen über mehr Punkte als jede Rechenfertigkeit.

Beispiel 2 – die abgeschnittene Achse

Ein Balkendiagramm zu Stufe 3 Die Zahlen der Spalte «Stufe 3» werden zusätzlich als Balkendiagramm dargestellt. Die senkrechte Achse beginnt dabei nicht bei null, sondern bei 600, und endet bei 2’400. Im Diagramm ist der Balken von Aarwangen knapp sechsmal so hoch wie der von Churwalden.

Um welchen Faktor unterscheiden sich die tatsächlichen Zahlen?

(A) etwa 1,7 (B) etwa 2,5 (C) etwa 4 (D) etwa 6 (E) lässt sich aus der Darstellung nicht bestimmen

Richtig ist (A), denn 1’180 geteilt durch 700 ergibt knapp 1,7. Der optische Eindruck von etwa dem Sechsfachen entsteht allein dadurch, dass die Achse bei 600 beginnt: Sichtbar sind nur noch 580 gegenüber 100 Einheiten, und das ist tatsächlich beinahe das Sechsfache – nur eben nicht der Zahlen, sondern der Differenz zum Achsenanfang.

Die abgeschnittene Achse Sobald eine Achse nicht bei null beginnt, sind Balkenverhältnisse wertlos. Ablesbar bleiben dann nur noch die Werte selbst und ihre Differenzen.

Der Blick auf den Achsenanfang gehört deshalb zu den ersten zwanzig Sekunden jeder Aufgabe, nicht zur Kontrolle am Schluss.

Beispiel 3 – was die Darstellung nicht hergibt

Frage 3 Welche Aussage lässt sich aus der Tabelle ableiten?

(A) In Churwalden arbeiten weniger Ärzte als in Dornach.

(B) Die Notfallstation in Aarwangen ist überlastet.

(C) In Buchsee entfällt weniger als die Hälfte der Konsultationen auf die Stufen 4–5.

(D) Die Zahl der dringenden Fälle ist gegenüber 2023 gestiegen.

(E) Dornach hat die höchste Rate dringender Fälle pro Einwohner.

Richtig ist (C), und zwar aus der Tabelle allein: 1’700 von 4’000 sind 42,5 Prozent und damit weniger als die Hälfte. Alle anderen Optionen verlangen Angaben, die schlicht nicht dastehen – (A) bräuchte Personalzahlen, (B) einen Massstab für Überlastung, (D) die Werte des Vorjahres und (E) Einwohnerzahlen.

Dieser Fragetyp ist der ehrlichste der ganzen Aufgabengruppe, denn er prüft genau das, was der Test messen will: nicht ob du rechnen kannst, sondern ob du erkennst, welche Frage eine Darstellung überhaupt beantwortet. Und die Distraktoren sind alle plausibel – jede der vier falschen Aussagen könnte in der Wirklichkeit zutreffen.

Plausibel ist nicht belegt Frag dich bei jeder Option nicht „könnte das stimmen?”, sondern „steht die dafür nötige Zahl in der Darstellung?“

Wenn du für eine Aussage eine Angabe bräuchtest, die nirgends steht, ist die Option falsch – unabhängig davon, wie vernünftig sie klingt.

Was muss man bei den Aufgaben beachten?

  • Kein Taschenrechner, kein Lineal, kein Geodreieck – die Bleistiftkante ist erlaubt.
  • Vor der ersten Zahl kommen Titel, Achsen, Einheiten, Legende und Fussnoten.
  • Die Gruppe beginnt nach 182 Minuten Bearbeitungszeit; der Gegner heisst Müdigkeit.
  • Mit dem Ende dieser Gruppe schliesst sich der Antwortbogen – die letzte Gelegenheit, leere Felder aus allen früheren Gruppen zu füllen.
  • Falsche Antworten kosten keine Punkte. Am Ende bleibt kein Feld leer.

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