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EMS-Vorbereitung 2027

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0 von 0 Schritten
  1. EMS: Diagnostik - deine persönliche Lernsituation
  2. Komplette Testsimulation zur Einstufung
  3. Personalisierter Lernplan
  4. Heutige To-Do-Liste
  5. Ergebnisse abgeschlossener Testsimulationen
  6. Dein Vorbereitungsstand im Verlauf
  7. Kopfrechen-Trainer
  8. Grundlagen und Verfahren
    Numerus clausus und EMS
    5 Themen
  9. Anmeldung, Fristen und Formalitäten
    7 Themen
  10. Aufbau, Bewertung und Studienplatzvergabe
    5 Themen
  11. Das Lernsystem
    5 Themen
  12. Die neun Aufgabengruppen
    Muster zuordnen
    118 Tests
  13. Medizinisch-naturwissenschaftliches Grundverständnis
    25 Tests
  14. Objekte im Raum
    1 Thema
    |
    111 Tests
    1. Objekte im Raum: Würfeltrainer
  15. Quantitative und formale Probleme
    25 Tests
  16. Figuren lernen
    25 Tests
  17. Fakten lernen
    25 Tests
  18. Textverständnis
    25 Tests
  19. Diagramme und Tabellen
    25 Tests
  20. Konzentriertes und sorgfältiges Arbeiten
Lektion 14 von 20
Angefangen

Objekte im Raum

Deniz Tafrali 11. August 2026
1

Allgemeines

Wie viele Aufgaben muss man in welcher Zeit absolvieren?

  • 18 Aufgaben in 10 Minuten
  • Pro Aufgabe 33 Sekunden – die kürzeste Zeit aller Aufgabengruppen

Seit dem EMS 2025 ersetzt Objekte im Raum die früheren Schlauchfiguren. Du siehst einen durchsichtigen Würfel mit Objekten darin, links in der Ausgangslage, rechts nach zwei Bewegungen – und musst herausfinden, welche Kombination von Drehungen und Kippbewegungen dorthin geführt hat.

Objekte im Raum
Stellung im TestDritte Aufgabengruppe, zwischen dem Medizinisch-naturwissenschaftlichen Grundverständnis und den Quantitativen Problemen
Anzahl Aufgaben18
Bearbeitungszeit10 Minuten
Zeit pro Aufgabe33 Sekunden – die kürzeste Zeit aller Aufgabengruppen
Gewichtung18 von 162 Punkten (11 %) – wie jede andere Aufgabengruppe auch
Was wird geprüft?Räumliches Vorstellungsvermögen
AufgabenformatZwei Ansichten eines durchsichtigen Würfels mit Objekten darin; gesucht ist die Kombination aus zwei Dreh- oder Kippbewegungen, die von links nach rechts führt
MöglichkeitenEs gibt genau zehn denkbare Endzustände – nicht mehr
Neu seit2025 – diese Gruppe hat die Schlauchfiguren abgelöst
FaktorWerkzeugfunktionen, Ladung .70; zusätzlich ein analytischer Anteil von .30 (ZTD 2025)
Schwierigkeit 2025Mittelwert 11,5 von 18
Zusammenhang zum Gesamtergebnisr = .695 – der höchste Wert aller neun Aufgabengruppen
ReliabilitätCronbachs Alpha .697 – im oberen Bereich der anderen Gruppen
SprachausgleichNein – die Gruppe ist sprachunabhängig
Bewertung1 Punkt pro richtiger Antwort, keine Minuspunkte für falsche
GrundprinzipEin Objekt als Anker wählen, den Zwischenzustand halten, auf die Reihenfolge achten

Welche Fähigkeiten werden geprüft?

  • Räumliches Vorstellungsvermögen: einen Würfel im Kopf zweimal um 90 Grad bewegen
  • Den Zwischenzustand nach der ersten Bewegung festhalten, bevor die zweite kommt
  • In 33 Sekunden entscheiden statt nachdenken

Du siehst zwei Bilder desselben durchsichtigen Würfels. Im linken steht er in seiner Ausgangsposition, im rechten ist er zweimal nacheinander um neunzig Grad gedreht oder gekippt worden, und im Inneren schweben Objekte – Kugeln, Schachfiguren, Zahlen, Pflanzen, verschlungene Gebilde. Deine Aufgabe ist es herauszufinden, welche der fünf angebotenen Bewegungskombinationen zu der Ansicht rechts geführt hat.

Diese Aufgabengruppe ist neu. Das Zentrum für Testentwicklung und Diagnostik hat sie 2025 eingeführt und damit die früheren Schlauchfiguren ersetzt, und der Grund dafür ist für deine Vorbereitung wichtig genug, um ihn zu kennen.

Das eine Prinzip Der Betrachter bleibt stehen, der Würfel bewegt sich. Du drehst nicht dich um den Würfel herum, sondern den Würfel vor dir.

Wer das verwechselt, kehrt sämtliche Richtungen um und liegt systematisch falsch.

Wie sehen die Aufgaben aus?

Aufgabenstellung

Es gibt genau vier Bewegungen, und mehr wird es nie geben:

  • Horizontal um 90° nach rechts drehen – Pfeilsymbol nach rechts
  • Horizontal um 90° nach links drehen – Pfeilsymbol nach links
  • Vertikal um 90° nach unten kippen – Pfeilsymbol nach unten
  • Vertikal um 90° nach oben kippen – Pfeilsymbol nach oben

Zwei davon werden nacheinander ausgeführt. Andere Bewegungen kommen nicht vor: keine Drehung um die Blickachse, keine Bewegung um 45 oder 180 Grad in einem Schritt, keine Spiegelung.

Antwortmöglichkeiten

Aus vier Bewegungen liessen sich rechnerisch sechzehn Paare bilden. Vier davon fallen weg, weil sie sich gegenseitig aufheben und wieder zur Ausgangsansicht führen: rechts und dann links, links und dann rechts, oben und dann unten, unten und dann oben. Es bleiben zwölf – und von diesen zwölf führen zwei Paare zum selben Ergebnis, denn zweimal rechts drehen ist dasselbe wie zweimal links drehen, und zweimal nach oben kippen dasselbe wie zweimal nach unten.

Übrig bleiben zehn unterscheidbare Endzustände. Das ZTD führt sie in seinen Erläuterungen vollständig auf:

Alle zehn möglichen Bewegungskombinationen
Nr.KombinationErste BewegungZweite Bewegung
01→, → (= ←, ←)rechts drehenrechts drehen
02←, ↑links drehennach oben kippen
03←, ↓links drehennach unten kippen
04→, ↑rechts drehennach oben kippen
05→, ↓rechts drehennach unten kippen
06↑, ←nach oben kippenlinks drehen
07↑, →nach oben kippenrechts drehen
08↑, ↑ (= ↓, ↓)nach oben kippennach oben kippen
09↓, ←nach unten kippenlinks drehen
10↓, →nach unten kippenrechts drehen

Zehn Zustände, fünf Optionen Der Test bietet dir fünf der zehn Kombinationen an. Wenn du alle zehn Endzustände so gut kennst, dass du sie dir vorstellen kannst, ohne sie herzuleiten, hast du in dieser Aufgabengruppe fertig geübt.

Genau das ist der Punkt, an dem sich Training hier auszahlt – und es ist ein erreichbares Ziel, weil zehn eine kleine Zahl ist.

Eine vollständige Beispielaufgabe

Weil es zu dieser Aufgabengruppe kaum Übungsmaterial gibt, folgt hier eine eigens konstruierte Aufgabe im Originalformat: drei Körper mit deutlich verschiedener Oberfläche – einer hell und glatt, einer grob gewarzt, einer fein gepunktet –, die einander überlappen und den durchsichtigen Würfel fast ausfüllen. Du hast dreiunddreissig Sekunden, so viel wie im Test.

Beispielaufgabe Objekte im Raum: zwei Ansichten eines Glaswuerfels mit drei strukturierten Koerpern und fuenf Bewegungsoptionen
Beispielaufgabe: Welche zwei Bewegungen führen von der linken zur rechten Ansicht?

Die Lösung Richtig ist (B): nach unten kippen, dann links drehen.

Schritt 1 – den Anker wählen. Die Körper sind rund; an einem einzelnen lässt sich keine Drehung ablesen. Verfolgbar ist nur, wohin ein Körper wandert – und dafür nimmst du den, den du auf beiden Bildern sofort wiedererkennst. Das ist hier die helle, glatte Kugel, denn sie ist die einzige ohne dunkle Punkte.

Schritt 2 – den Anker verfolgen. Links steht sie rechts von der Mitte, rechts steht sie links von der Mitte und leicht darüber. Sie ist also nach links gewandert und dabei kaum in der Höhe versetzt worden.

Schritt 3 – die Optionen durchgehen. Genau diese Endlage erzeugt nur (B). Bei (A) landete die helle Kugel unten rechts, bei (C) oben rechts, bei (D) unten links, bei (E) unten in der Mitte. Ein einziger Anker entscheidet die ganze Aufgabe.

Wer will, prüft mit einem zweiten Körper nach: Die grob gewarzte wandert von oben links in die Mitte, die fein gepunktete von unten Mitte nach unten rechts. Beides passt.

Beachte besonders das Verhältnis von (A) zu (B). Beide enthalten dieselben zwei Bewegungen, nur in vertauschter Reihenfolge – „links, dann unten” gegen „unten, dann links” –, und sie führen zu völlig verschiedenen Bildern: einmal unten rechts, einmal links oberhalb der Mitte. Genau darauf baut diese Aufgabengruppe, und genau deshalb musst du den Zwischenzustand nach der ersten Bewegung wirklich im Kopf halten.

Erst der Anker, dann die Bewegung Such dir in den ersten fünf Sekunden den Körper, den du sicher wiedererkennst – den hellsten, den dunkelsten, den mit der auffälligsten Oberfläche.

Wer stattdessen das ganze Bündel auf einmal drehen will, verliert sich sofort. In dieser Aufgabe genügt der Anker allein, um vier der fünf Optionen auszuschliessen – und dreiunddreissig Sekunden geben dir für mehr ohnehin keinen Raum.

Was muss man bei den Aufgaben beachten?

  • Der Betrachter bleibt stehen, der Würfel bewegt sich.
  • Es sind immer genau zwei Bewegungen, und die Reihenfolge entscheidet: „links, dann oben“ ist nicht „oben, dann links“.
  • Kombinationen, die sich gegenseitig aufheben, kommen im Test nicht vor.
  • Die Originalversionen aus dem Buchhandel zeigen für diese Gruppe noch Schlauchfiguren und sind hier unbrauchbar.
  • Falsche Antworten kosten keine Punkte. Am Ende bleibt kein Feld leer.
2

Status praesens

Bevor du mit den Bearbeitungsstrategien beginnst, stell dir einen Timer auf 10 Minuten und bearbeite in dieser Zeit den ersten Testteil dieser Aufgabengruppe direkt hier, am Stück und ohne Unterbrechung.

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EMS-Vorbereitung 2027

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  1. EMS: Diagnostik - deine persönliche Lernsituation
  2. Komplette Testsimulation zur Einstufung
  3. Personalisierter Lernplan
  4. Heutige To-Do-Liste
  5. Ergebnisse abgeschlossener Testsimulationen
  6. Dein Vorbereitungsstand im Verlauf
  7. Kopfrechen-Trainer
  8. Grundlagen und Verfahren
    Numerus clausus und EMS
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    5 Themen
  12. Die neun Aufgabengruppen
    Muster zuordnen
    118 Tests
  13. Medizinisch-naturwissenschaftliches Grundverständnis
    25 Tests
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    1 Thema
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    1. Objekte im Raum: Würfeltrainer
  15. Quantitative und formale Probleme
    25 Tests
  16. Figuren lernen
    25 Tests
  17. Fakten lernen
    25 Tests
  18. Textverständnis
    25 Tests
  19. Diagramme und Tabellen
    25 Tests
  20. Konzentriertes und sorgfältiges Arbeiten
Test 1 von 379

Objekte im Raum · Testteil 1

Deniz Tafrali 11. August 2026

Fertig? Dann notier dir dein Ergebnis: ________ von 18.

3

Anamnese

Ohne gezielte Vorbereitung werden dir einige Aufgaben Mühe gemacht haben, und das ist völlig normal. Schreib dir jetzt auf, bei welchen Würfeln du dich besonders leicht und bei welchen du dich besonders schwer getan hast. Achte dabei auf drei Dinge: Hast du dich selbst um den Würfel bewegt statt den Würfel vor dir? Hast du den Zwischenzustand nach der ersten Bewegung wirklich festgehalten, oder hast du auf eine Bewegung verkürzt? Und wie viele Aufgaben hast du in den zehn Minuten geschafft?

Auch fertig? Gut. Von diesem Punkt an liest du die nächsten Abschnitte mit dem Blick auf deine Schwächen.

4

Diagnostik

Warum die Schlauchfiguren gehen mussten

Bei den Schlauchfiguren wurden über die Jahre regelmässig sehr hohe Punktwerte erzielt, und das ZTD schreibt selbst, dass dies wohl auf die Anwendung spezifischer Lösungsstrategien zurückzuführen war – Abkürzungen also, mit denen sich die Aufgaben lösen liessen, ohne räumlich zu denken. Damit mass die Gruppe am Ende nicht mehr das, was sie messen sollte.

Die neue Konstruktion soll genau das erschweren. Weil der Würfel zweimal bewegt wird, muss die Lage der Objekte nach der ersten Bewegung im Kopf festgehalten werden, bevor die zweite kommt. Der Lösungsweg ergibt sich also nicht mehr aus einem direkten Vergleich der beiden Bilder, und rein analytische Abkürzungen greifen nicht mehr.

Deine Übungsbücher zeigen die falsche Aufgabe Die drei im Buchhandel erhältlichen Originalversionen enthalten Schlauchfiguren, nicht Objekte im Raum. Für diese eine Aufgabengruppe sind sie damit wertlos – und im schlimmsten Fall trainierst du dir eine Herangehensweise an, die es nicht mehr gibt.

Das offizielle Übungsmaterial zu Objekte im Raum gibt es seit November 2024 separat: acht Beispielaufgaben und achtzehn zusätzliche Probelauf-Aufgaben.

Die Zahl, die diese Gruppe wichtig macht

Von allen neun Aufgabengruppen hängt ausgerechnet diese am engsten mit dem Gesamtergebnis zusammen, nämlich mit r = .695. Das ZTD hebt diesen Befund in seinem Bericht eigens hervor, und er ist umso bemerkenswerter, als es sich um die jüngste und kürzeste Gruppe des Tests handelt.

Für dich heisst das zweierlei. Wer hier gut abschneidet, schneidet mit hoher Wahrscheinlichkeit auch insgesamt gut ab – und wer hier einbricht, verliert die achtzehn Punkte dieser Gruppe und zeigt ein Muster, das sich meist auch anderswo findet. Zehn Minuten Testzeit entscheiden hier über mehr, als ihr Anteil vermuten lässt.

Die Reihenfolge entscheidet

Zwei Kombinationen mit denselben Bewegungen in vertauschter Reihenfolge führen zu völlig verschiedenen Ergebnissen. Das ZTD hebt das in seinen Erläuterungen eigens hervor: Die Abfolge „links, dann oben” führt nicht zum selben Ergebnis wie „oben, dann links”.

In der obigen Tabelle stehen genau deshalb 02 und 06 sowie 03 und 09 sowie 04 und 07 sowie 05 und 10 als jeweils eigene Zeilen. Vier der fünf angebotenen Optionen sind in vielen Aufgaben nichts anderes als solche Vertauschungen.

Die vertauschte Reihenfolge Wenn zwei der fünf Optionen dieselben zwei Pfeile in umgekehrter Anordnung zeigen, ist das so konstruiert.

Genau hier musst du den Zwischenzustand tatsächlich im Kopf halten – ein Abkürzen ist an dieser Stelle nicht möglich.

Fallstricke

Sich selbst mitbewegen

Der häufigste und folgenschwerste Fehler. Der Betrachter bleibt statisch vor dem Würfel; bewegt wird ausschliesslich der Würfel. Wer sich gedanklich um den Würfel herumbewegt, dreht alle Richtungen um.

Die Reihenfolge vertauschen

„Links, dann oben” ist nicht „oben, dann links”. Das ZTD warnt davor ausdrücklich, und in vielen Aufgaben besteht die eigentliche Entscheidung genau zwischen diesen beiden.

Nur eine Bewegung denken

Unter Zeitdruck verkürzt das Gehirn gern auf einen Schritt, weil das Ergebnis dann schon ungefähr passt. Es sind immer zwei.

Den Anker verlieren

Wenn du im rechten Bild nach dem Anker suchen musst, war er nicht markant genug. Nimm beim nächsten Mal das auffälligste Objekt, nicht das nächstbeste.

Aufheben statt bewegen

Rechts und danach links ergibt die Ausgangsposition. Weil sich die beiden Bilder immer unterscheiden, kommen solche Kombinationen im Test gar nicht erst vor – wer eine davon ankreuzt, hat sich verrechnet.

Zu langsam

Zehn Minuten für achtzehn Aufgaben sind knapp bemessen, und der Übergang aus dem 45-Minuten-Takt des Medizinisch-naturwissenschaftlichen Grundverständnisses ist abrupt. Stell dich innerlich um, bevor die Zeit läuft.

Der Tempowechsel davor und danach Vor dieser Gruppe hattest du 2,5 Minuten pro Aufgabe, danach hast du sie wieder. Dazwischen liegen zehn Minuten, in denen du in Sekunden entscheiden musst.

Diesen doppelten Wechsel übst du nur im vollständigen Testdurchgang, nie beim isolierten Training.

5

Therapie

Damit sind wir bei den Lösungsstrategien. Wir beginnen mit dem fundamentalen Grundprinzip, wie du den Würfel im Kopf bewegst, gehen dann zur Schritt-für-Schritt-Anleitung über und fassen zum Schluss den ganzen Ablauf in einem Flowchart zusammen.

Fundamentale Grundprinzipien

Wie du den Würfel im Kopf bewegst

Für die Bewegungen selbst gibt es zwei Denkweisen, und das ZTD empfiehlt beide, je nachdem, was der Würfel enthält.

Enthält er mehrere unterscheidbare Objekte, dann wählst du eines davon als Anker und blendest den Rest aus – etwa eine einzelne Zahl, eine bestimmte Schachfigur, die grösste Kugel. Du verfolgst nur, wohin dieses eine Objekt wandert, und das genügt in aller Regel zur Entscheidung.

Bildet der Inhalt dagegen ein zusammenhängendes Gebilde, dann stellst du ihn dir als einen einzigen Gegenstand vor und gibst ihm einen Namen – eine tanzende Figur, ein Korkenzieher, ein Wirbelsturm. Diesen Gegenstand drehst du dann im Kopf, was deutlich leichter fällt, als eine abstrakte Form zu rotieren.

Zwei Merkmale genügen Verfolge an deinem Anker nicht die Gestalt, sondern nur zwei Dinge: wo er im Bild sitzt (oben, unten, links, rechts) und wohin er zeigt.

Eine Drehung verschiebt ihn seitlich, eine Kippung verschiebt ihn nach oben oder unten und dreht zusätzlich seine Ausrichtung.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Wir arbeiten mit fünf Schritten, und weil dir nur 33 Sekunden bleiben, ist Kürze hier wichtiger als Vollständigkeit.

Schritt 1 · Anker wählen, bevor du irgendetwas bewegst

Sieh dir das linke Bild fünf Sekunden lang an und entscheide dich für ein Objekt oder für den Gesamtinhalt als ein Gebilde. Diese Entscheidung triffst du bewusst und nicht nebenbei, denn sie bestimmt alles Weitere.

Schritt 2 · Die Endlage des Ankers im rechten Bild bestimmen

Suche denselben Anker im rechten Bild und stelle fest, wo er jetzt sitzt und wohin er zeigt. Damit kennst du das Ziel, und du musst nur noch prüfen, welcher Weg dorthin führt.

Schritt 3 · Drehung oder Kippung – die Grundentscheidung

Frage dich zuerst nur eines: Hat sich der Anker im Wesentlichen seitlich verschoben, oder ist er nach oben oder unten gewandert? Eine reine Seitwärtsbewegung deutet auf zwei Drehungen, eine Bewegung mit vertikalem Anteil auf mindestens eine Kippung. Damit fallen häufig schon drei der fünf Optionen weg.

Die Unteransicht als Signal Wenn im rechten Bild plötzlich die Unterseite des Würfelinhalts sichtbar ist oder ein Objekt auf dem Kopf steht, war eine Kippung im Spiel – und bei zwei Kippungen in dieselbe Richtung steht alles auf dem Kopf und zeigt nach hinten.

Diese eine Beobachtung entscheidet oft zwischen den verbliebenen Optionen.

Schritt 4 · Die erste Bewegung ausführen und anhalten

Nimm die verbliebene Option und führe nur die erste Bewegung im Kopf aus. Halte diesen Zwischenzustand fest und prüfe, ob die zweite Bewegung von dort aus zum rechten Bild führen kann. Genau dieses Anhalten ist der Kern der Aufgabe, und es ist der Grund, warum die Gruppe überhaupt so konstruiert wurde.

Schritt 5 · Nach 40 Sekunden ankreuzen und weiter

Bei 33 Sekunden im Schnitt ist Grübeln der teuerste Fehler dieser Gruppe. Wenn du nach vierzig Sekunden nicht entschieden bist, kreuze die Option an, die deiner Grundentscheidung aus Schritt 3 am nächsten kommt, und geh weiter. Es gibt keine Minuspunkte, und die nächste Aufgabe könnte leichter sein.

Zusammenfassung und Flowchart

Nachdem wir die Schritte einzeln durchgegangen sind, siehst du hier das Ganze noch einmal als Ablaufschema – achte dabei besonders auf die Verzweigung in der Mitte, denn sie halbiert deinen Suchraum in wenigen Sekunden: Ob sich dein Anker seitlich oder vertikal bewegt hat, entscheidet darüber, welche der zehn Kombinationen überhaupt in Frage kommen.

Bearbeitungsstrategie Objekte im Raum im EMS
Die fünf Schritte mit ihren Entscheidungspunkten. Rot ist der Fehler, der alle Richtungen umkehrt.

Objekte im Raum Der Würfel bewegt sich, nicht du. Wer sich selbst mitbewegt, kehrt alle Richtungen um.

18 Aufgaben in 10 Minuten, also 33 Sekunden pro Aufgabe – die schnellste Gruppe des Tests.

Höchster Zusammenhang mit dem Gesamtergebnis von allen neun Gruppen (r = .695).

Es gibt nur zehn mögliche Endzustände. Wer sie kennt, hat hier fertig geübt.

Die Reihenfolge entscheidet: „links, dann oben” ist nicht „oben, dann links”.

Fünf Schritte: Anker wählen, Endlage bestimmen, Drehung gegen Kippung entscheiden, die erste Bewegung ausführen und anhalten, nach 40 Sekunden ankreuzen.

Neu seit 2025 – die Originalversionen aus dem Buchhandel zeigen für diese Gruppe noch Schlauchfiguren und sind hier unbrauchbar.

Keine Minuspunkte – kreuze bei jeder Aufgabe etwas an.

Bastle den Papierwürfel. Das empfiehlt der Testentwickler selbst, und es ist die wirksamste Übung dieser Aufgabengruppe.

6

Empfehlung

Verhaltensregeln

  • Wähle in den ersten fünf Sekunden einen Anker und verfolge nur ihn.
  • Führe immer beide Bewegungen aus und halte nach der ersten an.
  • Nach 40 Sekunden kreuzt du die Option an, die deiner Grundentscheidung am nächsten kommt, und gehst weiter.
  • Stell dich vor dem Startzeichen innerlich auf den Tempowechsel um.
  • Falsche Antworten kosten keine Punkte. Am Ende bleibt kein Feld leer.

Lernplan, Zeitmanagement und Intensität

Erinnere dich an deine Anamnese oben. Wie geht es dir jetzt mit deinen Schwächen – hast du sie verbessern können oder sogar überwunden? Ausserdem fragst du dich sicher, mit welchen Aufgaben, wann und wie intensiv du diese Gruppe lernen solltest.

Welche Aufgaben?

Bearbeite zu Beginn die übrigen Testteile dieser Lektion. Sie stehen unten unter den Tests, jeder mit 18 Aufgaben; stell dir dafür jeweils zehn Minuten. Dazu kommt der Würfeltrainer aus dieser Lektion, mit dem du den Würfel wirklich drehen kannst, und das offizielle Material aus deinem konkreten Plan:

  • Lerne die zehn Kombinationen aus der Tabelle so weit, dass du zu jeder sofort sagen kannst, wo ein Objekt aus der vorderen linken Ecke landet.
  • Bastle den Papierwürfel und spiele alle zehn mindestens zweimal durch.
  • Bearbeite die acht offiziellen Beispielaufgaben und die achtzehn Probelauf-Aufgaben, beide mit Stoppuhr und 33 Sekunden pro Aufgabe.
  • ⚠️ Nimm für diese eine Gruppe nicht die Originalversionen aus dem Buchhandel. Dort stehen Schlauchfiguren, und die gibt es nicht mehr.
  • Absolviere zwei vollständige Simulationen, damit du den doppelten Tempowechsel vor und nach dieser Gruppe kennst.
  • Nimm, falls deine Schule einen anbietet, an einem Probelauf teil – und arbeite die achtzehn Probelauf-Aufgaben erst danach durch, sonst entwertest du ihn dir.

Wann?

Das Wann regelt dein Vorbereitungsplan über sechs Monate aus der Lektion „Das Lernsystem“ – dort ist jede Woche durchgetaktet. Wenn du nach eigenem Plan lernst, übe diese Gruppe so, wie sie am Testtag kommt: nach 45 Minuten Grundverständnis und vor 45 Minuten Quantitativen Problemen. Den doppelten Tempowechsel erlebst du nur in einer vollständigen Simulation.

Wie intensiv solltest du lernen?

Da alle ihre eigenen Stärken und Schwächen haben, geben wir dir keine Stundenzahl vor. Was wir dir sagen können, ist, wie stark Übung hier wirkt – und hier wirkt sie so stark wie in kaum einer anderen Gruppe:

Hier lohnt sich Üben besonders

Räumliches Vorstellungsvermögen gehört zu den Fähigkeiten, bei denen Vorbereitung nachweislich wirkt. Eine Untersuchung mit 7 903 Testteilnehmern an einem eng verwandten Eignungstest hat für jede Aufgabengruppe getrennt bestimmt, wie viel der Leistungsunterschiede sich durch Vorbereitung erklären lässt: Bei den komplexen Denkgruppen war es rund ein Prozent, bei den einfachen Gruppen – Merkfähigkeit und räumliches Vorstellungsvermögen – das Acht- bis Neunfache.

Dazu kommt hier ein zweiter Umstand, den es bei keiner anderen Gruppe gibt: Weil die Aufgabengruppe erst 2025 eingeführt wurde, ist der Bekanntheitsgrad noch gering und gutes Übungsmaterial knapp. Wer sich hier vorbereitet, verschafft sich einen grösseren Vorsprung als in jeder anderen Gruppe.

Der Ratschlag des Testentwicklers, den kaum jemand befolgt

In den offiziellen Erläuterungen steht eine Empfehlung, die man zweimal lesen muss, um zu glauben, dass sie ernst gemeint ist: Das ZTD stellt die Abwicklung eines Würfels zum Ausdrucken bereit und empfiehlt ausdrücklich, damit einen Papierwürfel zu basteln und die Kombinationen aus der Zehnertabelle daran durchzuspielen.

Bastle den Würfel wirklich Nimm einen Karton, beschrifte die sechs Flächen und führe die zehn Kombinationen zwanzigmal mit der Hand aus, während du dabei laut sagst, was passiert.

Zwanzig Minuten mit einem echten Würfel bringen dir hier mehr als zwei Stunden am Bildschirm. Was du danach im Kopf drehst, hast du vorher in der Hand gehabt.

Die Reihenfolge, in der du dir die Fähigkeiten aneignen solltest, ist dagegen fest:

  • Zuerst die zehn Kombinationen, bis du jede sofort vor dir siehst.
  • Dann der Papierwürfel in der Hand, alle zehn mindestens zweimal.
  • Als Nächstes die fünf Schritte mit Stoppuhr, immer mit 33 Sekunden je Aufgabe.
  • Danach der doppelte Tempowechsel in zwei vollständigen Simulationen.
  • Zu guter Letzt: Aufgaben lösen, bis der Arzt kommt. Oder bis du die volle beziehungsweise deine gewünschte Punktzahl erreichst.
7

Quellen

Sämtliche Angaben in diesem Text sind belegt, und die folgenden Arbeiten sind frei zugänglich, sofern nicht anders vermerkt.

  • Zentrum für Testentwicklung und Diagnostik (2026). Test-Info 2026 – Eignungstest für das Medizinstudium in der Schweiz (EMS). Universität Freiburg, im Auftrag von swissuniversities.
  • Zentrum für Testentwicklung und Diagnostik (2026). Beispielaufgaben zum EMS mit Erläuterungen. Universität Freiburg, im Auftrag von swissuniversities.
  • Spicher, B. (2025). Eignungstest für das Medizinstudium (EMS) – Bericht über die Durchführung und Ergebnisse. Berichte des Zentrums für Testentwicklung, Nr. 32, im Auftrag der Schweizerischen Hochschulkonferenz.
  • Weppert, D., Amelung, D., Escher, M., Troll, L., Kadmon, M., Listunova, L. & Montasser, J. (2023). The impact of preparatory activities on the largest clinical aptitude test for prospective medical students in Germany. Frontiers in Education, 8, 1104464.
  • Hausknecht, J. P., Halpert, J. A., Di Paolo, N. T. & Moriarty Gerrard, M. O. (2007). Retesting in selection: A meta-analysis of coaching and practice effects for tests of cognitive ability. Journal of Applied Psychology, 92(2), 373–385.
  • Butler, T., Imperato-McGinley, J., Pan, H., Voyer, D., Cordero, J., Zhu, Y. S. & Silbersweig, D. (2006). Sex differences in mental rotation: top-down versus bottom-up processing. NeuroImage, 32(1), 445–456.
  • swissuniversities (2025). Zulassungsgrenzen Medizin 2015–2025. Bern, 11.09.2025.
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