Schweiz: Studienorte für Humanmedizin
Elf Standorte, vier Unterrichtssprachen, zwei Zugangswege: Die Schweizer Landkarte ist übersichtlicher als die deutsche, folgt aber einer eigenen Logik. Entscheidend ist nicht die Grösse eines Standorts, sondern seine Sprache und die Frage, ob er im Bachelor, im Master oder in beidem ausbildet.
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1Die wichtigste Regel vorab
Bevor du weiterliest, der wichtigste Punkt: Ohne Schweizer Pass oder Wohnsitz in der Schweiz wirst du zum Medizinstudium nicht zugelassen (an keinem dieser Standorte, auch nicht an denen ohne Numerus clausus). So steht es ausdrücklich bei swissuniversities. Ein Studentenvisum genügt nicht. Ausnahmen gibt es unter anderem mit C-Bewilligung, mit einer B-Bewilligung mit Vermerk „Familiennachzug“, nach fünf Jahren Wohnsitz oder mit einer Schweizer Matura, wobei alles bereits am 15. Februar bei der Voranmeldung nachzuweisen ist.
2Alle Standorte im Überblick
Die Platzzahlen sind die amtlichen Aufnahmekapazitäten von swissuniversities für das Studienjahr 2026/27.
Tipp: Klick auf eine Spaltenüberschrift sortiert die Tabelle. Ein Klick auf den Namen führt zum ausführlichen Profil.
| Universität | Ort | Sprache | Plätze 1. Jahr | Masterplätze | Zugang |
|---|---|---|---|---|---|
| Universität Basel | Basel | Deutsch | 195 | 230 | EMS |
| Universität Bern | Bern | Deutsch | 320 | 340 | EMS |
| Universität Zürich | Zürich | Deutsch | 380 | 385 | EMS |
| ETH Zürich | Zürich | Deutsch | 100 | keine | EMS |
| Universität Luzern | Luzern | Deutsch | keine (Bachelor in Zürich) | 40 | EMS über Zürich |
| Universität St. Gallen | St. Gallen | Deutsch | keine (Bachelor in Zürich) | 40 | EMS über Zürich |
| Universität Freiburg | Freiburg | Deutsch und Französisch | 125 | 40 | EMS |
| USI Lugano | Lugano | Italienisch | keine (Bachelor in Basel oder Bern) | 30 | EMS |
| Université de Genève | Genf | Französisch | 500 | 158 | kein NC — concours nach dem 1. Jahr |
| Université de Lausanne | Lausanne | Französisch | 480 | 245 | kein NC — concours nach dem 1. Jahr |
| Université de Neuchâtel | Neuenburg | Französisch | 70 | keine | kein NC — concours nach dem 1. Jahr |
Sechs Standorte bilden im Bachelor und Master aus, drei nur im einen oder anderen: Die ETH Zürich hat keinen eigenen Master, Luzern, St. Gallen und Lugano haben keinen eigenen Bachelor, Neuenburg ebenfalls keinen Master. Wer dort einsteigt, wechselt planmässig den Standort.
3Die zwei Zugangswege
Mit Numerus clausus arbeiten Basel, Bern, Zürich (samt Luzerner und St. Galler Track), Freiburg, die ETH Zürich und die USI Lugano. Dort entscheidet der EMS. Zusammen sind das 1.150 Bachelorplätze bei zuletzt 4.434 Anmeldungen, was einer Auslastung von 386 Prozent entspricht.
Ohne Numerus clausus arbeiten Genf, Lausanne und Neuenburg. Dort schreibst du dich ein und studierst zunächst, bevor am Ende des ersten Jahres über den concours ausgewählt wird.
Kein Numerus clausus heisst nicht: leichterer Zugang. Genf nimmt 500 Studenten ins erste Jahr auf, ins zweite kommen aber nur 158, sodass rund zwei Drittel ausscheiden. In Lausanne kommen 270 von 480 weiter, also gut die Hälfte. Die Auswahl ist also nicht abgeschafft, sondern nur nach hinten verlegt: Statt eines Testtages kostet dich ein Scheitern hier ein ganzes Studienjahr.
4Besonderheiten einzelner Standorte
Freiburg ist die einzige zweisprachige Universität der Schweiz und unterrichtet Medizin auf Deutsch und Französisch. Trotz Lage in der Westschweiz gehört sie zu den Universitäten mit Numerus clausus, weil nicht die Sprache über den Zugangsweg entscheidet, sondern der Kanton.
Lugano ist mit 30 Masterplätzen der kleinste Standort und der einzige auf Italienisch. Der Bachelor läuft in Basel oder Bern, entschieden wird das schon bei der Anmeldung.
Luzern und St. Gallen sind seit 2020 dabei, jeweils mit 40 Masterplätzen im Verbund mit Zürich. Der Luzerner Track setzt auf Hausarztmedizin und Versorgung ausserhalb der Zentren, während St. Gallen Gesundheitsökonomie und Führung einbringt.
Elf Standorte, 1.150 Plätze mit EMS und 1.050 ohne. Deutsch wird in Basel, Bern, Zürich, Luzern, St. Gallen und an der ETH unterrichtet, Französisch in Genf, Lausanne und Neuenburg, zweisprachig in Freiburg, Italienisch in Lugano. Entscheidend bleibt aber die Wohnsitzfrage, denn ohne Bezug zur Schweiz führt kein Weg hinein.