Zweitstudium, Ortswechsel und Rückkehr aus dem Ausland
Nicht jeder Weg ins Medizinstudium beginnt beim Abitur. Wer schon studiert hat, den Ort wechseln will oder aus dem Ausland zurückkommt, bewegt sich außerhalb des normalen Verfahrens, mit eigenen Regeln und eigenen Ansprechpartnern.
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1Zweitstudium
Wer bereits ein Bachelor-, Master- oder Diplomstudium abgeschlossen hat, bewirbt sich als Zweitstudienbewerber über die Vorabquote. Die Vergabe läuft nicht über eine Rangliste nach Note, sondern über ein Punktesystem mit drei Kategorien.
| Kategorie | Punkte |
|---|---|
| Note des Erststudiums | 4 für „ausgezeichnet“ oder „sehr gut“ · 3 für „gut“ oder „voll befriedigend“ · 2 für „befriedigend“ · 1 für „ausreichend“ oder „nicht nachgewiesen“ |
| Gründe für die Bewerbung | 11, 9 oder 7 für wissenschaftliche Gründe · 9 für zwingende berufliche Gründe · 7 für besondere berufliche Gründe · 4 für sonstige berufliche Gründe · 1 für sonstige Gründe |
| Familiäre Gründe | 2 für einen zwingenden Berufswechsel durch Ehe oder Kindererziehung |
Maximal erreichbar sind 17 Punkte. Erfahrungsgemäß liegt die Grenze für Medizin bei über 10 Punkten. Entscheidend ist dabei nicht die Note, sondern die Begründung, die bis zu 11 der 17 Punkte ausmacht.
Formuliere deine Begründung so konkret wie möglich. Wissenschaftliche Gründe wiegen am schwersten: Wer aus der Molekularbiologie kommt und ein klar umrissenes Forschungsvorhaben beschreiben kann, steht deutlich besser da als jemand mit dem allgemeinen Wunsch, Arzt zu werden.
2Studienortwechsel
Der Wechsel innerhalb Deutschlands ist erst möglich, wenn du bereits einen Studienplatz hast. Es gibt zwei Wege:
- Tauschpartner: Du tauschst deinen Platz direkt mit jemandem, der in die Gegenrichtung will
- Bewerbung im höheren Fachsemester: ohne Tauschpartner, direkt bei der Wunschuniversität
3Quereinstieg
Zwei Varianten, mit sehr unterschiedlichen Aussichten. Beide laufen immer direkt über die Universität, nicht über hochschulstart.de, nicht über medizinstudieren.at, nicht über swissuniversities.
| Variante | Einschätzung |
|---|---|
| aus einem ähnlichen Studiengang (z. B. Molekularbiologie) | Die Chancen sind sehr gering. Die meisten Universitäten nehmen bevorzugt Bewerber, die bereits Medizin studieren — und davon gibt es genug. |
| aus einem ausländischen Medizinstudium | Möglich, aber mit Rückstufung verbunden. Nicht selten wird man fünf Semester niedriger eingestuft, und in Deutschland müssen die Staatsexamina meist nachgeholt werden. |
Wenn du aus einem ähnlichen Studiengang kommst, ist der Quereinstieg der schwächere Plan. Nutze das Fachwissen aus deinem Studium lieber für die Vorbereitung auf einen Medizinertest, wo es sich unmittelbar auszahlt.
In Österreich sind die Regeln unterschiedlich: An der Med Uni Wien und in Innsbruck lassen sich Studienleistungen ab 180 ECTS relativ gut anrechnen. Nur aus einem österreichischen Diplomstudiengang ist in Linz ein Quereinstieg möglich, nicht aus einem ausländischen.
Zweitstudium über ein Punktesystem, in dem die Begründung schwerer wiegt als die Note, mit einer Grenze über 10 von 17 Punkten. Ortswechsel per Tausch oder höherem Fachsemester. Quereinstieg immer über die Universität, aus fachfremden Studiengängen kaum aussichtsreich.
Alle Zulassungswege in Deutschland im Überblick zeigen, welcher Weg neben diesem noch offensteht.