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USA und Rest der Welt

Außerhalb Europas wird es aufwendiger, aber nicht unmöglich. Zwei Dinge ändern sich grundlegend: die Kosten und die Anerkennung.

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Die USA

In den Vereinigten Staaten studierst du nicht direkt Medizin. Der MD-Studiengang setzt ein abgeschlossenes College- oder Bachelorstudium voraus, dazu den amerikanischen Studieneignungstest MCAT.

UniversitätGebühren p. a.Haltung gegenüber internationalen Bewerbern
Harvard Medical Schoolca. 66.000 € (76.800 US-Dollar)Bewerbung maximal zweimal im Leben. Amerikanische und kanadische College-Absolventen werden stark bevorzugt; einige wenige internationale Bewerber werden aufgenommen. Mindestens ein Jahr an einer amerikanischen oder kanadischen Universität ist Pflicht, drei Jahre werden bevorzugt.
Stanford Universityca. 60.000 € (69.700 US-Dollar)Die liberalste Haltung: Internationale Bewerber werden gleich behandelt wie amerikanische. Auch hier mindestens ein Jahr an einer amerikanischen oder kanadischen Universität.

Die Zahlen in der Tabelle sind die reinen Studiengebühren, welche die Belastung massiv unterschätzen. Harvard beziffert die cost of attendance, also Gebühren plus Lebenshaltung, Versicherung und Material, auf 122.000 bis 125.000 US-Dollar pro Jahr, und in Stanford liegt sie bei rund 100.000. Über vier Jahre sind das etwa 400.000 bis 500.000 US-Dollar, und davor liegt noch ein komplettes Bachelorstudium in den USA oder Kanada.

Ein Punkt, der oft übersehen wird: Beide Universitäten vergeben bedarfsabhängige Stipendien auch an internationale Bewerber. Harvard behandelt sie dabei gleich wie amerikanische Studenten: Rund 72 Prozent aller Studenten erhalten Unterstützung, im Schnitt etwa 50.000 US-Dollar im Jahr. In Stanford bekommen knapp 80 Prozent eine Form von Förderung. Die Listenpreise sind also nicht das, was am Ende alle zahlen.

Für die Bewerbung verlangen die Zulassungskomitees typischerweise:

  • Abschlusszeugnisse
  • Motivationsschreiben
  • MCAT-Ergebnis
  • Empfehlungsschreiben
  • außerschulische Aktivitäten
  • beruflichen Hintergrund, Dienste sowie soziale oder wissenschaftliche Tätigkeiten

Ein Sprachtest wie TOEFL wird meist nicht formal verlangt, exzellentes Englisch aber sehr wohl. Es wird üblicherweise individuell im Gespräch geprüft. Naturwissenschaftliche Fächer im College sind erwartet, dazu Verhaltenswissenschaften und schriftliches Arbeiten.

Bevor du abwinkst: Der Autor dieses Studienführers ist mit einem 3,0er-Abitur als Medizinstudent in Cambridge gelandet. Wege, die von außen verschlossen aussehen, sind es nicht immer.

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Der Rest der Welt

Du kannst dich weltweit um ein Medizinstudium bemühen. Der entscheidende Unterschied liegt in der Anerkennung nach der Rückkehr, weil die Vergleichbarkeit der Studiengänge nicht immer gegeben ist.

Herkunft des AbschlussesAnerkennung
USA, Kanada, Australiennormalerweise unproblematisch
Türkeiunproblematisch, sofern Deutsch beherrscht wird; gegebenenfalls ein kleiner fachlicher Test
Länder wie Ägypten, Peru, Pakistanmuss individuell geprüft werden

Klär die Anerkennung vor der Bewerbung, nicht nach dem Abschluss. Sechs Jahre Studium, die am Ende in Deutschland nicht zur Approbation führen, sind ein teurer Irrtum.

USA: erst College, dann MCAT, dann MD (rund 60.000 Euro im Jahr), Stanford offener als Harvard. Weltweit möglich, aber die Anerkennung entscheidet und gehört an den Anfang der Überlegung.