Wie du 18 Punkte bei Physik erreichst
Veröffentlicht am 28. August 2026. Zuletzt aktualisiert am 28. August 2026.
Wer sich auf den MedAT 2027 vorbereitet, trifft in Physik auf 18 Aufgaben in 16 Minuten – so war der Untertest zuletzt zusammengesetzt. Das sind gut 53 Sekunden je Aufgabe. Physik ist der drittgrößte der vier Bereiche des Basiskenntnistests, hinter Biologie mit 40 und Chemie mit 24 Aufgaben und vor Mathematik mit zwölf.
Physik ist das Fach, vor dem im MedAT am meisten Respekt herrscht und in dem gleichzeitig am wenigsten Stoff steckt. Der Umfang ist überschaubar, die Aufgaben folgen wiederkehrenden Mustern, und ein großer Teil der Fehler entsteht nicht beim Denken, sondern beim Rechnen. Wer das weiß, geht anders an die Vorbereitung heran.
Was dich beim MedAT 2027 erwartet
18 Aufgaben in 16 Minuten bedeuten gut 53 Sekunden je Aufgabe. Das ist mehr als in Chemie und Biologie mit je 45 Sekunden und weniger als in Mathematik mit 55. Es sind Aufgaben mit Rechnung und Aufgaben mit reiner Verständnisfrage, in etwa ausgewogen. Der Stoffrahmen ergibt sich aus der Stichwortliste und deckt regelmäßig Größen und Einheiten, Mechanik, Wärmelehre, Elektrizität, Wellen und Optik sowie Atom- und Kernphysik ab.
Wo die Punkte tatsächlich liegen
Anders als der Stoffrahmen vermuten lässt, verteilen sich die Aufgaben nicht gleichmäßig über diese Gebiete. Unsere Auswertung von 1.237 rekonstruierten Altfragen aus den Jahrgängen 2013 bis 2026 enthält 234 Physikfragen, und vier Gebiete tragen den Löwenanteil:
| Gebiet | Fragen | Anteil am Fach |
| Elektrizitätslehre | 44 | 18,8 % |
| Optik | 38 | 16,2 % |
| Mechanik | 37 | 15,8 % |
| Schwingungen und Wellen | 35 | 15,0 % |
Zusammen sind das 154 der 234 Fragen, also fast zwei Drittel des Fachs in vier Gebieten. Bemerkenswert ist dabei vor allem die Optik: Sie liegt über vierzehn Jahrgänge hinweg vor der Mechanik, obwohl sie in der Wahrnehmung der meisten Vorbereitungspläne deutlich hinter ihr rangiert. Wer seine Physikzeit nach Bauchgefühl verteilt, unterinvestiert hier fast zwangsläufig.
Eine Vorhersage für 2027 ist das ausdrücklich nicht – verbindlich ist immer die Stichwortliste des jeweiligen Jahrgangs. Es ist aber eine belastbare Aussage darüber, wo sich Übungszeit über vierzehn Jahrgänge hinweg am stärksten ausgezahlt hat.
Welche Formeln du wirklich brauchst
Die Zahl der Formeln, die im MedAT tatsächlich verlangt werden, ist deutlich kleiner als der Inhalt eines Schulbuchs. Es lohnt sich, sie einmal auf ein einziges Blatt zu bringen, und zwar als Übung: Was du nicht auf dieses Blatt schreiben kannst, hast du noch nicht verstanden.
Sinnvoll geordnet ist das Blatt nicht nach Kapiteln, sondern nach Größen. Wenn du weißt, welche Formeln eine Geschwindigkeit liefern, welche eine Energie und welche eine Spannung, findest du im Test schneller den Ansatz – und du erkennst schneller, wenn eine Aufgabe gar keine Rechnung verlangt.
Wichtig ist dabei eine Klarstellung: Am Testtag gibt es keine Formelsammlung. Was du rechnen willst, musst du im Kopf haben. Eine eigene Formelsammlung ist deshalb ein Werkzeug der Vorbereitung – sie ersetzt das Auswendiglernen nicht, sondern macht es effizienter, weil du beim Üben nicht ständig nachschlagen musst.
Die Einheitenkontrolle als schnellste Fehlerbremse
Der wirksamste einzelne Handgriff in der Physik ist die Kontrolle über die Einheiten. Schreibe bei jeder Rechnung die Einheiten mit und rechne sie mit – wenn am Ende eine Einheit herauskommt, die nicht zur gesuchten Größe passt, ist der Ansatz falsch, und zwar bevor du eine einzige Zahl eingesetzt hast.
Das kostet fünf Sekunden und fängt genau die Fehler ab, die im MedAT am teuersten sind: den vertauschten Bruch, die vergessene Quadrierung, die verwechselte Formel. Es hat außerdem einen zweiten Nutzen – die falschen Antwortmöglichkeiten sind oft genau die Ergebnisse dieser typischen Fehler, sodass eine falsche Rechnung sich meist trotzdem in der Auswahl wiederfindet. Dass dein Ergebnis unter den Optionen steht, ist also kein Beleg dafür, dass es stimmt.
Das Verfahren, Schritt für Schritt
- Gesucht. Schreib zuerst hin, welche Größe gesucht ist, mitsamt ihrer Einheit.
- Gegeben. Dann die gegebenen Größen, ebenfalls mit Einheiten, und sofort in Grundeinheiten umgerechnet.
- Formel. Erst jetzt die Formel wählen, die von gegeben nach gesucht führt.
- Einheiten prüfen. Kürze die Einheiten durch, bevor du Zahlen einsetzt.
- Größenordnung prüfen. Schätze das Ergebnis grob ab. Wenn eine Beschleunigung von 4.000 Metern je Sekundenquadrat herauskommt, stimmt etwas nicht.
Dieser Ablauf wirkt umständlich, solange man ihn liest, und dauert im eingeübten Zustand keine zehn Sekunden. Sein eigentlicher Wert liegt darin, dass er unter Zeitdruck noch funktioniert: Wer die Reihenfolge automatisiert hat, muss unter der Uhr nur noch abarbeiten.
Drei Fallen, die regelmäßig Punkte kosten
Die erste sind Zehnerpotenzen. Nano, Mikro, Milli, Kilo, Mega – die Umrechnung ist trivial und geht unter Zeitdruck trotzdem regelmäßig schief. Wer alle Angaben sofort in Grundeinheiten bringt, bevor er rechnet, verliert hier nichts mehr.
Die zweite ist die verwechselte Proportionalität. Verdoppelt sich eine Größe, wenn eine andere sich verdoppelt, oder halbiert sie sich? Steht die Größe im Quadrat? Diese Fragen entscheiden mehrere Aufgaben je Testtag, und sie lassen sich ohne Rechnung beantworten, wenn man die Formel im Kopf hat.
Die dritte ist das unnötige Ausrechnen. Viele Aufgaben fragen nach einem Verhältnis oder nach der Richtung einer Änderung, nicht nach einem Zahlenwert. Wer trotzdem beide Werte ausrechnet, verbraucht die Zeit, die er später an anderer Stelle braucht.
Wie du übst
Physik ist ein Fach, in dem sich Blockübung auszahlt: Nimm dir ein Gebiet vor – etwa die Elektrizitätslehre mit Ohmschem Gesetz, Serien- und Parallelschaltung – und rechne fünfzehn Aufgaben desselben Typs hintereinander, statt fünfzehn gemischte. Der Ansatz soll automatisch kommen, und das erreichst du nur durch Wiederholung desselben Musters.
Gewichte dabei nach der tatsächlichen Verteilung. Elektrizität, Optik, Mechanik sowie Schwingungen und Wellen tragen zusammen fast zwei Drittel der Fragen; Wärmelehre und Atomphysik sind wichtig, aber nicht der Ort, an dem sich der größte Teil der Vorbereitung entscheidet. Und rechne mindestens einmal die vollen 18 Aufgaben am Stück unter Zeit – erst dann siehst du, welche Aufgabentypen dich ausbremsen.
Zusammenfassung
Physik ist im MedAT ein Fach mit wenig Stoff und viel Handwerk. Der Weg dorthin führt über ein knappes Formelblatt, konsequent mitgeführte Einheiten und die Gewohnheit, das Ergebnis vor dem Ankreuzen einmal auf seine Größenordnung anzusehen. Das sind drei Angewohnheiten, keine drei Kapitel.
Die zusammengestellten Formeln liegen frei zugänglich in der Formelsammlung im Kurs. Wie du die übrigen Bereiche des Basiskenntnistests angehst, steht in 40 Punkte in Biologie und 24 Punkte in Chemie. Übungsaufgaben findest du im MedAT-Kurs.
Häufige Fragen
Wie viele Physikaufgaben kommen beim MedAT 2027 dran?
Zuletzt waren es 18 Aufgaben in 16 Minuten, also gut 53 Sekunden je Aufgabe. Physik ist damit der drittgrößte der vier Bereiche des Basiskenntnistests.
Gibt es im Test eine Formelsammlung?
Nein. Die Formeln musst du im Kopf haben. Eine eigene Formelsammlung ist ein Werkzeug der Vorbereitung, damit du beim Üben nicht ständig nachschlagen musst – ein Hilfsmittel für den Testtag ist sie nicht.
Welcher Bereich der Physik kommt am häufigsten?
Über die Jahrgänge 2013 bis 2026 führt die Elektrizitätslehre mit 18,8 Prozent der Physikfragen, gefolgt von Optik mit 16,2, Mechanik mit 15,8 und Schwingungen und Wellen mit 15,0 Prozent. Zusammen sind das fast zwei Drittel des Fachs. Verbindlich ist trotzdem die Stichwortliste des jeweiligen Jahrgangs.
Muss ich alles auswendig rechnen können?
Ja, ein Taschenrechner ist nicht erlaubt. Umso mehr lohnt sich das Überschlagen: Viele Aufgaben lassen sich über die Größenordnung entscheiden, ohne exakt zu rechnen.

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