Wie du 12 Punkte bei Mathematik erreichst
Veröffentlicht am 28. August 2026. Zuletzt aktualisiert am 28. August 2026.
Wer sich auf den MedAT 2027 vorbereitet, trifft in Mathematik auf zwölf Aufgaben in elf Minuten – so war der Untertest zuletzt zusammengesetzt. Das sind 55 Sekunden je Aufgabe. Mathematik ist der kleinste der vier Bereiche des Basiskenntnistests und damit auch der, in dem sich der Aufwand am schnellsten auszahlt.
Zwölf Aufgaben klingen nach wenig, und gemessen an Biologie mit 40 sind sie das auch. Trotzdem lohnt sich Mathematik überproportional, und zwar aus einem einfachen Grund: Der Stoff ist eng begrenzt, er ändert sich kaum, und er lässt sich in wenigen Wochen so weit einüben, dass die Aufgaben in der Hälfte der vorgesehenen Zeit gelöst sind. Kaum irgendwo sonst im MedAT ist das Verhältnis von Aufwand zu Punkten so günstig.
Was dich beim MedAT 2027 erwartet
Zwölf Aufgaben in elf Minuten ergeben 55 Sekunden je Aufgabe – nominell mehr als in Chemie und Biologie mit je 45 Sekunden und mehr als in Physik mit 53, praktisch aber ähnlich knapp, weil hier durchgehend gerechnet wird. Ein Taschenrechner ist nicht erlaubt. Die Themen wiederholen sich über die Jahrgänge hinweg auffällig verlässlich: Größen und Einheiten, Zehnerpotenzen, Prozent- und Zinsrechnung, Algebra und Gleichungen, Funktionen, Geometrie sowie Grundlagen der Vektorrechnung.
Wie eng der Stoff wirklich ist
Dass sich der Aufwand hier besonders lohnt, lässt sich an den Altfragen zeigen. Unsere Auswertung von 1.237 rekonstruierten Aufgaben aus den Jahrgängen 2013 bis 2026 enthält 155 Mathematikfragen, und sie ballen sich auf sehr wenigen Themen:
| Thema | Fragen | Anteil am Fach |
| Funktionen | 38 | 24,5 % |
| Algebra | 27 | 17,4 % |
| Geometrie | 27 | 17,4 % |
| Zehnerpotenzen | 26 | 16,8 % |
Vier Themen tragen zusammen 118 der 155 Fragen – gut drei Viertel des Fachs. Das ist die stärkste Konzentration aller vier Bereiche des Basiskenntnistests und der eigentliche Grund, warum Mathematik überproportional lohnt: Nirgendwo sonst deckt so wenig Stoff so viele Aufgaben ab. Verbindlich ist trotzdem die Stichwortliste des jeweiligen Jahrgangs; die Verteilung beschreibt, was war, nicht was kommen wird.
Überschlagen statt ausrechnen
Der wichtigste Zeitgewinn entsteht dort, wo du gar nicht erst rechnest. Bei Auswahlaufgaben genügt es sehr oft, das Ergebnis grob abzuschätzen und die Antworten zu streichen, die dazu nicht passen. Wenn die angebotenen Werte weit auseinanderliegen, entscheidet die Größenordnung die Aufgabe, und der exakte Wert wird nie gebraucht.
Das funktioniert nicht immer – bei eng beieinanderliegenden Antworten musst du rechnen. Aber es lohnt sich, jede Aufgabe mit einem kurzen Blick auf die Antwortmöglichkeiten zu beginnen: Sie verraten, wie genau du überhaupt sein musst.
Prozentsätze im Kopf zerlegen
Ein zweiter Handgriff spart über zwölf Aufgaben mehrere Minuten. Zerleg Prozentsätze in Zehn, Fünf und Eins: Für zehn Prozent verschiebst du nur das Komma um eine Stelle nach links, fünf Prozent sind die Hälfte davon, ein Prozent ein Zehntel. Fünfzehn Prozent von 160 sind demnach 16 plus 8, also 24 – ohne einen einzigen Rechenschritt auf Papier.
Dasselbe Prinzip trägt bei Brüchen: 750 Milliliter als drei Viertel Liter zu denken ist schneller und sicherer, als 0,75 mit einer weiteren Zahl zu multiplizieren. Und kürze grundsätzlich, bevor du multiplizierst – wer erst ausmultipliziert, rechnet mit unnötig großen Zahlen und macht mehr Fehler.
Das Verfahren, Schritt für Schritt
- Antworten ansehen. Wie weit liegen sie auseinander? Daraus folgt, ob überschlagen genügt.
- Einheiten angleichen. Alles in dieselbe Einheit bringen, bevor gerechnet wird.
- Kürzen, bevor multipliziert wird. Wer erst ausmultipliziert und dann kürzt, rechnet mit unnötig großen Zahlen und macht mehr Fehler.
- Plausibilität prüfen. Passt das Vorzeichen? Passt die Größenordnung? Ist ein Prozentwert über hundert plausibel?
Drei Fallen, die regelmäßig Punkte kosten
Die erste ist die Einheitenumrechnung. Quadrat- und Kubikeinheiten sind der Klassiker: Ein Quadratmeter sind zehntausend Quadratzentimeter, nicht hundert. Wer diese Umrechnung einmal falsch verinnerlicht hat, verliert sie in jedem Jahrgang aufs Neue.
Die zweite ist Prozent vom Prozent. Eine Erhöhung um zwanzig Prozent und danach eine Senkung um zwanzig Prozent führen nicht zum Ausgangswert, weil sich die zweite Rechnung auf den bereits veränderten Wert bezieht. Solche Aufgaben sind beliebt, weil die naheliegende Antwort immer unter den Möglichkeiten steht.
Die dritte ist das verschobene Komma. Unter Zeitdruck und ohne Taschenrechner passiert es beim Umrechnen von Zehnerpotenzen häufiger, als einem lieb ist – und auch dieses Ergebnis findet sich zuverlässig in der Auswahl wieder. Die Gegenmaßnahme ist dieselbe wie in Physik: Größenordnung abschätzen, bevor du ankreuzt. Dass Zehnerpotenzen zugleich fast siebzehn Prozent der Mathematikfragen tragen, macht diesen Punkt doppelt wichtig.
Wie du übst
Mathematik ist der Bereich, in dem sich das Üben in Blöcken am deutlichsten auszahlt. Nimm dir einen Aufgabentyp vor – etwa Prozentrechnung – und rechne zwanzig davon hintereinander, statt zwanzig gemischte Aufgaben. Der Weg soll automatisch ablaufen, und das erreichst du nur durch Wiederholung desselben Musters.
Sinnvoll ist außerdem, den Taschenrechner für die gesamte Vorbereitungszeit wegzulegen, auch beim Lernen der übrigen Fächer. Den meisten fehlt die Geläufigkeit: Wer seit der Mittelstufe nicht mehr mit Stift und Papier gerechnet hat, muss diese Routine erst zurückholen – und das geht nur durch tägliches Rechnen, nicht durch Verstehen.
Wenn du in der Vorbereitung merkst, dass dir das Kopfrechnen grundsätzlich schwerfällt, ist das kein Grund, den Bereich abzuschreiben. Es ist eher ein Grund, früh anzufangen: Rechengeschwindigkeit ist eine der wenigen Fähigkeiten im MedAT, die sich fast beliebig trainieren lässt.
Zusammenfassung
Zwölf Punkte für einen Stoff, dessen vier häufigste Themen drei Viertel der Fragen tragen und der sich kaum verändert – Mathematik ist der Bereich mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Ertrag im gesamten Basiskenntnistest. Wer die Antwortmöglichkeiten als Teil der Aufgabe liest, überschlägt statt auszurechnen und die Einheiten diszipliniert führt, löst hier zuverlässig.
Die zusammengestellten Formeln liegen in der Formelsammlung im Kurs. Die übrigen Bereiche behandeln 40 Punkte in Biologie, 24 Punkte in Chemie und 18 Punkte in Physik. Übungsaufgaben findest du im MedAT-Kurs.
Häufige Fragen
Wie viele Mathematikaufgaben kommen beim MedAT 2027 dran?
Zuletzt waren es zwölf Aufgaben in elf Minuten, also 55 Sekunden je Aufgabe. Mathematik ist damit der kleinste der vier Bereiche des Basiskenntnistests.
Welches Niveau wird verlangt?
Schulmathematik ohne Analysis-Schwerpunkt. Gefragt sind Größen und Einheiten, Prozent, Algebra, Funktionen, Geometrie und Grundlagen der Vektorrechnung – der Rahmen steht in der Stichwortliste des jeweiligen Jahrgangs.
Welche Themen kommen am häufigsten?
Über die Jahrgänge 2013 bis 2026 tragen Funktionen mit 24,5 Prozent, Algebra und Geometrie mit je 17,4 und Zehnerpotenzen mit 16,8 Prozent zusammen gut drei Viertel der Mathematikfragen.
Darf ich einen Taschenrechner benutzen?
Nein. Alles wird im Kopf oder auf dem Papier gerechnet, weshalb Überschlagen und Kürzen mehr wert sind als Genauigkeit um jeden Preis.
Lohnt sich Mathematik überhaupt bei nur zwölf Aufgaben?
Gerade deshalb. Der Stoff ist enger begrenzt als in jedem anderen Bereich des Basiskenntnistests und ändert sich kaum, sodass sich hier vergleichsweise wenig Aufwand in verlässliche Punkte übersetzt.

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