Wie du 24 Punkte bei Chemie erreichst
Veröffentlicht am 28. August 2026. Zuletzt aktualisiert am 28. August 2026.
Wer sich auf den MedAT 2027 vorbereitet, trifft in Chemie auf 24 Aufgaben in 18 Minuten – so war der Untertest zuletzt zusammengesetzt. Das sind 45 Sekunden je Aufgabe und damit, gemeinsam mit Biologie, die knappste Taktung im Basiskenntnistest. Chemie ist dort nach Biologie der zweitgrößte Bereich; der Stoff steht in der Stichwortliste, die die Universitäten jährlich veröffentlichen.
Chemie hat unter den vier Fächern des Basiskenntnistests den zweifelhaftesten Ruf. Das liegt weniger am Stoff als an der Uhr, denn 45 Sekunden je Aufgabe reichen gerade zum Erkennen. Wer eine Aufgabe erst verstehen muss, hat sie schon verloren – wer das Muster kennt, löst sie in zwanzig Sekunden. Genau darauf zielt die Vorbereitung.
Was dich beim MedAT 2027 erwartet
Chemie ist einer von vier Bereichen des Basiskenntnistests, der zusammen 40 Prozent des Gesamtwerts trägt. Mit 24 Aufgaben liegt Chemie hinter Biologie mit 40 und vor Physik mit 18 und Mathematik mit zwölf. Die Zeitbudgets fallen dabei unterschiedlich aus:
| Bereich | Aufgaben | Zeit | je Aufgabe |
| Biologie | 40 | 30 Minuten | 45 Sekunden |
| Chemie | 24 | 18 Minuten | 45 Sekunden |
| Physik | 18 | 16 Minuten | 53 Sekunden |
| Mathematik | 12 | 11 Minuten | 55 Sekunden |
Chemie und Biologie teilen sich also die engste Taktung. Der Unterschied liegt darin, was in diesen 45 Sekunden zu tun ist: In Biologie rufst du ab, in Chemie rufst du ab und rechnest.
Welche Themen tatsächlich drankommen
Der Stoffrahmen steht in der Stichwortliste, und er ist überschaubarer, als der Ruf des Fachs vermuten lässt. Wiederkehrend sind Größen und Einheiten, Atombau und Periodensystem, die Bindungsarten, die chemische Reaktion samt Gleichgewicht und Katalyse, Säure-Base-Reaktionen, Redox-Reaktionen, die organische Chemie mit ihren Stoffklassen und die Naturstoffe.
Wie sich diese Themen tatsächlich verteilen, lässt sich inzwischen beziffern. Unsere Auswertung von 1.237 rekonstruierten Altfragen aus den Jahrgängen 2013 bis 2026 enthält 311 Chemiefragen, und sie verteilen sich alles andere als gleichmäßig:
| Stichwort | Fragen | Anteil am Fach |
| Säure-Base-Reaktionen | 38 | 12,2 % |
| Chemisches Gleichgewicht | 32 | 10,3 % |
| Redox-Reaktionen | 32 | 10,3 % |
| Naturstoffe | 29 | 9,3 % |
Diese vier Stichworte tragen zusammen 131 der 311 Fragen, also gut 42 Prozent des Fachs. Das ist keine Vorhersage für 2027 – verbindlich ist immer die Stichwortliste des jeweiligen Jahrgangs –, aber es ist eine belastbare Aussage darüber, wo sich Übungszeit über vierzehn Jahrgänge hinweg am stärksten ausgezahlt hat.
Rechnen und Wissen sind zwei getrennte Baustellen
Die eine Sorte Aufgabe fragt Wissen ab: Welche Bindung liegt vor, welche Stoffklasse ist das, welches Produkt entsteht. Solche Aufgaben löst du in Sekunden oder gar nicht – Nachdenken hilft nicht, wenn die Information fehlt. Sie sind der Grund, warum sich systematisches Durcharbeiten der Stichwortliste auszahlt.
Die andere Sorte verlangt eine Rechnung: Stoffmenge, Konzentration, pH-Wert, Ausbeute, Oxidationszahlen. Hier hilft Wissen allein nicht, hier zählt Routine. Diese Aufgaben werden nicht dadurch schneller, dass du die Formel kennst, sondern dadurch, dass du sie hundertmal angewendet hast.
Der praktische Schluss: Trenne beim Üben. Wissensfragen gehören in kurze, häufige Wiederholungen; Rechenaufgaben gehören in Blöcke, in denen du denselben Typ mehrfach hintereinander rechnest, bis der Weg automatisch abläuft. Wer beides vermischt, übt beides halb.
Drei Fallen, die regelmäßig Punkte kosten
Die erste sind Einheiten. Milligramm gegen Gramm, Milliliter gegen Liter, Millimol gegen Mol – die Rechnung stimmt, das Ergebnis ist um den Faktor tausend daneben, und genau dieses Ergebnis steht als Antwortmöglichkeit bereit. Es lohnt sich, die Einheit vor dem Rechnen zu notieren und nicht danach.
Die zweite ist die Stoffmenge. Zwischen Masse, Stoffmenge und Teilchenzahl wird regelmäßig hin- und hergesprungen, und wer den Zwischenschritt über die molare Masse überspringt, landet zuverlässig bei einer der angebotenen falschen Zahlen.
Die dritte sind Oxidationszahlen. Sie sind schnell vergeben und werden trotzdem oft falsch bestimmt, weil die Regeln in einer bestimmten Reihenfolge gelten. Wer sie einmal sauber lernt und danach nur noch anwendet, gewinnt die Redox-Aufgaben fast geschenkt – und Redox-Reaktionen stellen über die Jahrgänge hinweg gut ein Zehntel des Fachs.
Was die Altfragen sonst noch verraten
Zwei Beobachtungen aus demselben Bestand sind für die Planung nützlich. Erstens trifft die tatsächliche Zusammensetzung den amtlichen Bauplan über die Jahre hinweg fast auf die Frage genau: Vorgesehen sind 40 Biologie, 24 Chemie, 18 Physik und zwölf Mathematik, und der rekonstruierte Bestand liegt im Mittel bei 93 der 94 Aufgaben. Der BMS ist also in seinem Aufbau bemerkenswert stabil.
Zweitens liegt die Quote wörtlicher Wiederholungen zwischen den Jahrgängen bei rund vier Prozent – 50 von 1.237 Fragen. Altfragen zu bearbeiten lohnt sich also nicht, weil dieselbe Frage wiederkommt, sondern weil dieselben Aufgabentypen wiederkommen. Wer sie als Musterkatalog liest statt als Fragenkatalog, zieht daraus den größeren Nutzen.
Wie du die letzten drei Monate einteilst
Chemie belohnt Regelmäßigkeit stärker als Intensität. Sinnvoll sind kurze tägliche Einheiten, in denen du abwechselnd Stichworte wiederholst und einen Aufgabentyp durchrechnest, statt einmal in der Woche einen langen Block einzulegen. Der Grund liegt in der Zeitvorgabe: Was du nur verstanden, aber nicht eingeübt hast, ist unter 45 Sekunden nicht abrufbar.
Gegen Ende der Vorbereitung solltest du mindestens einmal die vollen 24 Aufgaben am Stück unter Zeit rechnen. Erst dann merkst du, welche Aufgabentypen dich ausbremsen – und das sind meist nicht die, die du für schwierig gehalten hättest.
Zusammenfassung
Chemie ist im MedAT ein Tempofach. Der Stoff ist begrenzt und steht in der Stichwortliste; entscheidend ist, ob du ihn unter 45 Sekunden abrufen kannst. Wer Wissensfragen und Rechenaufgaben getrennt übt, die Einheiten diszipliniert mitführt und seine Zeit dorthin lenkt, wo die Altfragen ihre Schwerpunkte zeigen, holt hier verlässlich Punkte.
Wie du den größten Bereich des Basiskenntnistests angehst, steht in 40 Punkte in Biologie. Die ausgewerteten Altfragen aller Jahrgänge liegen in der Altfragen-Lektion, Übungsaufgaben im MedAT-Kurs, der Ablauf des Testtags in der Übersicht zum MedAT.
Häufige Fragen
Wie viele Chemieaufgaben kommen beim MedAT 2027 dran?
Zuletzt waren es 24 Aufgaben in 18 Minuten. Damit ist Chemie der zweitgrößte Bereich des Basiskenntnistests, hinter Biologie mit 40 Aufgaben.
Ist Chemie der Bereich mit dem größten Zeitdruck?
Rechnerisch teilt sich Chemie die knappste Taktung mit Biologie: Beide kommen auf 45 Sekunden je Aufgabe. Praktisch wiegt die Zeit in Chemie schwerer, weil dort neben dem Abrufen auch gerechnet werden muss.
Welche Themen kommen am häufigsten?
Über die Jahrgänge 2013 bis 2026 tragen Säure-Base-Reaktionen, Chemisches Gleichgewicht, Redox-Reaktionen und Naturstoffe zusammen gut 42 Prozent der Chemiefragen. Verbindlich ist trotzdem die Stichwortliste des jeweiligen Jahrgangs.
Darf ich einen Taschenrechner benutzen?
Nein. Alle Rechnungen sind ohne Hilfsmittel zu lösen, was ein weiterer Grund ist, Rechenwege bis zur Routine zu üben statt sie nur zu verstehen.
Wie viel Zeit sollte ich für Chemie einplanen?
Weniger am Stück und dafür öfter. Kurze tägliche Einheiten wirken bei diesem Fach deutlich stärker als lange Blöcke, weil unter der knappen Zeitvorgabe nur abrufbar ist, was eingeübt wurde.

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