Was den Unterschied macht
Zur Frage, was Vorbereitung wirklich bringt, gibt es eine ungewöhnlich gute Datenlage: Eine Arbeitsgruppe hat 7.903 Teilnehmer des TMS 2018 danach befragt, womit und wie lange sie gearbeitet hatten, und die Angaben mit den Ergebnissen verrechnet, kontrolliert für Alter, Geschlecht und Abiturnote. Das ist die größte Untersuchung dieser Art im deutschen Sprachraum, und sie zeigt sehr deutlich, woran es liegt.

| Was beim TMS messbar gewirkt hat | ||
|---|---|---|
| Faktor | Effekt | Was das heißt |
| Arbeit an echten Aufgaben | +0,118 Punkte je Stunde | Bei durchschnittlich 35,8 Stunden waren das +4,2 Punkte: der stärkste einzelne Hebel |
| Motivation | +3,90 je Skalenpunkt | Der größte Faktor überhaupt |
| Lerngruppen | +0,060 je Stunde | Positiv, aber statistisch nicht abgesichert |
Zwei Sätze fassen die ganze Studie zusammen Was wirkt, ist die Zahl der Stunden an echten Aufgaben, und dass du über Monate dranbleibst.
Das ist gut für dich, denn dieser Faktor liegt vollständig in deiner Hand.
Warum Umfang wichtiger ist als Format
Ein Detail aus derselben Untersuchung erklärt sehr viel. Die befragten Personen hatten im Schnitt 35,8 Stunden mit Aufgaben gearbeitet, aber nur 5,4 Stunden in Kursen verbracht, und genau in diesem Verhältnis unterscheiden sich auch die Effekte. Ein Wochenende bringt eben ein Wochenende, den Unterschied macht die Summe der Stunden, in denen du selbst Aufgaben löst, prüfst und verstehst.
Die Autoren erklären den starken Effekt der Aufgabenarbeit damit, dass sie im Kern wiederholtes Testen ist, und dass wiederholtes Testen zu den am besten belegten Lernmethoden überhaupt gehört. Wer eine Aufgabe löst, die Lösung prüft und den eigenen Denkfehler benennt, lernt messbar mehr als jemand, der dieselbe Zeit mit Zuhören verbringt.
Rechne in Stunden, nicht in Wochen „Ich bereite mich seit drei Monaten vor“ sagt nichts. „Ich habe 60 Stunden an Aufgaben gearbeitet“ sagt alles.
Führ eine schlichte Strichliste. Sie ist der einzige Vorbereitungsindikator, der in dieser Untersuchung einen belegten Zusammenhang mit dem Ergebnis hatte.
Warum der TMSnat noch mehr belohnt
Alle diese Zahlen stammen vom alten TMS, der ausschließlich aus Denk- und Bearbeitungsaufgaben bestand, bei denen es keinen Stoff zu lernen gab. Man konnte dort Formate, Tempo und Technik trainieren, mehr nicht, weshalb die Effekte moderat ausfielen.
Der TMSnat verändert diese Rechnung an einer entscheidenden Stelle, denn rund ein Viertel der gewerteten Aufgaben besteht aus Fachwissen: Wissen ist nichts, was man mitbringt oder nicht, es ist etwas, das man sich aneignet, und dafür gilt keine der Obergrenzen, die für den TMS gemessen wurden. Die Untersuchung konnte diesen Anteil gar nicht messen, weil es ihn damals nicht gab.
Die drei Hebel des TMSnat Wissen: direkt lernbar, ein Viertel der gewerteten Aufgaben.
Technik: Aufgabenformate, Ausschlussverfahren, Bogenführung, in wenigen Wochen aufzubauen.
Tempo: reine Übungssache, aber nur über viele Wiederholungen.
Alle drei sind Arbeit, und alle drei wirken. Das ist der Unterschied zum TMS, bei dem nur die letzten beiden zur Verfügung standen.
Was den Unterschied macht Arbeit an echten Aufgaben ist der stärkste Hebel: +0,118 Punkte je Stunde.
Motivation ist der größte Einzelfaktor.
Kursteilnehmer arbeiteten im Schnitt nur 5,4 Stunden: ein Wochenende bringt ein Wochenende.
Der TMSnat belohnt zusätzlich gelerntes Wissen, das es im TMS gar nicht zu lernen gab.