Klassische Genetik
Was die Genetik untersucht
Alle Menschen bestehen aus denselben biologischen Grundbausteinen, trotzdem gleicht kein Mensch dem anderen. Selbst Geschwister, die dieselben Eltern haben, unterscheiden sich in unzähligen Eigenschaften, was die Genetik (Vererbungslehre) genau erklärt: wie Erbinformation aufgebaut ist, wie sie von einer Generation zur nächsten weitergegeben wird, wie sie Merkmale beeinflusst und wie sie sich verändern kann.
Für die Medizin ist das zentral. Im Erbgut stecken nicht nur Anlagen für Augenfarbe oder Körpergröße, sondern auch für Erkrankungen. Wer verstehen will, warum eine Krankheit in einer Familie auftritt, wie hoch das Risiko für das nächste Kind ist und warum manche Erkrankungen fast nur Männer treffen, braucht die Grundregeln der Vererbung.
Als Genom bezeichnet man die gesamte Erbinformation einer Zelle. Beim Menschen liegt der weitaus größte Teil davon im Zellkern, verteilt auf 46 Chromosomen. Diese bestehen aus DNA und Proteinen, und die DNA trägt die eigentliche Information in der Abfolge ihrer Basen, ein kleiner Rest liegt außerhalb des Kerns, in den Mitochondrien, dazu später mehr, denn dieser Rest vererbt sich nach völlig eigenen Regeln.
Die klassische Genetik fragt: Was wird weitergegeben und nach welchen Regeln? Anschließend fragt die Molekulargenetik: Wie läuft das auf Molekülebene ab?
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Das steht außerdem in diesem Kapitel
- Vom Nukleotid zum Chromosom
- Der Aufbau eines Chromosoms
- Chromosomensatz, Karyogramm und Geschlechtschromosomen
- Woher die genetische Vielfalt kommt
- Genotyp, Phänotyp und Allele
- Kreuzungsschemata lesen und aufstellen
- Erste Mendelsche Regel: Uniformität
- Zweite Mendelsche Regel: Spaltung
- Dritte Mendelsche Regel: Unabhängigkeit
- Das Hardy-Weinberg-Gesetz
- Die Erbgänge im Überblick
- Gonosomale und mitochondriale Erbgänge
- Stammbaumanalyse
- Vererbung der Blutgruppen
- Rhesusfaktor und Rhesus-Prophylaxe
- Das Wichtigste in Kürze