Die Ausgangslage in Zahlen
In Deutschland gibt es gut zehntausend Studienplätze für Humanmedizin und rund dreimal so viele Bewerbungen. Wer einen davon bekommt, entscheidet weder der Zufall noch eine einzelne Zahl, sondern ein Verfahren mit klaren Regeln, die öffentlich einsehbar sind, und wenn du diese Regeln einmal durchschaut hast, weißt du genau, an welchen Stellschrauben du wirklich drehen kannst: Genau darum geht es in dieser Lektion.

| Kapazität und Nachfrage in der Humanmedizin | |||
|---|---|---|---|
| Zeitraum | Studienplätze | Standorte | Bewerbungen |
| Wintersemester 2025/26 | 10.281 | 41 | 31.543 |
| Wintersemester 2026/27 | ca. 10.034 (vorläufig) | – | noch offen |
| Sommersemester | ca. 1.811 | deutlich weniger | – |
Die Zahl für 2026/27 ist ein Zwischenstand und nicht mit dem abgeschlossenen Vorjahr vergleichbar: hochschulstart veröffentlicht die Plätze im Lauf des Verfahrens, weil nicht alle Hochschulen gleichzeitig melden. Ein Rückgang lässt sich daraus nicht ablesen, im Gegenteil sind zuletzt Standorte dazugekommen, etwa Cottbus zum Wintersemester 2024/25 und Mainz/Trier zum Sommersemester 2025. Die Standortliste in diesem Kurs führt aktuell 43 Fakultäten mit zusammen rund 10.300 Plätzen.
Drei Bewerbungen je Platz, nicht zwanzig Das Verhältnis liegt bei etwa drei zu eins. Die Zahl klingt freundlicher als der Ruf des Fachs, und sie stimmt.
Schwierig wird es nicht durch die schiere Masse, sondern durch die Verteilungsregeln, und die kannst du lernen.
Zwei Zahlen, die oft verwechselt werden
Alle großen Zahlen dieser Lektion gelten für das Wintersemester. Im Sommersemester werden bundesweit nur rund 1.811 Plätze vergeben, und längst nicht jede Universität nimmt dann überhaupt auf. Wer einen Sommerstart plant, rechnet also mit einem Sechstel des Angebots.
Die zweite Verwechslung betrifft das Alter der Zahlen. In vielen Ratgebern steht noch „rund 9.500 Studienplätze“, und dieser Wert ist mehrere Jahre alt und rund achthundert Plätze zu niedrig. Die einzige belastbare Sammelquelle sind die Detailergebnisse des Zentralen Verfahrens von hochschulstart.de, in denen die Kapazität jeder einzelnen Universität steht.
Veraltete Zahlen wirken harmlos, sind es aber nicht Wer mit 9.500 Plätzen rechnet, unterschätzt seine Chancen systematisch, weshalb er daraus womöglich eine falsche Entscheidung über Auslandsstudium oder Wartesemester trifft.
Prüfe vor jeder Bewerbung die aktuellen Werte auf hochschulstart.de und bei deiner Wunschuniversität.
Wo die Plätze liegen
Die Kapazitäten verteilen sich sehr ungleich. München stellt allein 870 Plätze, während kleinere Standorte bei gut hundert liegen, eine Verteilung, die für deine Ortswahl später wichtiger ist, als sie zunächst wirkt.
| Die größten Standorte, Wintersemester 2025/26 | |||
|---|---|---|---|
| Universität | Plätze | Universität | Plätze |
| München | 870 | Bonn | 335 |
| Marburg | 407 | Hannover | 320 |
| Düsseldorf | 399 | Berlin | 318 |
| Frankfurt | 383 | Saarbrücken | 298 |
| Freiburg | 367 | Jena | 286 |
| Hamburg | 364 | Aachen | 285 |
| Ulm | 355 | Heidelberg/Mannheim | 270 |
| Bochum | 353 | Regensburg | 232 |
| Heidelberg | 350 | Dresden | 230 |
| Leipzig | 340 | Duisburg-Essen | 226 |
Zwei Entwicklungen bewegen diese Zahlen nach oben. Bayern hat allein zum Wintersemester 2024/25 und Sommersemester 2025 rund 2.155 Plätze geschaffen und will bis 2032/33 insgesamt 2.700 zusätzliche erreichen. Und in Cottbus nimmt die neue Medizinische Universität Lausitz zum Wintersemester 2026/27 mit zunächst 36 Plätzen den Betrieb auf.
Die Ausgangslage 10.281 Plätze an 41 Studienangeboten, 31.543 Bewerbungen, also rund drei je Platz.
Im Sommersemester nur etwa 1.811 Plätze bundesweit.
Die oft zitierten 9.500 Plätze sind veraltet und rund achthundert zu niedrig.
Größter Standort ist München mit 870, die kleinsten liegen bei gut hundert.
Die Kapazität wächst langsam: Bayern baut aus, Cottbus startet 2026/27.