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Säure-Base-Reaktionen

Autoprotolyse des Wassers

2014
Welche Aussage zur Autoprotolyse des Wassers ist richtig?
A) In reinem Wasser ist die Konzentration von H₃O⁺ gleich der von OH⁻.
B) In reinem Wasser gibt es mehr H₃O⁺ als OH⁻-Ionen.
C) In reinem Wasser liegen ausschließlich OH⁻-Ionen vor.
D) Reines Wasser enthält keine H₃O⁺-Ionen.
E) Die Autoprotolyse des Wassers ist irreversibel.
Lösung: A) In reinem Wasser ist die Konzentration von H₃O⁺ gleich der von OH⁻.

2018
Welche Aussage zum Wassermolekül ist FALSCH?
A) Wasser kann nur sauer, aber nicht basisch reagieren.
B) Die Konzentration an Hydronium- und Hydroxidionen ist in reinem Wasser gleich hoch.
C) Wasser ist amphoter.
D) Wasser kann sowohl als Säure als auch als Base reagieren.
E) Reines Wasser hat einen pH-Wert von 7.
Lösung: A) Wasser kann nur sauer, aber nicht basisch reagieren.

Dass Wasser sich selbst protonieren und deprotonieren kann, nennt man Autoprotolyse (griech. „selbst“ + „Proton“ + „Spaltung“): 2 H₂O ⇌ H₃O⁺ + OH⁻. Die H-O-Bindung im Wassermolekül ist stark polar, da der stark elektronegative Sauerstoff die Bindungselektronen deutlich stärker anzieht als der Wasserstoff: Das Proton wird dadurch nur schwach gehalten und kann durch thermische Bewegung und Kollisionen relativ leicht freigesetzt werden. Nimmt ein benachbartes Wassermolekül dieses Proton als Base auf, werden beide entstehenden Ionen (Oxonium-Ion H₃O⁺ und Hydroxid-Ion OH⁻) durch Wasserstoffbrückenbindungen mit den umgebenden Wassermolekülen stabilisiert.

Autoprotolyse des Wassers und das Ionenprodukt
Autoprotolyse des Wassers und das Ionenprodukt. Das Produkt bleibt in jeder wässrigen Lösung 10⁻¹⁴ — deshalb gilt immer pH + pOH = 14.

Für diese Gleichgewichtsreaktion lässt sich ein Massenwirkungsgesetz aufstellen: K = [H₃O⁺][OH⁻] / [H₂O]². Da die Wasserkonzentration in reinem Wasser praktisch konstant bleibt, lässt sie sich herauskürzen, sodass das Ionenprodukt des Wassers übrig bleibt: Kw = [H₃O⁺]·[OH⁻]. Experimentell wurde gezeigt, dass in reinem Wasser [H₃O⁺] = [OH⁻] = 10⁻⁷ mol/L gilt, woraus sich Kw = 10⁻¹⁴ mol²/L² ergibt. Diese Fähigkeit, sowohl Protonen abzugeben als auch aufzunehmen, macht Wasser zu einem Ampholyten, also einer Verbindung, die je nach chemischer Umgebung sowohl als Säure als auch als Base reagieren kann. Auch Hydrogencarbonat (HCO₃⁻, kann zu Carbonat CO₃²⁻ deprotoniert oder zu Kohlensäure H₂CO₃ protoniert werden) und Aminosäuren (mit saurer Carboxygruppe und basischer Aminogruppe) sind klassische Ampholyte: Diese Eigenschaft macht sie besonders wichtig in Puffersystemen wie dem Blut.

Puffersysteme: Wirkungsweise und Pufferbereich
Puffersysteme: Wirkungsweise und Pufferbereich. Im Blut arbeitet der Kohlensäure-Bicarbonat-Puffer: CO₂ + H₂O ⇌ H₂CO₃ ⇌ H⁺ + HCO₃⁻ — und CO₂ lässt sich abatmen.

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Das steht außerdem in diesem Kapitel

  1. pH-Wert
  2. Brønsted Säuren/Basen
  3. Säurestärke
  4. Mineralsäuren
  5. Salze