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Klassische Genetik

Mendelsche Regeln

2014
Wie ist das Phänotypen-Aufspaltungsverhältnis in der F₂-Generation bei einer dihybriden Kreuzung AaBb × AaBb (unabhängige Vererbung)?
A) 9:3:3:1
B) 3:1
C) 1:2:1
D) 1:1:1:1
E) 15:1
Lösung: A) 9:3:3:1

2016
Bei der Kreuzung Aabb × AaBB (A = Farbe, B = Form): Welche Aussage zur F₁-Generation trifft zu?
A) Alle Individuen der F₁-Generation haben die gleiche Form
B) Alle Individuen der F₁-Generation haben die gleiche Farbe
C) Die F₁-Generation spaltet im Phänotyp 9:3:3:1 auf
D) Die F₂-Generation spaltet im Genotyp 9:3:3:1 auf
E) Es entsteht kein einheitliches Merkmal in der F₁-Generation
Lösung: A) Alle Individuen der F₁-Generation haben die gleiche Form

2018
Bei der Kreuzung aaBB × AAbb: Welchen Genotyp haben alle Individuen der F₁-Generation?
A) AaBb
B) aabb
C) AABB
D) Aabb
E) aaBb
Lösung: A) AaBb

2019
Homozygote Erbsen werden nach den Mendelschen Regeln gekreuzt: eine Sorte ist gelb, die andere grün. Die F₁-Generation ist einheitlich gelb, erst in der F₂-Generation treten wieder grüne Erbsen auf. Worauf ist das zurückzuführen?
A) Das Allel „grün“ wird rezessiv vererbt und äußert sich somit nur bei Homozygotie (grün-grün)
B) Uniformitätsregel im Verhältnis 3:1
C) Uniformitätsregel und Aufspaltung der Allele in der F₂-Generation
D) Das Allel „gelb“ ist dominant
E) Das Allel „grün“ überspringt eine Generation
Lösung: A) Das Allel „grün“ wird rezessiv vererbt und äußert sich somit nur bei Homozygotie (grün-grün)

2020
Welche Kreuzung von Erbsenpflanzen (gelb rezessiv r, rot dominant R) kann eine F₁-Generation mit sowohl gelben (rr) als auch roten Blüten (Rr, RR) hervorbringen?
A) Rr x RR oder Rr x Rr
B) RR x rr oder Rr x Rr
C) rr x Rr oder Rr x Rr
D) rr x rr oder Rr x rr
E) rr x rr oder Rr x Rr
Lösung: A) rr x Rr oder Rr x Rr

2021
Bei der autosomalen Vererbung eines monogenen Merkmals von zwei heterozygoten Eltern (Aa, A dominant) – welche Aussage trifft NICHT zu?
A) Etwa die Hälfte der Kinder sind heterozygot
B) Wenn das merkmalsbestimmende Allel rezessiv ist, prägt es sich unterschiedlich aus
C) Mögliches Crossing-over ist nicht relevant
D) das Merkmal prägt sich bei allen Nachkommen unterschiedlich aus
E) Etwa ein Viertel der Nachkommen ist homozygot rezessiv (aa)
Lösung: D) das Merkmal prägt sich bei allen Nachkommen unterschiedlich aus

2022
Bei einer dihybriden Kreuzung AABB × aabb nach der 3. Mendelschen Regel – welche Aussage trifft NICHT zu?
A) F₂-Generation: Genotypen spalten sich 9:3:3:1
B) F₂-Generation: Phänotypen spalten sich 9:3:3:1
C) Alle Nachkommen der F₁-Generation haben gleiche Farbe
D) Alle Nachkommen der F₁-Generation haben gleiche Form
E) Alle Nachkommen der F₁-Generation haben den gleichen Genotyp
Lösung: A) F₂-Generation: Genotypen spalten sich 9:3:3:1

2023
Gelbe und grüne Erbsen werden gekreuzt: In der F₁-Generation sind alle Erbsen gelb, in der F₂ treten im Verhältnis 3:1 wieder grüne Erbsen auf. Auf welche Mendelsche Regel ist dies zurückzuführen?
A) Uniformitätsregel (1. Mendelsche Regel)
B) Spaltungsregel (2. Mendelsche Regel)
C) Unabhängigkeitsregel / Neukombinationsregel (3. Mendelsche Regel)
D) Das Allel für grüne Erbsen ist dominant
E) Die Erbsenfarbe wird kodominant vererbt
Lösung: B) Spaltungsregel (2. Mendelsche Regel)

2025
Bei Blumen ist Rot (R) dominant und Gelb (r) rezessiv. Welche zwei Kreuzungen liefern jeweils Nachkommen mit beiden Blütenfarben (rot und gelb)?
A) RR×Rr und Rr×Rr
B) rr×RR und RR×Rr
C) Rr×Rr und rr×rr
D) Rr×Rr und rr×Rr
E) RR×RR und rr×rr
Lösung: A) Rr×Rr und rr×Rr

Unser Genom (die gesamte Erbinformation einer Zelle) liegt im Zellkern in Form von 46 Chromosomen bzw. 23 Chromosomenpaaren vor, einem diploiden Chromosomensatz, bei dem jeweils ein Chromosom von der Mutter und eines vom Vater stammt. Nur Keimzellen (Ei- und Samenzellen, sog. Gameten) besitzen einen einfachen, haploiden Chromosomensatz. Auf den Chromosomen liegen die Gene, deren verschiedene Varianten Allele heißen. Sind beide Allele für ein Merkmal gleich, spricht man von homozygot, bei zwei unterschiedlichen Allelen von heterozygot. Der Genotyp beschreibt die genetische Ausstattung, der Phänotyp das äußerlich sichtbare Merkmal (abhängig von Genotyp und Umwelt).

Beim dominant-rezessiven Erbgang setzt sich das dominante Allel bereits bei einfachem Vorhandensein durch, während ein rezessives Merkmal nur bei Homozygotie (zweimaliges Vorliegen des rezessiven Allels) sichtbar wird. Im intermediären Erbgang entsteht bei Heterozygotie stattdessen eine Mischform (z. B. rosa Blüten aus rot × weiß).

Kreuzungsschema mit Punnett-Quadrat
Kreuzungsschema mit Punnett-Quadrat. Genotyp und Phänotyp fallen bei dominant-rezessiver Vererbung fast nie zusammen — immer beide getrennt angeben.

Die 1. Mendelsche Regel (Uniformitätsregel) gilt bei der Kreuzung zweier reinerbiger (homozygoter) Individuen: Alle Nachkommen der F₁-Generation sind einheitlich (uniform) in Genotyp und Phänotyp.

Die Generationen-Nomenklatur dazu: Die gekreuzten reinerbigen Eltern bilden die Parentalgeneration (P), ihre Nachkommen die 1. Filialgeneration (F₁), deren Nachkommen wiederum die F₂ (in genau dieser Schreibweise formulieren Prüfungsfragen die Mendel-Regeln).

1. Mendelsche Regel: Uniformitaetsregel
1. Mendelsche Regel: Uniformitaetsregel. Uniform heißt gleich aussehend — nicht identisch mit einem Elternteil.

Die 2. Mendelsche Regel (Spaltungsregel) gilt bei der Kreuzung zweier heterozygoter Individuen (z. B. der F₁-Generation): In der F₂-Generation spalten sich die Genotypen im Verhältnis AA:Aa:aa = 1:2:1 auf, was bei vollständiger Dominanz im Phänotyp einem Verhältnis von 3:1 entspricht.

2. Mendelsche Regel: Spaltungsregel mit Verhaeltnis 3 zu 1
2. Mendelsche Regel: Spaltungsregel mit Verhaeltnis 3 zu 1. Bei dominant-rezessiver Vererbung sehen RR und Rr gleich aus — daraus wird aus 1 : 2 : 1 das bekannte 3 : 1. Nur rr zeigt das rezessive Merkmal, und zwar in einem von vier Fällen.

Die 3. Mendelsche Regel (Unabhängigkeitsregel) betrifft die gleichzeitige Vererbung zweier Merkmale (dihybrider Erbgang): Werden zwei reinerbige Linien gekreuzt (z. B. AABB × aabb), ist die F₁-Generation einheitlich (AaBb), kreuzt man anschließend zwei doppelt heterozygote Individuen der F₁-Generation, spalten sich die Phänotypen der F₂-Generation im Verhältnis 9:3:3:1 auf (die Genotypen verteilen sich dagegen auf neun Klassen). Diese Regel gilt allerdings nur für Gene, die entweder auf unterschiedlichen Chromosomen liegen oder (bei gemeinsamer Lage auf einem Chromosom) durch Crossing-over ausreichend weit voneinander entfernt sind, um unabhängig vererbt zu werden.

3. Mendelsche Regel: Unabhaengigkeitsregel
3. Mendelsche Regel: Unabhaengigkeitsregel. Gilt nur, wenn die Gene unabhängig verteilt werden — praktisch also auf verschiedenen Chromosomen liegen. Bei Genkopplung auf demselben Chromosom kommt 9 : 3 : 3 : 1 nicht heraus.

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Das steht außerdem in diesem Kapitel

  1. Kernteilung: Mitose und Meiose
  2. Chromosomentheorie der Vererbung
  3. Nichtchromosomale Vererbung
  4. Aufbau des Genoms bei Eukaryonten
  5. Mutationen
  6. Krebsentstehung
  7. Vererbung des Geschlechts