Wie du 14 Punkte bei Emotionen erkennen erreichst

Wie du 14 Punkte bei Emotionen erkennen erreichst

Veröffentlicht am 8. Juli 2021. Zuletzt aktualisiert am 28. August 2026.

Wer sich auf den MedAT 2027 vorbereitet, trifft bei Emotionen erkennen auf vierzehn Aufgaben in 21 Minuten – so war der Untertest zuletzt zusammengesetzt. Zu jeder Situationsbeschreibung stehen fünf Gefühlsaussagen, die einzeln als eher wahrscheinlich oder eher unwahrscheinlich zu bewerten sind. Ein Punkt fällt nur, wenn alle fünf Zuordnungen stimmen.

Im Jahr 2017 wurde der MedAT um den Untertest „Emotionen erkennen“ erweitert, um die Empathie und das Einfühlungsvermögen der Teilnehmer zu testen. Du lernst jeweils eine fiktive Person anhand eines kurzen Textes kennen und sollst anschließend deren Gefühlslage einschätzen. Viele stellen sich hier die Frage, ob man denn für diesen Untertest wirklich lernen kann. Bei dem Untertest Gedächtnis und Merkfähigkeit gibt es Strategien, die auf jede Aufgabe gleichermaßen angewandt werden können und bei gutem Beherrschen so gut wie immer zum Erfolg führen. Emotionen erkennen gestaltet sich in dieser Hinsicht ein wenig anders, da jedes Beispiel individuell betrachtet und analysiert werden muss. Wie könnte so ein Beispiel aussehen und wie solltest du vorgehen?

Was dich beim MedAT 2027 erwartet

Emotionen erkennen gehört mit „Soziales Entscheiden“ und „Emotionen regulieren“ zu den sozial-emotionalen Kompetenzen, die zusammen zehn Prozent des Gesamtwerts ausmachen. Zuletzt waren es vierzehn Aufgaben in 21 Minuten, und mit dieser Zusammensetzung solltest du auch für 2027 rechnen. Das sind rund 90 Sekunden je Aufgabe, in denen du den Text liest und fünf Aussagen bewertest.

Wichtig ist die Bewertung: Es gibt keine Teilpunkte. Vier von fünf richtig zugeordneten Gefühlen bringen genauso viel wie null, nämlich nichts. Deshalb lohnt es sich, lieber eine Aufgabe sorgfältig zu Ende zu denken als zwei halb.

Und wo stehst du gerade? Emotionen erkennen ist einer von dreizehn Untertests, und nicht jeder verdient dieselbe Aufmerksamkeit. Die MedAT-Diagnose rechnet aus deinen Werten, welcher Bereich dir die meisten Gesamtpunkte bringt – das ist selten der, in dem du am schwächsten bist.

Übungsbeispiel Emotionen erkennen – wie findest du eine Lösung?

Um zu veranschaulichen, welche Gedanken du dir zu jeder Aufgabe machen solltest, stelle ich dir zuerst eine Übungsaufgabe, die wir anschließend Schritt für Schritt aufschlüsseln werden, um zur richtigen Lösung zu kommen.

Lisa ist Medizinstudentin und bereitete sich wochenlang intensiv auf eine große Prüfung vor. Trotz ihrer großen Bemühungen hat ihre erreichte Punktzahl am Ende nicht zum Bestehen gereicht. Später trifft sie ihre Freundin, die viel weniger gelernt hat als Lisa, jedoch mit einem sehr guten Ergebnis bestanden hat. Lautstark prahlt sie mit ihrer hohen Punktzahl, von der Lisa nur träumen könnte. Wie fühlt sich Lisa in dieser Situation?

eher wahrscheinlich eher unwahrscheinlich
Sie ist enttäuscht. o o
Sie ist eifersüchtig. o o
Sie ist motiviert. o o
Sie ist ängstlich. o o
Sie ist neidisch. o o

Was solltest du bei Emotionen erkennen beachten?

Wir alle wissen, dass Gefühle etwas völlig Individuelles sind. Du selbst würdest dich in dieser Situation vielleicht anders fühlen als Lisa und das gestaltet die Beantwortung oft etwas schwieriger. Deshalb solltest du dich wirklich nur auf den Text in der Angabe beziehen und daraus Emotionen ableiten. Ob Lisa normalerweise schnell wütend wird, oft traurig ist, eher ruhig ist oder zu überschwänglichen Emotionen neigt, kannst du gar nicht wissen, deswegen solltest du dir darüber auch nicht den Kopf zerbrechen.

Nach dem Lesen des Textes wirst du mit fünf Emotionen konfrontiert. Wenn du dich gut auf den Untertest vorbereiten möchtest, solltest du dich damit auseinandersetzen, wie diese Emotionen überhaupt definiert sind. Bei Enttäuschung ist die Bedeutung wahrscheinlich noch relativ einleuchtend und viele von uns waren schon einmal über ein schlechtes Prüfungsergebnis enttäuscht, vor allem dann, wenn wir eigentlich viel dafür gelernt haben. Hier wäre als „eher wahrscheinlich“ anzukreuzen. Aber was ist eigentlich genau der Unterschied zwischen eifersüchtig und neidisch? Im Alltag werden diese zwei Begriffe oft als Synonyme verwendet, die sie aber eigentlich nicht sind. Eifersucht beschreibt in erster Linie das Gefühl, wenn man von einer Bezugsperson scheinbar nicht genügend Aufmerksamkeit und Zuneigung bekommt. Jene Zuneigung wird allerdings einer dritten Person geschenkt, auf welche man dann eifersüchtig ist. Lisa hat in dieser Situation also keinen Grund, um eifersüchtig zu sein. Neid bezeichnet das Gefühl, wenn man gerne etwas hätte, das eine andere Person hat. Dies trifft in diesem Fall zu, immerhin hätte Lisa auch gern ein besseres Prüfungsergebnis erzielt.

In manchen Fällen kann eine nicht gelungene Prüfung durchaus motivierend sein. In diesem Fall wird dies allerdings eher unwahrscheinlich sein, da Lisa bereits viel gelernt hat und durch diesen Rückschlag wohl eher verzweifelt als motiviert sein wird. Auch ängstlich wäre in diesem Fall keine wahrscheinliche Emotion. Immerhin wird Lisa nur durch die nicht bestandene Prüfung keiner akuten Bedrohung ausgesetzt, zumindest wissen wir nicht davon.

Die Regel hinter fast allen Aufgaben

Wenn du die amtlichen Lösungen durchgehst, fällt ein Muster auf, das dir viel Grübeln erspart: Was der Text nicht hergibt, ist eher unwahrscheinlich. Eine Emotion braucht einen Anlass, der ausdrücklich in der Situationsbeschreibung steht. Fehlt er, wird sie nicht angekreuzt, auch wenn sie sich lebensnah anfühlt. Für die häufigsten Gefühle lässt sich das zu einer knappen Prüfliste verdichten:

Emotion Nur wahrscheinlich, wenn im Text steht:
Erleichterung eine vorher genannte Belastung oder Befürchtung, die sich auflöst
Überraschung dass die Person ausdrücklich nicht damit gerechnet hat. Wörter wie „wie immer“ oder „regelmäßig“ schließen sie aus
Stolz eine eigene anerkennenswerte Leistung, nicht bloß ein günstiger Zufall
Dankbarkeit eine erkennbare Zuwendung durch jemanden
Zuversicht, Zufriedenheit eine Aussage über die Zukunft oder die Lebenslage insgesamt, nicht nur über den Moment
Schuld, Scham, Reue dass die Person sich selbst für das Geschehene verantwortlich sieht
Eifersucht dass es um die Zuwendung eines Menschen geht. Geht es um eine Sache, ist es Neid
Empörung ein Verstoß gegen eine moralische Regel, bloßer Ärger genügt nicht

Zwei gegenläufige Gefühle dürfen übrigens beide wahrscheinlich sein, wenn der Text für jedes einen eigenen Anlass liefert. Enttäuschung und Neid schließen einander in Lisas Fall nicht aus.

Tipps und Tricks für Emotionen erkennen

Handle jede Aussage so ab, wie im obigen Beispiel: Was zeichnet die genannte Emotion aus? Passt sie zu der geschilderten Situation? Die geschilderte Situation ist hierbei wirklich nur das, was auf dem Angabezettel steht. Theoretisch könnte man die Geschichte so weiterinterpretieren, dass fast jede Emotion irgendwie wahrscheinlich wäre, aber dies würde am Ziel vorbeischießen.

Für die Beurteilung der Gefühle solltest du dich in die genannte Person hineinversetzen können. Allerdings musst du trotzdem neutral bleiben. Ein Choleriker würde in Lisas Situation vielleicht sehr wütend über das Verhalten der Freundin werden. Dies entspricht jedoch nicht der wahrscheinlichen Reaktion eines durchschnittlichen Menschen. Hör also auf dein Gefühl, lass dich aber nicht ausschließlich davon leiten, sondern beurteile die Situation auch von einer außenstehenden Perspektive.

Drei Fallen, die regelmäßig Punkte kosten

Die erste ist die eigene Biografie. Wer selbst einmal in einer ähnlichen Lage war, kreuzt das an, was er damals gefühlt hat, statt das, was der Text hergibt. Gefragt ist die wahrscheinliche Reaktion eines durchschnittlichen Menschen auf genau diese Schilderung.

Die zweite ist das Weiterdenken. Sobald du dir ausmalst, was danach passiert sein könnte, wird fast jede Emotion irgendwie plausibel. Der Text endet, wo er endet, und alles, was du dazuerfindest, zählt nicht.

Die dritte sind Begriffe, die im Alltag verschwimmen. Eifersucht und Neid sind das bekannteste Paar, aber auch Ärger und Empörung, Angst und Sorge, Scham und Schuld oder Zufriedenheit und Erleichterung werden im Test sauber unterschieden. Wer die Definitionen einmal nebeneinanderlegt, gewinnt hier mehr Punkte als durch längeres Nachdenken über den Einzelfall.

Zusammenfassung

Abschließend bleibt nur zu sagen, dass man auch in diesem Untertest durch regelmäßiges Üben bessere Ergebnisse erzielen kann. Versuch also, durch das Lösen von Beispielen ein Gefühl für die neutrale Beurteilung von Geschehnissen zu bekommen, indem du jede Situation Schritt für Schritt durchgehst. Wer die Definitionen der häufigsten Gefühle sicher auseinanderhält und sich streng an den Text hält, kommt bei diesem Untertest erfahrungsgemäß schnell auf ein stabiles Niveau.

Die beiden anderen Untertests dieses Testteils sind Soziales Entscheiden und Emotionen regulieren. Wie sich die vierzehn Punkte im Gesamtwert auswirken, steht in der Statistik zu den Gesamtwerten, der Aufbau des ganzen Testtags in der Übersicht zum MedAT. Übungsaufgaben zu allen Untertests findest du im MedAT-Kurs.

Häufige Fragen

Wie viele Aufgaben hat Emotionen erkennen beim MedAT 2027?

Zuletzt waren es vierzehn Aufgaben in 21 Minuten, also rund 90 Sekunden je Aufgabe, und mit dieser Zusammensetzung ist auch 2027 zu rechnen. Verbindlich wird sie erst, wenn die Universitäten sie vor der Anmeldung veröffentlichen.

Wie wird Emotionen erkennen bewertet?

Eine Aufgabe zählt nur dann als gelöst, wenn alle fünf Gefühlsaussagen richtig als wahrscheinlich oder unwahrscheinlich eingeordnet sind. Teilpunkte gibt es nicht.

Wie viele der fünf Aussagen sind üblicherweise wahrscheinlich?

Meist zwei, gelegentlich drei. Eine feste Regel ist das nicht, und man sollte nicht danach raten – aber wer am Ende vier oder fünf Aussagen als wahrscheinlich markiert hat, sollte noch einmal prüfen, ob für jede wirklich ein Anlass im Text steht.

Kann man Emotionen erkennen überhaupt trainieren?

Ja, aber anders als bei den kognitiven Untertests. Trainierbar sind nicht Schnelligkeit oder Technik, sondern die sauberen Definitionen der Gefühle und die Gewohnheit, jede Aussage einzeln gegen den Text zu prüfen statt gegen das eigene Empfinden.

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