Wie du 15 Punkte bei Figuren zusammensetzen erreichst
Veröffentlicht am 5. Mai 2021. Zuletzt aktualisiert am 28. August 2026.
Wer sich auf den MedAT 2027 vorbereitet, trifft bei Figuren zusammensetzen auf 15 Aufgaben in 20 Minuten – so war der Untertest zuletzt zusammengesetzt. Aus drei bis sieben Bruchstücken ist im Kopf eine geometrische Figur zu bilden. Die Teile dürfen dabei gedreht, aber nicht gespiegelt werden, und Hilfsmittel sind nicht erlaubt.
Figuren zusammensetzen – eine Übersicht
Als Untertest der kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten ist das Figuren-Zusammensetzen seit vielen Jahren fester Bestandteil des MedAT. Innerhalb von 20 Minuten sind 15 Aufgaben zu lösen, indem man Bruchstücke im Geiste zu einer geometrischen Figur zusammensetzt – und das ohne Hilfsmittel. Wo früher noch gezeichnet werden durfte, müssen die Aufgaben heute mit reiner Vorstellungskraft gelöst werden. Das sind 80 Sekunden je Aufgabe.
Diese Fähigkeit, nämlich zwei- oder dreidimensionale Objekte gedanklich zu repräsentieren und in verschiedene Richtungen und Ebenen zu drehen, nennt sich „mentale Rotation“. Seit den 1970er Jahren ist sie ein in der Psychologie anerkannter Teil der Raumkognition und findet bei Aufnahmeverfahren wie dem MedAT zur Überprüfung des räumlichen Vorstellungsvermögens Anwendung.
Die drei Regeln, die alles entscheiden
Bevor du mit dem Üben beginnst, solltest du drei Festlegungen kennen, weil sie die Hälfte der falschen Antworten von vornherein ausschließen:
- Drehen ist erlaubt, spiegeln nicht. Ein Bruchstück darf in jede Lage gedreht werden, aber es darf nicht umgeklappt werden. Wenn ein Teil nur als Spiegelbild passen würde, ist es das falsche Teil – und diese Antwortmöglichkeit ist die häufigste Falle des ganzen Untertests.
- Das Größenverhältnis spielt keine Rolle. Die Bruchstücke und die Zielfigur müssen nicht maßstabsgetreu zueinander abgebildet sein. Ein Teil, das zu klein wirkt, ist deshalb nicht ausgeschlossen.
- Alle Teile müssen verwendet werden, und zwar lückenlos und ohne Überlappung. Eine Lösung, bei der ein Stück übrig bliebe, ist keine.
Dazu kommt der Formenvorrat, der seit Jahren derselbe ist: Es sind Kreise und regelmäßige Vielecke, keine unregelmäßigen Umrisse. Wer das weiß, kann von der Außenkante her denken.
Was die Forschung dazu sagt
Für die ersten Versuche zur mentalen Rotation wurden Versuchspersonen vor die Aufgabe gestellt, Würfelfiguren auf ihre Gleichheit zu prüfen. Dafür sollten sie mehrmals hintereinander zwei Abbildungen einer dreidimensionalen Figur vergleichen, wobei das zweite Bild entweder einer gedrehten Version des ersten entsprach oder ein ungleiches, gespiegeltes Abbild darstellte. Anschließend wurden Reaktionszeit und Fehlerzahl erfasst. Nach weit über tausend Arbeiten lassen sich einheitliche Ergebnisse zusammenfassen: Männer schnitten häufig besser ab als Frauen, Naturwissenschaftler besser als Geisteswissenschaftler und junge Erwachsene besser als ältere Menschen und Kinder.
Was ebenfalls belegt ist: die deutliche Verbesserung der Ergebnisse durch kontinuierliches Training. Versuchspersonen, die wiederholt Rotationstests durchgeführt haben, konnten ihre Leistung innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums nachweislich steigern. Das ist die für dich entscheidende Zahl aus dieser Literatur – der Ausgangsvorteil verliert an Bedeutung, sobald geübt wird.
Was bringt dir das für den MedAT?
Man könnte meinen, dass sich die Männer unter den Teilnehmern zurücklehnen können, weil sie einen kleinen Ausgangsvorteil haben. Unsere Erfahrung zeigt, dass das wie bei den anderen Untertests der kognitiven Fähigkeiten nicht zwingend der Fall ist. Gerade die mentale Rotation lässt sich gut trainieren. Wer über einen längeren Zeitraum regelmäßig übt, verbessert sich spürbar. Auch wenn du manchmal das Gefühl hast, keinen Fortschritt zu machen, lass das Figuren-Zusammensetzen bei der Vorbereitung nicht außen vor. Es sind hier viele Punkte zu holen. Die Verbesserung merkt man nicht über Nacht, sondern je nach Intensität über mehrere Tage bis wenige Monate.
Fünf Tipps für die Bearbeitung
- Beginn mit den leichtesten Formen. Wie die vergangenen Jahre gezeigt haben, kommen beim MedAT immer dieselben geometrischen Formen vor: Vielecke und Kreisfiguren. Davon sind Kreise für die meisten am leichtesten zusammenzusetzen, weil man an der Rundung sofort erkennt, welche Kante die Außenkante sein muss. Außerdem handelt es sich erfahrungsgemäß immer um drei bis sieben Bruchstücke – je weniger Teile, desto leichter.
- Such dir auffällige Ecken und Kanten, um die Bruchstücke aneinanderzufügen. So setzt du im Kopf aus mehreren kleinen Teilen erst wenige große zusammen, die sich dann leichter merken und drehen lassen.
- Der Stift darf nicht in die Hand genommen werden, das Testheft aber schon. Es zu drehen hilft, Winkel besser zu beurteilen – das ist ausdrücklich erlaubt und wird selten genutzt.
- Bleib nicht hängen. Wenn du eine Figur nicht zusammenbekommst, geh weiter zur nächsten Aufgabe. Zeit ist beim Figuren-Zusammensetzen der größte Gegner. Lass dich nicht verunsichern, wenn du mehrere Aufgaben hintereinander überspringen musst; manchmal stehen die schwersten zufällig am Anfang.
- Nutze das Ausschlussverfahren. Streich die Antworten weg, die aufgrund der Winkel oder der Rundung ohnehin nicht passen können – und prüfe dabei zuerst, ob eine Antwort nur als Spiegelbild passen würde. Durch das Üben wirst du die Figuren nicht nur leichter zusammensetzen, sondern auch schneller einschätzen, welche überhaupt in Frage kommen.
Drei Fallen, die regelmäßig Punkte kosten
Die erste ist die Spiegelung. Unter den Antwortmöglichkeiten steht regelmäßig eine Figur, die sich nur durch Umklappen eines Teils ergäbe. Sie sieht überzeugend aus und ist immer falsch.
Die zweite ist das Schätzen nach Größe. Weil die Maßstäbe nicht übereinstimmen müssen, führt „das Teil ist zu klein“ regelmäßig zur falschen Ausscheidung. Entscheidend sind Winkel und Kantenverlauf, nicht die Fläche.
Die dritte ist der Zeitverlust an einer einzigen Aufgabe. Bei 80 Sekunden je Figur kostet eine Aufgabe, an der du drei Minuten hängst, zwei andere. Setz dir eine harte Grenze und geh weiter.
Zum Schluss
Für das Figuren-Zusammensetzen gilt wie für die anderen Untertests der kognitiven Fähigkeiten: Es entscheidet die Übung, und zwar messbar. Übungsaufgaben zu allen Untertests findest du im MedAT-Kurs, den Ablauf des Testtags in der Übersicht zum MedAT. Die übrigen Untertests dieses Testteils sind Gedächtnis und Merkfähigkeit, Zahlenfolgen, Wortflüssigkeit und Implikationen erkennen.
Häufige Fragen
Wie viele Aufgaben hat Figuren zusammensetzen beim MedAT 2027?
Zuletzt waren es 15 Aufgaben in 20 Minuten, also 80 Sekunden je Figur, und damit ist auch 2027 zu rechnen. Verbindlich wird die Zusammensetzung erst, wenn die Universitäten sie vor der Anmeldung veröffentlichen.
Dürfen die Teile gespiegelt werden?
Nein. Gedreht werden dürfen sie in jede beliebige Lage, umgeklappt nicht. Eine Antwort, die nur als Spiegelbild passen würde, ist deshalb ausgeschlossen – und genau diese Möglichkeit steht besonders oft zur Auswahl.
Darf ich beim Figuren-Zusammensetzen etwas aufzeichnen?
Nein, Hilfslinien, Notizen und Hilfsmittel sind nicht erlaubt. Das Testheft selbst darfst du aber drehen, was beim Beurteilen von Winkeln hilft.
Aus wie vielen Teilen bestehen die Figuren?
Erfahrungsgemäß aus drei bis sieben Bruchstücken, und die Zielformen sind Kreise und regelmäßige Vielecke. Bei Kreisfiguren verrät die Rundung sofort, welche Kante außen liegt – deshalb lohnt es sich, mit ihnen anzufangen.

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