Wie du 10 Punkte bei Implikationen erkennen erreichst

Wie du 10 Punkte bei Implikationen erkennen erreichst

Veröffentlicht am 15. Juli 2021. Zuletzt aktualisiert am 28. August 2026.

Wer sich auf den MedAT 2027 vorbereitet, trifft bei Implikationen erkennen auf zehn Aufgaben in zehn Minuten – so war der Untertest zuletzt zusammengesetzt. Zu zwei vorgegebenen Aussagen ist die Schlussfolgerung zu bestimmen, die zwingend daraus folgt. Die fünf Antwortmöglichkeiten stehen dabei immer in derselben Reihenfolge.

Alle Ärzte sind Tänzer.
Einige Tänzer sind groß.

Okay, soll das jetzt heißen, du musst neben dem Medizinstudium auch noch eine Tanzschule besuchen? Und was hat deine Größe mit dem MedAT zu tun? Natürlich nichts, aber hier siehst du ein klassisches Beispiel für eine Aufgabe im Untertest Implikationen erkennen. Inhaltlich ergeben die Aufgaben oft wenig Sinn, doch das ist auch nicht ihr Zweck. Ob in der Angabe von Tänzern, Italienern oder Bären die Rede ist, macht keinen Unterschied. Viel wichtiger sind die Wörter drumherum: alle, keine, einige. Auf die musst du achten, um aus den beiden Aussagen eine weitere richtige Aussage abzuleiten – wenn das überhaupt möglich ist.

Euler-Diagramme

Beim Herausfinden der Lösung kann eine schnelle Zeichnung eine große Hilfe sein – man nennt solche Zeichnungen Euler-Diagramme. Dabei stellt man sich in unserem Beispiel die Ärzte, die Tänzer und die Großen als Mengen vor, wobei jede Menge ein Kreis ist. Alle Ärzte sind Tänzer: Die gesamte Menge „Ärzte“ ist damit Teil der Menge „Tänzer“. Einige Tänzer sind groß: Die Mengen „Tänzer“ und „groß“ überschneiden sich also irgendwie. Ob fast alle oder nur wenige Tänzer groß sind, wissen wir nicht.

Euler-Diagramm zu der Aussage, dass alle Ärzte Tänzer sind
Alle Ärzte sind Tänzer. Wo die Menge der Großen liegt, lässt die Aussage offen – vier der möglichen Lagen.

So könnte deine Zeichnung aussehen. Wie stark sich „Tänzer“ und „groß“ überlappen, wissen wir nicht. Aber was ist mit der Beziehung zwischen „Ärzte“ und „groß“? Da nur einige Tänzer groß sind, könnte es sein, dass kein einziger Arzt groß ist. Es könnten aber auch alle Ärzte groß sein, weil die gesamte Menge der Ärzte zufällig genau in die Überlappung fällt. Und dazwischen liegt der Fall, dass ein Teil der Ärzte groß ist und ein anderer nicht. Deshalb sind für die Menge „groß“ drei Möglichkeiten eingezeichnet, auf die alle zutrifft, dass einige Tänzer groß sind.

Genau darin liegt der Kern des Untertests: Ein Schluss gilt nur dann, wenn er in jeder zulässigen Lage stimmt. Findest du eine einzige Anordnung, in der er nicht gilt, ist er nicht zwingend – und damit falsch.

Die Antwortmöglichkeiten stehen immer gleich

Das ist die vielleicht nützlichste Eigenheit dieses Untertests: Die fünf Antworten sind in allen amtlichen Beispielen in derselben Reihenfolge angeordnet. Bezeichnet man das Subjekt der Schlussfolgerung mit S und das Prädikat mit P, sieht das so aus:

Antwort Form der Schlussfolgerung
A Alle S sind P.
B Alle S sind keine P.
C Einige S sind P.
D Einige S sind keine P.
E Keine der Schlussfolgerungen ist richtig.

Der Antwortbuchstabe ergibt sich damit zwingend aus der Form des Schlusses. Wenn du weißt, dass dein Schluss die Gestalt „Einige S sind keine P“ hat, ist es D – ohne dass du die vier Antworten überhaupt lesen musst. Für unser Beispiel oben lautet die Lösung übrigens E: Aus den beiden Aussagen lässt sich keine der vier Formen zwingend ableiten.

Sechs Regeln, mit denen du die meisten Aufgaben abkürzt

Wenn du die Diagramme sicher beherrschst, kannst du dir viel Zeichenarbeit sparen. Diese sechs Regeln entscheiden die allermeisten Aufgaben:

  1. Sind beide Aussagen verneinend, folgt nie etwas – die Antwort ist E.
  2. Sind beide Aussagen partiell, beginnen also beide mit „einige“, folgt ebenfalls nie etwas – wieder E.
  3. Sind beide Aussagen bejahend, ist auch der Schluss bejahend.
  4. Ist eine Aussage partiell, ist der Schluss nie allgemein, kann also nicht mit „alle“ beginnen.
  5. Ist eine Aussage verneinend, ist der Schluss nie bejahend.
  6. Lautet eine Aussage „einige … nicht“, muss die andere allgemein bejahend sein, sonst folgt nichts.

Die Regeln gehören ans Ende deiner Überlegung, nicht an den Anfang: Erst zeichnen und verstehen, dann abkürzen. Wer sie auswendig anwendet, ohne die Mengenbeziehung zu sehen, verrechnet sich bei den kniffligen Aufgaben.

Aufgepasst: Es gibt auch schwere Aufgaben

Mit dieser Herangehensweise lassen sich die Aufgaben in der Regel gut lösen. Allerdings musst du im Kopf behalten, dass es oft nicht nur eine mögliche Zeichnung gibt. Vor allem das Wort „einige“ lässt Spielraum. Auch Verneinungen können verwirren, etwa „Einige Europäer sind keine Schüler“. Das heißt, dass mindestens ein Teil der Menge „Europäer“ nicht zur Menge „Schüler“ gehört – mehr wissen wir aus dieser Aussage allerdings nicht.

Es lohnt sich also, die Aufgabenstellung zeichnerisch darzustellen, um sich einen Überblick zu verschaffen. Deine Zeichnung kannst du dann mit den Antwortmöglichkeiten abgleichen. Dabei musst du sicherstellen, dass die Aussage nicht nur in einer von mehreren Lagen stimmt, sondern in allen.

Ein Gegenbeispiel, bei dem es klappt:

Alle Autos sind Busse.
Kein Bus ist ein Flugzeug.

Da die Autos komplett in die Menge „Busse“ fallen und diese mit der Menge „Flugzeuge“ keine Überschneidung hat, lässt sich ableiten, dass auch kein Auto ein Flugzeug sein kann. Hier gibt es nur eine mögliche Lage, und deshalb ist der Schluss zwingend.

Drei Fallen, die regelmäßig Punkte kosten

Die erste ist das Weltwissen. Wenn in der Angabe steht, dass alle Nüsse keine Pflanzen sind, dann gilt das für diese Aufgabe – auch wenn es der Wirklichkeit widerspricht. Die Prämissen sind gesetzt, deine Kenntnisse über Nüsse sind es nicht.

Die zweite ist die eine gezeichnete Lage. Wer nur eine Anordnung skizziert und darin den Schluss bestätigt findet, übersieht die Lage, in der er nicht gilt. Bei „einige“ solltest du immer mindestens zwei Anordnungen prüfen.

Die dritte ist der zu schwache Schluss. Steht der stärkere allgemeine Schluss zur Auswahl, ist er zu wählen. Der partielle wäre zwar auch wahr, aber schwächer als nötig – und damit nicht die gesuchte Antwort.

Zum Schluss

Wenn dir das Durchdenken dieser Aufgaben schwerfällt, gilt hier wie bei jedem Untertest: Übung macht den Meister. So lernst du die verschiedenen Kombinationen der beiden Aussagen kennen und kannst sie am Testtag schneller überblicken. Übungsaufgaben und die Euler-Diagramme zu allen Formen findest du im MedAT-Kurs, den Ablauf des Testtags in der Übersicht zum MedAT. Die anderen Untertests dieses Testteils sind Figuren zusammensetzen, Gedächtnis und Merkfähigkeit, Zahlenfolgen und Wortflüssigkeit.

Wer viel übt, ist ein Meister.
Alle Meister bestehen den MedAT.

Hm, was sollen wir daraus nur ableiten? 🙂

Häufige Fragen

Wie viele Aufgaben hat Implikationen erkennen beim MedAT 2027?

Zuletzt waren es zehn Aufgaben in zehn Minuten, also eine Minute je Aufgabe, und damit ist auch 2027 zu rechnen. Verbindlich wird die Zusammensetzung erst, wenn die Universitäten sie vor der Anmeldung veröffentlichen.

Stehen die Antwortmöglichkeiten immer in derselben Reihenfolge?

In allen amtlichen Beispielen ja: Alle S sind P, alle S sind keine P, einige S sind P, einige S sind keine P, und als fünfte die Möglichkeit, dass keine der Schlussfolgerungen richtig ist. Der Buchstabe ergibt sich damit aus der Form des Schlusses.

Muss ich Euler-Diagramme zeichnen können?

Es hilft sehr. Die sechs Regeln kürzen die meisten Aufgaben ab, aber bei den schweren entscheidet die Zeichnung – vor allem dann, wenn mehrere Mengenlagen möglich sind und der Schluss nur in einer davon gilt.

Zählt mein Vorwissen über die genannten Begriffe?

Nein, im Gegenteil. Die Aufgaben verwenden bewusst Begriffe, deren Zuordnung die Erfahrung nicht klärt, und widersprechen der Wirklichkeit gelegentlich offen. Gültig ist ausschließlich, was in den beiden Aussagen steht.

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