Wie du 10 Punkte bei Zahlenfolgen erreichst
Veröffentlicht am 24. Oktober 2023. Zuletzt aktualisiert am 28. August 2026.
Wer sich auf den MedAT 2027 vorbereitet, trifft bei Zahlenfolgen auf zehn Aufgaben in 15 Minuten – so war der Untertest zuletzt zusammengesetzt. Jede Folge besteht aus sieben Zahlen, gesucht sind die achte und die neunte. Zur Auswahl stehen vier Zahlenpaare und die Möglichkeit, dass keines davon zutrifft.
Beim Untertest „Zahlenfolgen“ stehst du vor der Aufgabe, in 15 Minuten zehn zusammenhängende Zahlenreihen anzusehen und auf das jeweilige Muster zu kommen. Das bedeutet, dass es bei jeder Zahlenfolge theoretisch möglich ist, sie bis ins Unendliche fortzusetzen, wenn man einmal erkannt hat, mit welchen Grundrechenarten man weiterarbeiten muss. Jede Folge besteht aus sieben Zahlen, aus denen sich ein Muster erkennen lässt. Daraus kann man dann auf die Zahlen acht und neun schließen, und genau diese beiden Zahlen sind die Lösung. Ein Beispiel, wie so eine Zahlenfolge aussehen kann, siehst du hier:
2 4 6 8 10 12 14 __ __
In diesem Fall wirst du das Muster vermutlich sehr schnell erkannt haben: Man muss ganz einfach die Zahl 2 addieren. Die Lösungen für die Stellen acht und neun sind also 16 und 18.
Die Vorteile von Zahlenfolgen
Das Schöne an den Zahlenfolgen ist, dass es dir beim Üben erspart bleibt, erst einmal herumprobieren zu müssen, welche Strategie sich für dich persönlich am besten eignet. Es gibt hier im Grunde nur eine Strategie, und die besteht darin, möglichst effizient im Muster-Erkennen zu werden und die Muster dann fehlerlos anzuwenden. Dabei ist es von Vorteil, das Kopfrechnen sicher zu beherrschen, da es sich oft um hohe Zahlen handelt, bei denen leicht ein Denkfehler passiert. Ein weiterer Vorteil ist, dass mit ein wenig Übung eine hohe Punktzahl erreichbar ist. Im Vergleich zu Gedächtnis und Merkfähigkeit oder Wortflüssigkeit braucht es bei den Zahlenfolgen deutlich weniger Lernaufwand für ein zufriedenstellendes Ergebnis.
Wie viel Übung sich lohnt, hängt davon ab, wo du gerade stehst. Zahlenfolgen bringt zehn Punkte – die MedAT-Diagnose zeigt dir, ob dieselbe Zeit in einem anderen Untertest mehr Gesamtpunkte bringt.
Die Nachteile von Zahlenfolgen
Wer sich mit dem Kopfrechnen schwertut, weil in der Schule der Taschenrechner das Gehirn ersetzt hat, sollte sich ranhalten. Ansonsten könnte es mit der Zeit knapp werden. Der größte Nachteil bei den Zahlenfolgen ist, dass es keine Universallösung gibt, über die man simpel zur vollen Punktzahl kommt, wie das etwa bei Implikationen erkennen der Fall ist. Meiner Ansicht nach überwiegen allerdings die Vorteile, und mit verhältnismäßig wenig Aufwand kommt man nahe an die volle Punktzahl. Und das sage ich als absolute Mathe-Niete.
Wie geht man bei den Aufgaben am besten vor?
Das Schlauste ist, du zeichnest dir die Muster, die in diesem Fall Operatoren heißen, also wie im Beispiel oben „+2“, über oder unter die Zahlenfolge ein. Dass beim MedAT in diesem Untertest ein Stift verwendet werden darf, ist kein Zufall, denn anders sind die teils komplexen Aufgaben kaum lösbar. Das Ganze sollte dann in etwa so aussehen, natürlich bis zum Ende fortgesetzt:

Es können alle Grundrechenarten vorkommen und auch kombiniert werden. Das Muster könnte also zum Beispiel auch lauten: −10, :2, −10, :2 und so weiter. Theoretisch können auch drei Operatoren gesucht sein, wie +1, ×2, −3, +1, ×2, −3, wobei solche Muster schwieriger zu finden sind und dementsprechend seltener vorkommen. Dennoch solltest du daran denken.
Die Systematik: Ebenen statt Raten
Damit das Suchen nicht zum Herumprobieren wird, lohnt sich eine feste Ordnung beim Notieren. Schreib Addition und Subtraktion über die Folge und Multiplikation und Division darunter. Damit siehst du auf einen Blick, auf welcher Ebene das Muster liegt, statt beides durcheinander zu notieren.
Wenn sich auf beiden Ebenen nichts zeigt, geh eine Stufe tiefer: Bilde die Differenzen zwischen den Zahlen und sieh nach, ob diese Differenzen selbst eine Folge bilden. Genau darum geht es im folgenden Bild, bei dem die ursprüngliche Reihe in der Mitte zunächst kein Muster erkennen lässt:

Zwei Regeln machen die Suche endlich. Erstens: Alle sieben Zahlen gehören zur Folge. Es gibt keine Teilfolgen, bei denen einzelne Zahlen unbeteiligt wären. Zweitens gilt eine praktische Obergrenze: Ein Muster, das sich erst nach mehr als fünf Schritten zeigt, kommt im MedAT nicht vor. Wenn du nach fünf Schritten nichts gefunden hast, liegt das Muster auf einer anderen Ebene und nicht weiter hinten.
Und noch etwas, das viel Zeit spart: Rechne von der Folge aus, nicht von den Antworten her. Wer die vier angebotenen Zahlenpaare durchprobiert, findet zwar oft eines, das passt – aber eben nicht zwingend das, das aus dem Muster folgt. Die fünfte Antwortmöglichkeit besagt, dass keines der vier Paare richtig ist, und die gibt es nicht zur Zierde.
Wenn du geübt bist, wirst du den Großteil der Aufgaben in weniger als einer Minute lösen und hast am Ende genügend Zeit, dich in die schwierigen zu vertiefen, von denen es für gewöhnlich nicht mehr als zwei oder drei gibt.
Drei Fallen, die regelmäßig Punkte kosten
Die erste ist das Rechnen von den Antworten her. Es fühlt sich schneller an und führt regelmäßig zu einem Paar, das zufällig passt, während das eigentliche Muster ein anderes ist.
Die zweite ist das Festbeißen. Bei zehn Aufgaben in 15 Minuten hast du im Schnitt 90 Sekunden. Zwei bis drei Aufgaben sind deutlich schwerer als der Rest; wer sie in der Reihenfolge abarbeitet, in der sie kommen, verliert daran die Zeit für die leichten. Erst durchgehen, dann zurückkehren.
Die dritte ist der Rechenfehler bei richtigem Muster. Gerade bei großen Zahlen stimmt oft die Regel, aber nicht das Ergebnis. Es lohnt sich, die gefundene Regel einmal rückwärts über die gesamte Folge zu prüfen, bevor du ankreuzt – das kostet zehn Sekunden und rettet Punkte.
Weitere Tipps zur Vorbereitung
Abgesehen vom Üben mit den Zahlenfolgen selbst solltest du ein Augenmerk vor allem auf das Trainieren des Muster-Erkennens legen. Schnelles Kopfrechnen ist ein großer Vorteil und sollte nicht außer Acht gelassen werden, aber es bringt wenig, wenn du gar nicht erst auf das Muster hinter der Folge kommst. Nutze Lernpausen, Wochenenden und Abende für Denkspiele, Rätsel oder Knobelaufgaben. Das ist eine willkommene Abwechslung und bereitet nebenbei auf den Untertest vor.
Zahlenfolgen liegt am Testtag zwischen den beiden Phasen von Gedächtnis und Merkfähigkeit – du löst sie also, während du dir acht Allergieausweise merken musst. Übungsaufgaben zu allen Untertests findest du im MedAT-Kurs, den Ablauf des Testtags in der Übersicht zum MedAT.
Häufige Fragen
Wie viele Zahlenfolgen kommen beim MedAT 2027 dran?
Zuletzt waren es zehn Aufgaben in 15 Minuten, also 90 Sekunden je Folge, und damit ist auch 2027 zu rechnen. Verbindlich wird die Zusammensetzung erst, wenn die Universitäten sie vor der Anmeldung veröffentlichen.
Welche Rechenarten kommen vor?
Nur die vier Grundrechenarten, und die Ergebnisse bleiben ganze Zahlen. Wurzeln, Potenzen oder Brüche gehören nicht dazu – wenn deine Regel darauf hinausläuft, ist sie vermutlich falsch.
Darf ich beim MedAT schreiben?
Ja, ein Stift ist erlaubt, und du solltest ihn benutzen. Die Operatoren über und unter die Folge zu schreiben ist keine Bequemlichkeit, sondern die eigentliche Lösungstechnik.
Was bedeutet die fünfte Antwortmöglichkeit?
Dass keines der vier angebotenen Zahlenpaare zutrifft. Sie kommt tatsächlich vor, weshalb es sich nicht lohnt, das am besten passende der vier Paare zu wählen, ohne das Muster wirklich gefunden zu haben.

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