EMS Konzentriertes Arbeiten: 18 Punkte in acht Minuten
Veröffentlicht am 28. August 2026. Zuletzt aktualisiert am 28. August 2026.
Konzentriertes und sorgfältiges Arbeiten bringt beim EMS 18 Punkte in acht Minuten. Du bekommst ein Blatt mit 40 Zeilen zu je 40 Symbolen, also 1.600 Zeichen, davon 400 Zielzeichen, die durchgestrichen werden müssen. Es ist die einzige Gruppe des ganzen Tests, in der Minuspunkte anfallen – und die einzige, in der ein einzelner Verfahrensfehler das gesamte Ergebnis kosten kann.
Diese Gruppe sieht nach der simpelsten Aufgabe des ganzen Tages aus, und genau deshalb verschenken hier die meisten Prüflinge Punkte, die sie mit ein wenig Vorbereitung sicher gehabt hätten. Wer nur eine einzige Sache aus diesem Beitrag mitnimmt, sollte es die Auswertungslogik sein – sie entscheidet mehr als die eigene Konzentrationsfähigkeit.
Die Eckdaten, die du auswendig kennen solltest
40 Zeilen, 40 Symbole je Zeile, 1.600 Zeichen insgesamt, davon 400 zu streichen. Acht Minuten Zeit, 18 von 162 Punkten, also rund elf Prozent – genau wie in jeder anderen Gruppe. Welche Symbole gestrichen werden und nach welcher Regel, erfährst du erst im Testraum, weil beides jedes Jahr neu festgelegt wird.
Die Asymmetrie, die alles bestimmt
Der Mittelwert lag 2025 bei 12,4 von 18 Punkten und war damit der höchste des ganzen Tests, der Median bei 13. Daraus folgt eine Schieflage, die deine Herangehensweise prägen sollte: Nach oben ist kaum etwas zu holen, denn wer statt 13 Punkten 15 erreicht, hat zwei Punkte gewonnen. Der Weg nach unten dagegen steht weit offen, weil die Skala bis null reicht – und dorthin gelangt man nicht durch Unaufmerksamkeit, sondern durch einen einzigen Verfahrensfehler.
Diese Gruppe ist deshalb ein Risiko, das du absicherst. Dein Ziel ist nicht der Spitzenwert, sondern das Vermeiden des Einbruchs.
Interessant ist noch eine zweite Zahl: Mit einer Ladung von 0,54 auf den Faktor Werkzeugfunktionen hat die Gruppe die niedrigste Ladung aller neun, deckt sich also am wenigsten mit dem, was die übrigen Teile abfragen – und hängt mit einem Wert von 0,635 trotzdem deutlich mit dem Gesamtergebnis zusammen. Sie misst etwas Eigenes, das sonst nirgends erfasst wird.
Wie bewertet wird – und warum das Wörtchen „bis” alles entscheidet
Für jedes richtig und sauber durchgestrichene Zielzeichen bekommst du eine Zähleinheit. Für jedes fälschlich durchgestrichene Zeichen wird eine abgezogen, und für jedes übersehene Zielzeichen ebenfalls. Aus dem Rohwert entsteht deine Punktzahl zwischen 0 und 18.
Und jetzt der entscheidende Punkt: Gezählt wird alles nur bis zu deiner letzten Markierung. Was danach kommt, bleibt unberücksichtigt. Nicht erreichte Zeilen am Ende kosten dich also nichts – übersprungene Zeilen vor deiner letzten Markierung dagegen kosten dich jedes einzelne Zielzeichen darin.
Das ist der gesamte Unterschied zwischen einem normalen und einem katastrophalen Ergebnis in dieser Gruppe.
Warum du zwingend zeilenweise arbeitest
Aus dieser Logik folgt das zeilenweise Arbeiten zwingend. Das Lesegerät tastet deinen Bogen Zeile für Zeile vom ersten bis zum letzten Zeichen ab. Wer spaltenweise arbeitet, hat seine letzte Markierung womöglich in der Mitte der vorletzten Zeile – und sämtliche Zielzeichen in allen Zeilen davor zählen als Fehler. Dasselbe gilt, wenn du eine Zeile von hinten her bearbeitest.
Also: von links nach rechts, Zeile für Zeile, ohne Sprung, ohne Rückwärtsgang. Wenn die Zeit ausläuft, hörst du dort auf, wo du gerade bist. Der Rest kostet nichts.
Die Zehner-Probe
Gegen den zweiten teuren Fehler hilft eine Kontrolle, die das Testzentrum selbst vorschlägt. Bei 1.600 Zeichen und 400 Zielzeichen enthält jede Zeile im Durchschnitt zehn zu streichende Symbole. Zähl deshalb nach der ersten bearbeiteten Zeile kurz deine Striche. Sind es deutlich mehr oder weniger als zehn, hast du wahrscheinlich die Regel missverstanden – dann prüfst du die Instruktion noch einmal.
Das kostet vier Sekunden und ist die wirksamste Einzelmassnahme dieser Gruppe. Eine falsch verstandene Regel produziert vierzig Zeilen lang systematische Fehler, und die kosten ein Vielfaches dessen, was das Nachlesen jetzt kostet.
Warum du den Inhalt nicht üben kannst – und was du stattdessen übst
Die Zeichen und die Streichregel sind jedes Jahr andere; das Testzentrum führt dafür eigene Zeichensätze je Testjahrgang. Es können grafische Symbole sein – Dreiecke, Kreise, Pfeile – genauso gut aber Ziffern oder Buchstaben. Gleich bleiben die acht Minuten, das Prinzip des Durchstreichens, die Darstellung in Quadraten und die Auswertungslogik.
Üben lässt sich deshalb nicht der Inhalt, sondern das Verfahren: zeilenweise arbeiten, gleichmässiges Tempo halten, nach der ersten Zeile die Zehner-Probe machen. Und übe bewusst dann, wenn du bereits müde bist – genau in diesem Zustand wirst du die Gruppe am Ende des Testtags bearbeiten.
Drei Fallen, die regelmässig Punkte kosten
Die erste ist das Überspringen einer schwierigen Zeile mit der Absicht, später zurückzukommen. Wer es vergisst, verliert alle Zielzeichen dieser Zeile.
Die zweite ist die missverstandene Regel. Sie fällt ohne die Zehner-Probe erst auf, wenn das Blatt voll ist.
Die dritte ist Tempo vor Sorgfalt. Weil jeder falsche Strich doppelt zählt – als fehlender richtiger und als vorhandener falscher –, ist etwas langsameres, fehlerfreies Arbeiten hier fast immer die bessere Wahl.
Zusammenfassung
Acht Minuten, elf Prozent der Punkte, der höchste Mittelwert des Tests und die einzige Gruppe mit Minuspunkten. Wer zeilenweise arbeitet, nach der ersten Zeile zählt und ruhig bleibt, sichert hier ein solides Ergebnis. Wer springt oder die Regel missversteht, verliert mehr als in jeder anderen Gruppe.
Wie der EMS insgesamt aufgebaut ist, steht unter Medizin studieren in der Schweiz. Übungsaufgaben zu allen neun Gruppen findest du im EMS-Kurs.
Häufige Fragen
Wie viele Zeichen muss ich durchgehen?
1.600 Zeichen in 40 Zeilen zu je 40 Symbolen, davon 400 Zielzeichen. Dafür hast du acht Minuten.
Was passiert mit Zeilen, die ich nicht mehr schaffe?
Nichts. Gewertet wird nur bis zu deiner letzten Markierung. Nicht erreichte Zeilen kosten dich nichts – übersprungene Zeilen davor dagegen jedes Zielzeichen, das darin steht.
Kann ich die Aufgabe vorher üben?
Den Inhalt nicht, weil Zeichen und Regel jedes Jahr wechseln. Das Verfahren schon: zeilenweise arbeiten, gleichmässiges Tempo, die Zehner-Probe nach der ersten Zeile.
Was ist die Zehner-Probe?
Bei 400 Zielzeichen auf 40 Zeilen enthält jede Zeile im Schnitt zehn. Zähl nach der ersten Zeile nach – weicht die Zahl deutlich ab, hast du die Regel vermutlich missverstanden.

Antworten