EMS Fakten lernen: 15 Patienten in sechs Minuten
Veröffentlicht am 28. August 2026. Zuletzt aktualisiert am 28. August 2026.
Beim Fakten lernen werden dir 15 Patienten vorgestellt – nicht 18, obwohl dazu später 18 Fragen gestellt werden. Es gibt hier also mehr Fragen als Fälle. Für das Einprägen hast du sechs Minuten, was 24 Sekunden je Fall ergibt, für die Reproduktion ebenfalls sechs, also rund 20 Sekunden je Frage. Gewertet wird die Gruppe mit 18 von 162 Punkten; falsche Antworten kosten nichts.
Zwischen beiden Phasen liegt das Textverständnis mit seinen 45 Minuten. Was nach den sechs Minuten nicht sitzt, muss also eine Dreiviertelstunde konzentrierter Textarbeit überstehen – und Notizen sind dabei verboten, weil das ZTD sie bei den Lerntests ausdrücklich zu den Täuschungshandlungen zählt.
Was zu jedem Patienten auf dem Blatt steht
Zu jedem Fall bekommst du einen Namen, eine Altersgruppe, einen Beruf, ein weiteres Merkmal und eine Diagnose. Das weitere Merkmal kann ein Gemütszustand sein, ein Aufenthaltsort im Spital oder etwa der Familienstand. Das Geschlecht gehört ebenfalls zu den Angaben – es steckt aber allein in der Berufsbezeichnung, und darauf kommen wir gleich zurück.
Fünf Angaben mal 15 Fälle ergeben 75 Einzelinformationen in sechs Minuten. Diese Zahl erklärt, warum hier die Methode entscheidet und nicht die Anstrengung.
Die Gruppe, in der Übung am stärksten wirkt
Jetzt kommt der Befund, der diese Aufgabengruppe von allen anderen abhebt. Eine Untersuchung mit 7’903 Teilnehmern an einem eng verwandten Eignungstest hat für jede Gruppe getrennt bestimmt, wie viel der Leistungsunterschiede sich durch Vorbereitungsform, Zeit und aufgewendetes Geld erklären lässt. Bei den komplexen Denkgruppen waren es rund ein Prozent – beim Fakten lernen dagegen rund zwölf Prozent und damit der höchste Anteil aller untersuchten Gruppen.
Dieselbe Übungsstunde bewegt hier also etwa das Zwölffache dessen, was sie im Textverständnis bewegt, weil eine Technik geprüft wird statt einer über Jahre gewachsenen Fähigkeit – und Techniken lernt man in Wochen. Wenn du deine Vorbereitungszeit nach Wirkung verteilst, ist das hier die erste Adresse.
Was die Kennzahlen sonst sagen
In der Auswertung des ZTD von 2025 lädt Fakten lernen mit einem Wert von 0,76 auf den Faktor der Werkzeugfunktionen. Der Zusammenhang mit dem Gesamtergebnis liegt bei 0,682 – diese eine Gruppe sagt über dein Gesamtresultat also einiges aus. Im Durchgang 2025 lag der Mittelwert bei 10,5 von 18 Punkten. Und weil die Aufgaben sprachabhängig sind, wurde diese Gruppe als einzige für beide Sprachgruppen ausgeglichen.
Wie abgefragt wird
In der Reproduktion wird in veränderter Reihenfolge und in beliebiger Kombination der Teilinformationen gefragt: mal gehören Beruf und Diagnose zusammen, mal Alter und Gemütszustand, mal Diagnose und Geschlecht. Daraus folgt unmittelbar, was beim Einprägen falsch wäre – eine Liste zu lernen. Wer die Fälle der Reihe nach aufsagen kann, beantwortet trotzdem keine einzige Frage, weil gefragt wird, was womit zusammengehört.
Dass es 18 Fragen zu nur 15 Fällen gibt, verschärft das: Mindestens drei Fälle werden mehrfach angesprochen, und zwar über verschiedene Kombinationen ihrer Angaben.
Fünf Schubladen statt 15 Fälle
Die Tabelle kommt dir entgegen, sobald du ihren Bauplan kennst. Die Fälle stehen nicht zufällig untereinander, sondern sind nach Altersgruppen gebündelt: Alle Fälle eines Blocks sind gleich alt, und die Blöcke sind nach Alter gestaffelt. Wer diese Struktur in den ersten Sekunden erkennt, hat die Altersangabe für sämtliche Fälle bereits gelöst – immerhin ein Fünftel der abgefragten Information.
Statt 15 einzelner Fälle merkst du dir dann fünf Schubladen mit je drei Inhalten. Reserviere dafür bewusst die ersten 30 Sekunden der Lernphase.
Doppelungen und das versteckte Geschlecht
Innerhalb eines Blocks unterscheiden sich die drei Fälle durch das weitere Merkmal und die Diagnose – und hier liegt die eigentliche Arbeit. Einige Gemütszustände und Diagnosen treten nämlich doppelt auf: Zwei Personen können beide nervös sein oder dieselbe Diagnose haben, und die Aufgabe fragt dann etwa nach der jüngeren Person mit Schleudertrauma. Sobald dir auffällt, dass ein Merkmal zum zweiten Mal vorkommt, halte kurz inne und präge dir ein, worin sich die beiden Fälle unterscheiden – meistens ist es das Alter. Wer die Doppelungen übersieht, verliert später gleich mehrere Punkte auf einmal.
Die zweite Regelmässigkeit ist ebenso Absicht: Das Geschlecht steht nirgends als eigenes Wort, es steckt allein in der Berufsbezeichnung, während die Fragen von der Patientin oder dem Patienten sprechen. Pflegefachmann und Pflegefachfrau sind hier also zwei verschiedene Angaben, und wer sich nur den Beruf ohne Endung merkt, hat bei jeder Frage nach der Patientin bloss noch eine Zufallschance.
Das Grundprinzip: Geschichte statt Liste
Die Methode passt in einen Satz. Du lernst die Fälle nicht auswendig, sondern verknüpfst die Angaben jedes Falls zu einer kleinen Geschichte, in der die Krankheit aus dem Beruf und den Lebensumständen folgt. 75 Einzelinformationen lassen sich in sechs Minuten schlicht nicht speichern, 15 kleine Geschichten dagegen schon – den Effekt kennst du aus dem Alltag, denn die Handlung eines Films kannst du nach einer Woche noch nacherzählen, während die Einkaufsliste von vorgestern längst verschwunden ist.
Als angehender Arzt denkst du in der Anamnese ohnehin so, weil Beruf, Umfeld und Beschwerden dort ebenfalls zusammengehören. Und den Namen hängst du über den Klang an, nicht über die Bedeutung, denn Namen und Altersangaben lassen sich inhaltlich mit nichts verknüpfen.
Was du dir sparen kannst
Ein Wort zu den Methoden, die du dafür nicht brauchst – das spart womöglich Geld. Klassische Mnemotechniken, wie sie in Gedächtnisratgebern und teuren Kursen angeboten werden, also ein festes Zahlen-Bild-Vokabular oder das Verankern von Vorstellungsbildern an den Stationen eines vertrauten Weges, taugen für diesen Test wenig.
Sie sind erstens zu aufwändig, weil du bei sechs Minuten Lernzeit und unter Stress mit dem Ausgestalten der Bilder in Verzug gerätst, und sie sind zweitens an eine feste Reihenfolge gebunden, die hier keine Rolle spielt – die Fälle werden ungeordnet angesprochen und die Teilinformationen beliebig kombiniert. Was trägt, sind Brücken, die du in der Lernsituation selbst auf genau dieses Material zuschneidest. Sie sind weniger elegant, aber sie funktionieren in sechs Minuten.
Der feste Ablauf der sechs Minuten
- Die ersten 30 Sekunden gehören den Blöcken. Überflieg nur die Altersangaben und die Namen und stell fest, wie viele Blöcke es gibt und welche Altersstufe zu welchem gehört – damit steht das Gerüst.
- Dann jeder Fall einzeln, in etwa 20 Sekunden. Bau die Brücke in der Reihenfolge Beruf, Lebensumstand, Diagnose, weil sich daraus fast immer eine kleine Kausalkette ergibt, und häng den Namen über den Klang an.
- Bei jeder Doppelung innehalten und gezielt den Unterschied zwischen den beiden Fällen einprägen – bewusst und nicht nebenbei.
- Die Berufsendung mitnehmen, weil sie das Geschlecht trägt.
- Die Restzeit zum Wiederholen nutzen statt zum Vertiefen einzelner Fälle. Wer sich an den ersten festbeisst, sieht die letzten nur flüchtig.
Drei Fallen, die regelmässig Punkte kosten
Die erste ist der Versuch, alles gleich intensiv zu behalten. Besser zügig einmal durch und den Rest der Zeit zum Wiederholen nutzen.
Die zweite ist das Lernen der Reihenfolge statt der Verknüpfung – der Fehler, den die frei kombinierten Fragen gezielt bestrafen.
Die dritte ist das Üben ohne Lücke. Wer sofort nach dem Einprägen abfragt, trainiert das Kurzzeitgedächtnis. Zwischen den beiden Phasen liegen im Test 45 Minuten konzentrierter Textarbeit – genau das musst du mitüben.
Zusammenfassung
Wenn du aus den 15 Fällen zuerst fünf Schubladen machst, jede Diagnose aus dem Beruf und den Lebensumständen herleitest und die Doppelungen schon beim Lesen bemerkst, arbeitest du mit der Struktur statt gegen sie. Und weil in keiner anderen Aufgabengruppe die Übung so stark wirkt, ist jede Stunde, die du in erfundene Patienten und ihre Geschichten steckst, ausgesprochen gut angelegt.
Der andere Lerntest ist Figuren lernen, die Gruppe dazwischen das Textverständnis. Wie der EMS insgesamt aufgebaut ist, steht in der Lektion zum EMS, Übungsaufgaben findest du im EMS-Kurs.
Häufige Fragen
Wie viele Fälle muss ich mir merken?
15 Patienten mit je fünf Angaben, also 75 Einzelinformationen in sechs Minuten. Abgefragt wird mit 18 Fragen – es gibt hier also mehr Fragen als Fälle.
Helfen Loci-Technik und Zahlen-Bild-System?
Für diesen Test kaum. Sie sind zu aufwändig für sechs Minuten unter Stress und an eine feste Reihenfolge gebunden, die hier keine Rolle spielt, weil die Fälle ungeordnet und in beliebiger Kombination abgefragt werden.
Wo steht das Geschlecht der Patienten?
Nur in der Berufsbezeichnung. Weil die Fragen von der Patientin oder dem Patienten sprechen, musst du die Endung mitmerken – sonst bleibt bei solchen Fragen nur eine Zufallschance.
Lohnt sich Üben in dieser Gruppe besonders?
Ja. Bei den komplexen Denkgruppen erklären Vorbereitungsform, Zeit und Geld zusammen rund ein Prozent der Leistungsunterschiede, beim Fakten lernen rund zwölf – der höchste Wert aller untersuchten Gruppen.

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