Wie du 15 Punkte bei Wortflüssigkeit erreichst
Veröffentlicht am 6. Juli 2021. Zuletzt aktualisiert am 28. August 2026.
Wer sich auf den MedAT 2027 vorbereitet, trifft bei Wortflüssigkeit auf 15 Aufgaben in 20 Minuten – so war der Untertest zuletzt zusammengesetzt. Aus einer Reihe von sechs bis zehn durcheinandergewürfelten Buchstaben ist ein deutsches Hauptwort zu bilden, und angekreuzt wird nur dessen Anfangsbuchstabe. Zur Auswahl stehen vier Buchstaben und die Möglichkeit, dass keiner davon zutrifft.
So einfach dieser Untertest auch aufgebaut sein mag, er ist einer der schwierigsten beim MedAT – zumindest was das Erreichen der vollen Punktzahl angeht.
Wie der Name vermuten lässt, geht es bei „Wortflüssigkeit“ um das Arbeiten mit Buchstaben und Begriffen. Deine Aufgabe besteht darin, 15 Mal aus einer zufällig gewählten Abfolge von sechs bis zehn Buchstaben ein sinnvolles Lösungswort zu bilden. Dabei gibt es jeweils genau ein richtiges Lösungswort. Das heißt, dass für jeden Buchstabensalat tatsächlich eine Lösung existiert, allerdings niemals mehr als diese eine. Und alle vorgegebenen Buchstaben gehören dazu – es bleibt keiner übrig. Deine Lösung gibst du ab, indem du den richtigen Anfangsbuchstaben bei den Antworten auswählst.
Was es bei Wortflüssigkeit zu beachten gibt
- Es handelt sich stets um deutsche Begriffe oder solche, die aus einer anderen Sprache in den deutschen Sprachgebrauch aufgenommen wurden, beispielsweise „Apartment“ oder „Bodyguard“.
- Gefragt wird ausschließlich nach Hauptwörtern im Singular und im ersten Fall. Kannst du mit den vorhandenen Buchstaben ein Pluralwort, ein Adjektiv oder ein Verb bilden, bist du auf der falschen Fährte.
- Eigennamen und regionale Ausdrücke kommen nicht vor. Was nicht im Duden steht, ist nicht die Lösung.
- Es werden keine Begriffe verwendet, die einen Umlaut enthalten, und auch keine mit scharfem S.
- In der deutschen Sprache kommen sehr häufig Vorsilben (ver-, be-, vor-) und Nachsilben (-keit, -heit, -ion) sowie Doppelbuchstaben und Zwielaute (au, ei, ie, eu) vor. Nach ihnen solltest du besonders Ausschau halten, weil sie dir, einmal aufgespürt, das Leben sehr erleichtern.
Bevor du dich festbeißt: Wortflüssigkeit bringt fünfzehn Punkte, und das ist nicht bei jedem der beste Einsatz der nächsten Wochen. Die MedAT-Diagnose rechnet aus deinen Werten aus, welcher Untertest bei dir am meisten hergibt.
Was 199 echte Lösungswörter über den Untertest verraten
Aus den Gedächtnisprotokollen der Jahrgänge 2014 bis 2026 lassen sich 199 tatsächlich gestellte Lösungswörter rekonstruieren. Wir haben sie ausgewertet, und das Ergebnis ist erstaunlich gleichförmig:
- Die Wortlänge lag ausnahmslos zwischen sechs und zehn Buchstaben, im Mittel bei 8,1. Kein einziges Wort war kürzer oder länger.
- Unter allen 199 Wörtern findet sich kein einziger Umlaut und kein scharfes S. Diese Buchstaben tauchen im Untertest schlicht nicht auf.
- Wiederholungen sind die große Ausnahme: Nur zehn Wörter kamen zweimal vor, und neun davon in einem einzigen Jahrgang. Auswendiglernen alter Lösungswörter bringt also praktisch nichts – trainiert werden muss das Verfahren, nicht der Wortschatz.
Das ist beim Üben mehr wert, als es zunächst klingt: Wenn dein Kandidat fünf Buchstaben hat oder ein Ä enthält, kannst du ihn verwerfen, ohne weiter darüber nachzudenken.
Welche Strategien du verfolgen solltest
Die bekannteste und wichtigste Methode, um bei Wortflüssigkeit weiterzukommen, ist die sogenannte Wolken-Methode. Dazu nimmst du die Buchstaben aus der ursprünglichen Abfolge und schreibst sie nicht auf einer geraden Linie auf, sondern verteilt in Form einer Wolke. Am meisten Sinn ergibt das, wenn du die Buchstaben, die als Anfangsbuchstaben in Frage kommen, nach links schreibst und die Doppelbuchstaben und Zwielaute eher in die Mitte. Nachsilben gehören in der Wolke nach rechts, weil sie in richtigen Wörtern ja auch am Ende stehen. Dadurch kann dein Gehirn das Lösungswort eher unbewusst aus dem neu angeordneten Buchstabensalat herauslesen.
Ein Beispiel: Vor dir liegt die Reihe AHSPPOHYTC. In einer Zeile gelesen ergibt das nichts. Verteilst du die Buchstaben aber so, dass P links steht, die Häufung aus H, Y und C in der Mitte liegt und die Endung nach rechts wandert, springt das Wort meist von selbst heraus – gesucht ist Psychopath.
Es ist ratsam, gleich vier solcher Wolken zu bilden, und zwar indem du jeden der vier zur Auswahl stehenden Anfangsbuchstaben einmal ganz nach links schreibst. Manchen liegt es übrigens mehr, die Buchstaben nicht in Wolken-, sondern in Kreisform anzuordnen. Probiere in Ruhe aus, was dir leichter fällt, bevor du dich festlegst.
Drei Fallen, die regelmäßig Punkte kosten
Die erste ist der übrig gebliebene Buchstabe. Ein Wort, das fast passt, aber einen Buchstaben nicht verbraucht, ist falsch – auch wenn es sich richtig anfühlt. Zähle im Zweifel nach.
Die zweite ist die falsche Wortart. Aus denselben Buchstaben lässt sich oft auch ein Verb oder eine Mehrzahl bilden, und die Lösung ist trotzdem das Hauptwort im Singular. Wer beim Verb hängen bleibt, sucht meist an der richtigen Stelle mit dem falschen Ziel.
Die dritte ist der gedankenlose Rateversuch. Beim MedAT gilt der Satz „Häufiges ist häufig“: Wenn du raten musst, sind C oder Y als Anfangsbuchstaben eine schlechte Wahl, weil sie im Deutschen am Wortanfang kaum vorkommen. Und vergiss die fünfte Antwortmöglichkeit nicht – dass keiner der vier angebotenen Buchstaben zutrifft, kommt tatsächlich vor.
Zusätzliche Tipps zur Vorbereitung
Ein guter Trick beim Üben ist die Verwendung von Wörtern, die über das Testniveau hinausgehen, also Fremdwörter oder solche mit mehr als zehn Buchstaben. Wer mit schwereren Wörtern trainiert, dem fallen die Testwörter danach leichter. Dafür gibt es kostenlose Apps, mit denen du unterwegs üben kannst, in der Bahn oder beim Warten.
Und noch ein Hinweis zum Zeitgefühl: Bei 15 Aufgaben in 20 Minuten hast du 80 Sekunden je Wort. Kurze Wörter lassen sich oft intuitiv lösen, du kannst dir also am Anfang ruhig etwa 15 Sekunden nehmen und die Reihe nur betrachten, ohne etwas aufzuschreiben. Kommst du dann nicht auf die Lösung, bleibt genügend Zeit, um mit dem Zeichnen der Buchstabenwolken zu beginnen.
Wortflüssigkeit liegt am Testtag zwischen den beiden Phasen von Gedächtnis und Merkfähigkeit, direkt nach Zahlenfolgen. Übungsaufgaben zu allen Untertests findest du im MedAT-Kurs, den Ablauf des Testtags in der Übersicht zum MedAT.
Generell braucht „Wortflüssigkeit“ außergewöhnlich viel Zeit, bis sich eine spürbare Steigerung einstellt. Das mag zunächst mühsam wirken, aber wer regelmäßig übt, kommt auch bei diesem Untertest auf ein solides Niveau.
Häufige Fragen
Wie viele Aufgaben hat Wortflüssigkeit beim MedAT 2027?
Zuletzt waren es 15 Aufgaben in 20 Minuten, also 80 Sekunden je Wort, und damit ist auch 2027 zu rechnen. Verbindlich wird die Zusammensetzung erst, wenn die Universitäten sie vor der Anmeldung veröffentlichen.
Wie lang sind die Lösungswörter?
Zwischen sechs und zehn Buchstaben, im Mittel gut acht. Das gilt für alle 199 Lösungswörter, die sich aus den Protokollen der Jahrgänge 2014 bis 2026 rekonstruieren lassen – ohne eine einzige Ausnahme nach oben oder unten.
Können Umlaute vorkommen?
Nein. Unter den 199 ausgewerteten Lösungswörtern findet sich kein einziger Umlaut und kein scharfes S. Ein Kandidat mit Ä, Ö, Ü oder ß kann also verworfen werden.
Lohnt es sich, alte Lösungswörter auswendig zu lernen?
Kaum. Von 199 Wörtern kamen nur zehn zweimal vor, und neun davon in einem einzigen Jahrgang. Die Zeit ist besser in das Verfahren investiert als in eine Wortliste.

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